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13.11.2014

15:00 Uhr

Modellprojekt

Depressionen größtes Hemmnis für Langzeitarbeitslose

Häufig sind Depressionen nicht einfach die Folge, sondern schon der Grund für Arbeitslosigkeit. Erst die richtige Behandlung ermöglicht den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt – und genau das testet ein Modellprojekt.

Zwei Drittel der älteren Langzeitarbeitslosen betroffen: Depressionen sind nicht nur Folge von Arbeitslosigkeit, häufig sind sie der Grund dafür. dpa

Zwei Drittel der älteren Langzeitarbeitslosen betroffen: Depressionen sind nicht nur Folge von Arbeitslosigkeit, häufig sind sie der Grund dafür.

Psychische Erkrankungen sind das größte Hemmnis bei der Vermittlung von Langzeitarbeitslosen: Ein Pilotprojekt in Leipzig hat gezeigt, dass rund zwei Drittel der älteren Langzeitarbeitslosen an psychischen Erkrankungen leiden, die bisher nicht erkannt oder nicht optimal behandelt wurden, wie die Stiftung Deutsche Depressionshilfe am Freitag in Leipzig mitteilte. Diese Erkrankungen seien häufig eine wichtige Ursache der Arbeitslosigkeit und verhinderten den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt.

„Viele glauben, dass Langzeitarbeitslose durch die Arbeitslosigkeit psychisch erkranken“, erklärte Ulrich Hegerl, Vorsitzender der Stiftung. Häufig sei es aber genau umgekehrt. Depressionen, aber auch andere psychische Probleme führten erst zu Arbeitslosigkeit und erschwerten den Weg zurück in den Job.

In Leipzig gibt es bereits seit 2011 ein Modellprojekt, das psychische Erkrankungen bei älteren Langzeitarbeitslosen erkennen und ihnen mit einer optimalen Behandlung weiterhelfen soll. Seit Beginn des gemeinsamen Projekts des Jobcenters und der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig wurden 852 Klienten beraten. 66 Prozent davon wiesen mindestens eine psychische Erkrankung auf. Doch nur sechs Prozent wurden optimal behandelt.

Nach der Beratung und Behandlung konnte immerhin jeder vierte Teilnehmer inzwischen wieder eine sozialversicherungspflichtige Arbeit aufnehmen. Das Coaching-Modell soll laut Hegerl nun auch auf andere Städte in Deutschland ausgeweitet werden.

Von

afp

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

13.11.2014, 15:29 Uhr

Wer in diesem sozialistischen Land, regiert von einer diffus nur wahrnehmbaren Einheitspartei trotz allem noch lebt - oder es muß -, der ist halt anfälliger für Depressionen als etwa der Schweizer, Liechtensteiner, Bahama-Bürger oder neuerdings Luxemburger.

Wen kann das wundern?

Herr Niccolo Machiavelli

14.11.2014, 08:49 Uhr

Beides ist richtg:

Arbeitslosigkeit ist in der Tat im Wesentlichen ein psycholgisches Problem. In meiner früheren Arbeit mit Langzeitarbeitslosen stellte ich dies immer wieder fest.

Richtig ist auch er Kommentar: Die Rahmenbedingungen, welche in der sozialistisch dominierten PArteienlandschaft geschaffen werden, machen mutlos. Es ist eine so richtig Spaßbremsenpolitik. Jede Eigeninitiative wird kaputt gemacht. Der Bürger resigniert.

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