Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.06.2014

12:32 Uhr

Mobile Radiologie-Station

MRT-Aufnahmen im Schiffscontainer

In Potsdam ist für den Prototypen einer mobilen Radiologiepraxis die Testphase eingeläutet worden. Eine komplette Praxisausstattung soll in den 14 Schiffscontainern Platz finden. Einen Interessenten gibt es schon.

Die Container der mobilen Radiologiepraxis am Klinikum in Potsdam: Das mobile System soll weltweit zur Patientenversorgung eingesetzt werden. dpa

Die Container der mobilen Radiologiepraxis am Klinikum in Potsdam: Das mobile System soll weltweit zur Patientenversorgung eingesetzt werden.

PotsdamDas Ernst von Bergmann Klinikum in Potsdam testet eine mobile Radiologiepraxis, die weltweit zur Versorgung von Patienten eingesetzt werden soll. In 14 Schiffscontainern könne eine komplette Praxis mit einem Magnetresonanz-Tomographen (MRT) und einem Computer-Tomographen (CT) in schlecht versorgte Regionen gebracht werden, erläuterte Geschäftsführer André Glardon von der Berliner Medneo GmbH am Donnerstag in Potsdam.

In der kommenden Woche wolle sich eine Delegation aus Nigeria den Prototypen in Potsdam anschauen. „Nigeria hat rund 170 Millionen Einwohner, aber dort gibt es weniger Radiologen als in Berlin“, so Glardon.

Ziel sei es, vor Ort mit einer Medizinisch-Technischen Assistenz Bilder anzufertigen und an ein Expertenzentrum in Deutschland zu überspielen, sagte Glardon. Die Spezialisten könnten dann Befunde erstellen und eine Behandlung empfehlen. „Gerade in den Entwicklungs- und Schwellenländern ist geschultes medizinisches Personal knapp“, so Glardon. Das Expertenzentrum könne die Apparate in einem weiteren Schritt so weit fernsteuern, dass die Assistenz nur noch die richtige Lagerung des Patienten und eine Notfallversorgung sicherstellen müsse.

„Tele-Radiologie ist derzeit ein großes Thema“, sagte der Sprecher der Deutschen Röntgengesellschaft, Florian Schneider, zu dem Projekt. „In den USA ist es zum Beispiel möglich, die Bilder von Spezialisten in Indien befunden zu lassen.“

In Deutschland sei die Beziehung zwischen dem Patienten und dem Arzt, der den Befund erstellt, strenger geregelt. Mit Tele-Radiologie würden aber etwa am Uniklinikum Greifswald nachts und an Wochenenden die Befunde zu nahezu allen im Land erstellten Röntgenbildern erstellt.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×