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21.06.2013

15:35 Uhr

Mitarbeiterbeteiligung

Wir machen unseren eigenen Strom!

VonDana Heide

Etwas für die Umwelt tun will jeder – nur Geld ausgeben will keiner. Ein neuer Trend zeigt einen Ausweg aus dem Dilemma: Mitarbeiter investieren in die Solaranlage auf dem Firmendach. Das Modell könnte Schule machen.

Mitarbeiter produzieren ihren eigenen Strom - auf den Dächern ihrer Arbeitgeber. Getty Images

Mitarbeiter produzieren ihren eigenen Strom - auf den Dächern ihrer Arbeitgeber.

DüsseldorfMitarbeiter wie Bernd Oliver Mager wünscht sich wohl jedes Unternehmen. Er tut im Namen seiner Firma Gutes und redet gern darüber. Mager ist Leiter des Zentrallagers beim Konsumgüterriesen Unilever (Knorr, Dove) in Heilbronn. Solarpanele auf dem Dach der Halle sammeln seit 2011 die Sonnenstrahlen ein und produzieren Strom – dank Mager und seinen Kollegen von Unilever. Diese haben den Bau der Anlage bezahlt und organisiert. Beide Seiten profitieren: Die Betreibergemeinschaft der Solaranlage erzielt eine ordentliche Rendite – in Heilbronn waren es in den ersten zwei Jahren seit der Gründung immerhin fünf Prozent jährlich. Unilever wiederum kann sich die Solaranlage in seine CO2-Bilanz schreiben.

Wenn es nach Experten geht, werden in Zukunft immer mehr Unternehmen selbst Strom produzieren. Schon jetzt erzeugen laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young rund 47 Prozent der deutschen Firmen Energie, vor allem mit Blockheizkraftwerken und Photovoltaikanlagen. Ein Viertel plant das in den kommenden drei bis fünf Jahren. Die Idee eines Mitarbeiter-Solarparks ist noch recht neu und wenig verbreitet. Solche Beteiligungsmodelle dürften künftig aber eine immer größere Rolle spielen – gerade angesichts steigender Strompreise.

Die größten Solarmodulhersteller der Welt

Platz 9: Hanwha Solar One und REC (Norwegen und Korea)

Das Research-Team des Handelsblatts hat aus Daten von Bloomberg, des Marktforschers IHS und Unternehmensangaben die aktuell zehn größten Solarmodul-Hersteller der Welt ermittelt. Die Liste dürfte vor allem für die Deutschen ernüchternd sein.

Den zehnten Platz teilen sich das koreanische Unternehmen Hanwha Solar und das norwegische Unternehmen REC. Beide verkauften 2012 jeweils Solarmodule mit einem Erzeugungspotenzial von 750 Megawatt.

Platz 8: Sun Power (USA)

Das 1985 im US-amerikanischen Silicon Valley gegründete Unternehmen Sun Power machte im vergangenen Jahr rund 1,9 Milliarden Euro Umsatz und verkaufte Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 850 Megawatt.

Platz 7: Jinko Solar (China)

Auf dem siebten Platz befindet sich das chinesische Unternehmen Jinko Solar. Es setzte 2012 mit Auslieferungen von Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität in Höhe von 900 Megawatt insgesamt 591 Millionen Euro um.

Platz 6: Sharp (Japan)

Zu den großen Gewinnern beim Ranking 2012 gehört Sharp. Das Unternehmen lieferte im vergangen Jahr Solarmodule mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1050 Megawatt aus. 2011 waren es noch 725 MW, was Sharp damals den 16. Platz in der Weltrangliste brachte.

Platz 5: Suntech (China)

Der chinesische Konzern Suntech stürzte mit verkauften Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität von geschätzt 1390 Megawatt vom ersten Platz im Jahr 2011 auf den fünften Platz ab. Im April musste das Unternehmen seine Zahlungsunfähigkeit mitteilen und ist nun offenbar auf der Suche nach einem strategischen Investor.

Platz 4: Canadian Solar (Kanada)

Das Unternehmen Canadian Solar wurde erst im Jahr 2001 im kanadischen Ontario gegründet. Nun befindet es sich bereits auf dem vierten Platz der Weltrangliste. Im Jahr 2012 verkaufte es Solarmodulen mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1550 Megawatt.

Platz 3: Trina Solar (China)

Das chinesische Unternehmen Trina Solar schaffte einen großen Sprung vom fünften Platz 2011 auf den dritten Platz 2012. Im vergangenen Jahr lieferte das Unternehmen Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 1600 Megawatt aus.

Platz 2: First Solar (USA)

Der US-Konzern First Solar belegt unverändert den zweiten Platz in der Weltrangliste der größten Solarmodulhersteller. 2012 lieferte es Produkte mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1800 Megawatt aus.

Platz 1: Yingli Solar (China)

Absolute Weltspitze ist das chinesische Unternehmen Yingli Solar. Der Konzern arbeitete sich von Platz 4 in 2011 hoch mit Auslieferungen von Solarmodulen von 2300 Megawatt im vergangenen Jahr.

Das Engagement lohnt sich vor allem aus Umwelt- und Imagegründen. Nicht zuletzt ist eine gute CO2-Bilanz aber auch für die sogenannten Nachhaltigen Investmentfonds wichtig, die ihr Anlageportfolio danach ausrichten, ob ein Konzern Umweltstandards einhält. „Da können Unternehmen langfristig orientierte, große Anteilseigner gewinnen, sofern sie sich an die Vorgaben halten“, sagt Carsten Herbes, Professor für den Bereich Erneuerbare Energien an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen im Gespräch mit Handelsblatt Online.

Der Clou bei den Mitarbeitermodellen: Die Unternehmen müssen meist nichts weiter tun, als ihre freien Flächen zur Verfügung zu stellen. Das nötige Geld aufzutreiben, die Verwaltung, die Wartung und Instandhaltung sowie die Werbung – all das übernehmen ihre Mitarbeiter, oft in ihrer Freizeit. Deren Lohn wiederum ist ein besseres Gewissen und eine gute Verzinsung ihres Kapitals. Im Vergleich zu anderen Anlageformen ist das Risiko dank der garantierten Einspeisevergütung gering, was den Ertrag besonders attraktiv erscheinen lässt. Im Durchschnitt erhalten die Mitarbeiter rund vier Prozent Rendite auf ihr Kapital, hat der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband ausgerechnet.

Kommentare (9)

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zarakthuul

21.06.2013, 15:45 Uhr

Ob die Rendite ausreicht, um die durch die unsinnigen Solarpaneele erhöhte EEG-Umlage, zu berappen? Aber so weit können Öko-Relidiöse ja nicht rechnen. Kausalitätsketten, die diese Wirkung aufzeigen, werden schlicht ignoriert.

Account gelöscht!

21.06.2013, 16:04 Uhr

Der Artikel beginnt mit: "Etwas für die Umwelt tun will jeder – nur Geld ausgeben will keiner. Ein neuer Trend zeigt einen Ausweg aus dem Dilemma: Mitarbeiter investieren in die Solaranlage auf dem Firmendach. Das Modell könnte Schule machen."

Ist das nicht genial? Alle profitieren, die Umwelt, der Geldbeutel der Mitarbeiter und deren gutes Gewissen. Großartig, oder?

NEIN! Auch diese Solaranlagen sind Geldvernichter! Bezahlt wird dieser völlig überteuerte Strom von uns allen über die EEG-Umlage. Dieses Geld könnte man viel besser für wirklichen Umweltschutz ausgeben oder für uns Menschen (Gesundheitswesen, Bildung etc.)

Wurstbrot

21.06.2013, 16:08 Uhr

Der Witz ist ja gerade, dass man durch lokale Eigenproduktion die Zahlung der EEG-Umlage vermeidet. Damit steigt die EEG-Umlage für alle die keine PV-Anlage auf dem Dach haben, während sich die Betreiber dieser Anlagen der Sozialisierung der Erneuerbarenkosten entziehen. Das gleiche gilt für Netzentgelte und Konzessionsabgaben und Steuern. Firmen und reiche Wohneigentümer sparen sich Geld, während die Kosten bei ärmeren Mietern hängen bleiben. Grid parity und Eigenverbrauch sind Instrumente zur Umverteilung von Lasten von oben nach unten. Schöne neue Energiewelt!

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