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05.09.2013

11:42 Uhr

Monopolkommission

Sondergutachten zur Energiewende

Die Experten der beauftragten Monopolkommission plädieren für einen Systemwechsel. Die Regierung soll den Energieversorgern eine Ökostrom-Quote vorschreiben.

Eine Euro-Münze neben einem Stromstecker: Ein Anstieg der Energiekosten wird immer wahrscheinlicher. dpa

Eine Euro-Münze neben einem Stromstecker: Ein Anstieg der Energiekosten wird immer wahrscheinlicher.

BerlinDie Monopolkommission des Bundes hält die bisherige Ökostrom-Förderung für ineffizient und fordert ein neues System. Die Regierungsberater plädieren in ihrem am Donnerstag vorgestellten Bericht für die Umstellung auf ein sogenanntes Mengenmodell, das auch das Bundeswirtschaftsministerium befürwortet. Danach sollen die Versorger gezwungen werden, einen bestimmten, steigenden prozentualen Anteil von Ökostrom zu verkaufen. Wie sie diesen beschaffen und aus welcher Quelle, soll ihnen selbst überlassen bleiben. Damit werde auch der Wettbewerb zwischen Wind, Wasser oder Solarkraftwerken gefördert, argumentieren die Experten. Derzeit kann Ökostrom ohne Mengenbegrenzung und unabhängig von der Erzeugungsart zu festgelegten Abnahmepreisen ins Netz eingespeist werden.

Das Mengenmodell wird bereits seit längerem von verschiedenen Wissenschaftlern und Politikern verlangt. Allerdings würde dies bedeuten, dass die Versorger wohl fast ausschließlich auf Energieerzeugung aus Wind an Land als der billigsten Ökostrom-Quelle setzen würden. Zudem würde der Strom dann nicht mehr von Kleinunternehmern oder kleinen privaten Investoren geliefert, die kaum Verhandlungsmacht mit den Versorgern haben.

Das Modell trifft daher bei SPD, Grünen und auch überwiegend bei der Union auf Ablehnung. Die FDP will zudem Unterziele für einzelne Ökostrom-Arten im Quotenmodell, beispielsweise für Offshore-Strom. Dieser würde im reinen Quotenmodell keine Chance haben. Die Monopolkommission ist ein unabhängiges, fünfköpfiges Gremium, das Bund, Länder und Kommunen in Fragen des Wettbewerbs berät.

Von

rtr

Kommentare (10)

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HofmannM

05.09.2013, 07:44 Uhr

Was soll denn das wieder für eine irrsinnige Kommision sein...Monopolkommission nennt sich so etwas?!
Das ist eine Kommission zur Einfürhung und Instalierung einer Energie-Planwirtschaft ala DDR!
EEG abschaffen und endlich die freie Marktwirtschaft einer freien Gesellschaft von freien Anbietern und freien Nachfragern einführen. Jetzt sofort. Danke!
Dazu gehört es ALLE Energieerzeugerformen mit einzubeziehen. Auch die Kernkraft!
Diese Monopolkommission will doch nur die sog. Erneuerbaren Energien weiterhin am Markt per Zwangssubventionierung/Bürgerbelastungen halten!
Diese Monopolkommission will hier das EEG durch ein anderes kostentreibendes Energiegesetz ersetzen. Das ist ausbeute am deutschen Bürger und vernichtet den industriebasierenden Wohlstand in Deutschland weiter.
ALLE Erzeugungsarten (Kohle, Gas, Uran, Wasser, EE) sind ökologisch Vertretbar! Da braucht es kein weiters Bevorzugungs und Bevormundungs Gesetz einer ökosozialistischen Ideologiewelt für die sog. Erneuerbaren Energien!
EEG abschaffen und die Marktwirtschaft wieder in der Energiewirtschaft einführen. Danke!

vandale

05.09.2013, 08:36 Uhr

Aufgrund der geringen Energiedichte von Wind und Sonneneinstrahlung ist die Erzeugung von Wind- und Solarstrom teuer. Der Strom fällt entsprechend den Launen des Wetters an und ist wertlos. Das bedeutet, es bedarf hinreichender Subventionen um solchen Strom zu erzeugen, egal welches System man wählt.

Wenn man den Versorgern eine allgemeine Oekostromquote vorschreibt werden diese sinnvollerweise formal den gesamten Wasserkraftstrom aus Skandinavien und dem Alpenraum aufkaufen. Real wird in Deutschland nach wie vor Kohlestrom genutzt.

Man könnte auch eine Solarstromquote dekretieren. In Spanien hatten viele Solaranlagenbesitzer ein wenig gemogelt und auch nachts Netzstrom als hoch subventionierten Solarstrom eingespeist. Ich wäre erstaunt wenn nicht Unternehmen in Gr, Ro...in der Lage wären sich dies zu nutze zu machen.

Deshalb wird man die Regeln so gestalten, dass die Versorger den wertlosen Zufallsstrom aus Deutschen Windmühlen und Solaranlagen kaufen müssen. Wo dann die Kostenersparnisse herkommen sollen, ist mir rätselhaft.

Vandale

Account gelöscht!

05.09.2013, 08:42 Uhr

Die Idee, dass die Versorger eine Quote von Enerneuerbaren Energien erfüllen müssen, wäre spannend. Die heutigen Öko-Versorger wie Lichtblick haben ja nach eigenen Angaben ein Quote von 100% Ökostrom. Allerdings kaufen die Ökostrom-Versorger einfach Grüne Zertifikate von ausländischen Produzenten (z.B. von norwegischen Wasserkraftwerken) und lassen sich vom TUEV bestätigen, dass in Norwegen wirklich Wasserkraft zum Einsatz kommt und die Zertifikate nicht doppelt verkauft werden. Damit wird der Strom in Deutschland aber kein bisschen grüner, d.h. der deutsche Öko-Liebhaber wird einfach betrogen.

Quoten machen so wenig Sinn wie Planwirtschaft oder ausufernde Subventionen.

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