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06.08.2013

10:31 Uhr

Mythen der Energiewende

Zwischen Tabula rasa und Stellschrauben

Die Energiewirtschaft schmeißt den Lobbymotor an, die Politik sucht nach dem goldenen Schlüssel. Es geht um Gelingen oder Scheitern der Energiewende, den Kampf gegen zu hohe Strompreise und wer die Geschäfte macht.

Eine Solaranlage bei Kleinulkow in der Nähe von Genthin (Sachsen-Anhalt): Der Zubau von fast 7500 Megawatt an neuen Anlagen im Jahr 2010 belastet die Strompreise mit 2,2 Milliarden Euro im Jahr 2013. dpa

Eine Solaranlage bei Kleinulkow in der Nähe von Genthin (Sachsen-Anhalt): Der Zubau von fast 7500 Megawatt an neuen Anlagen im Jahr 2010 belastet die Strompreise mit 2,2 Milliarden Euro im Jahr 2013.

BerlinIn wenigen Wochen ist es wieder soweit. Es wird bereits fleißig gerechnet, kurz vor der Wahl wird die Hiobsbotschaft durchsickern. Die Ökostrom-Umlage wird noch einmal kräftig steigen – und damit auch die Strompreise. Denn diese Energiewendekosten zur Förderung von Wind- und Solarparks werden direkt in die Strompreise einberechnet. Alle fordern die Riesen-Reform, es gibt den Ruf nach einem Energieministerium und einer Art Energiewende 2.0. Aber wie die Reform eigentlich aussehen soll, weiß bisher keiner so recht.

Hinter den Kulissen laufen die Überlegungen auf Hochtouren. „Wir liegen jetzt nicht bis zur Bundestagswahl in der Hängematte“, betont Franzjosef Schafhausen, Leiter der Unterabteilung „Energiewende“ im Bundesumweltministerium. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will ein Reformpaket schnüren - als erstes großes Projekt, wenn sie an der Macht bleibt. Aber die Verhandlungen über eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) haben eines gezeigt: Die Konfliktlinien laufen quer durch die Parteien, daher scheiterten auch stärkere Einschnitte bei der Solarförderung. Zudem verfolgt jedes Bundesland eine eigene Agenda.

Das Ergebnis beim Thema Solar: Allein der Zubau von fast 7500 Megawatt an neuen Anlagen im Jahr 2010 belastet die Strompreise mit 2,2 Milliarden Euro in diesem Jahr. Da die zum Anschlussstichtag einer Anlage gültige Vergütung auf 20 Jahre garantiert für jede Kilowattstunde gezahlt wird, könnten nur die 2010er-Anlagen am Ende über 35 Milliarden Euro kosten. Zu zahlen über die Strompreise.

Hier fängt die Desillusionierung an bei denen, die auf den radikalen Schnitt hoffen. Alle bisher zugesagten Vergütungen können nicht rückwirkend gekappt werden, es gilt der Bestandsschutz. Über 90 Prozent der Ökostrom-Umlage von insgesamt 20,3 Milliarden Euro in diesem Jahr entfällt auf bestehende Windräder, Solarparks, Biogasanlagen und Wasserkraftwerke. Allerdings muss auch bedacht werden: Auch Kohle- und Atomstrom erhielten viele Milliarden an Subventionen - und hier fallen anders bei Ökostrom teure Folgekosten durch Umweltschäden und die Atommüllentsorgung an.

Bei Solar gibt es inzwischen automatische Förderkürzungen - und bei 52.000 Megawatt installierter Leistung werden keine neuen Anlagen mehr gefördert. Das wird laut Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) 2017 oder 2018 erreicht sein. „Das macht den Kohl auch nicht mehr fett“, meint der Energieexperte Holger Krawinkel von der Verbraucherzentrale Bundesverband. Auch bei Biomasse sieht er das Potenzial ohnehin erschöpft. Eine EEG-Reform müsse und könne sich daher nur um das Thema Wind kümmern, sagt er.

Kommentare (8)

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HofmannM

06.08.2013, 13:57 Uhr

Die Energiewende auf Basis eines perfiden und asozialen EEG ist für die deutsche Gesellschaft ein Rückschritt in eine neue Mangelwirtschaft und damit geht der Wohlstandsverlust für die breite deutsche Bürgerschaft umher!
Schaft endlich dieses perfide und asoziale EEG ab! Danke!
Weltweit ist ein Kraftwerkmixpark das umweltschonenste, das wirtschaftlichste, das technisch sinnvollste und für den Bürger das bezahlbareste Energieversorugungssystem. Und auf diesen Kraftwerkmixpark aus Kohle, Gas und Uran können wir Deutschen verdammt STOLZ sein!
Mit der Energiewende und den sog. Erneuerbaren Energien auf Basis eines Zwangs-Subventions-Gesetz EEG ist dieser Stolz zu nichte gemacht worden. Und die Vernunft und der Verstand sind mit der Energiewende und dem Glauben an ein menschengemachtes CO2-Klimawandelmärchen aus der deutschen Politik ausgewandert. Die etablierten Bundestagsparteien setzen auf den Glauben einer ökosozialistischen Energie-Wende-Politik. Damit wird der Fortschritt und der Wohlstand in Deutschland auf NULL gesetzt!
Zum Schaden des deutschen Volk.
Darum wird es Zeit einen Wechsel herbei zu wählen. Die AfD bietet diese Alternative! Danke!

frozen

06.08.2013, 14:02 Uhr

Es wird sicherlich viele Möglichkeiten geben die Erneuerbaren ins Stromnetz zu integrieren. Wir sind ja erste bei 25% angelangt. Noch sind keine Speicher notwendig. In einigen Jahren allerdings, wenn wir bei 40% Erneuerbare und mehr angelangt sind, müssen wir unsere Netze dementsprechend anpassen und auch viele kleine und große Speicher bauen. Wie gesagt, es gibt viele Möglichkeiten, um unsere Stromversorgung von der momentanen, total veralteten, schmutzigen und sinnlos Rohstoffe verbrennenden Kraftwerksstruktur zu befreien. Wir haben immer noch viel zu viel Kohle und Atomstrom im Netz. Wenn wir alle Kosten diesen Erzeugern zurechnen, zahlen wir einen viel zu hohen Preis! Die Ära der Stromerzeugung mit Verbrennungsprozess geht dem Ende zu. Wir können auch Strom erzeugen, ohne etwas zu verbrennen. Das einzige, das wir in diesem Jahrhundert noch verbrennen werden, ist unser selbst erzeugtes Methan!
Freut euch! Wir werden die Wende erleben!

vandale

06.08.2013, 14:31 Uhr

Die Kosten der "Energiewende" erschöpfen sich nicht in der EEG Umlage von über 20 Mrd. € 2013, Hinzu kommen Kosten für den Netzausbau, 1% KfW Darlehen, EKF Fonds, etc. ca. 30 Mrd.€ mit rasant steigender Tendenz. In den kommenden Jahren wird man die Kraftwerkskapazitäten vergüten müssen, z.B. 10 Mrd. €/Jahr.

Pumpspeicherwerke konnten mit den Tag-Nacht Zyklen zu ca. 20% Vollast ausgelastet werden. Mit der beliebig erfolgenden Einspeisung umweltschädlicher Windmühlen ist die Auslastung stark gesunken. Einige PSP sind nicht mehr rentabel. Sofern man die Speicherung des umweltschädlichen Oekostroms anstrebt, bedarf es weiterer Anreize (Subventionen).

Wenn man eine Stromversorgung auf ökoreligiösen Visionen aufbaut, die bewusst die Realitäten von Technik und Wirtschaft ignorieren, ist das eben nicht ganz umsonst.
Sofern man die "Energiewende" weiter betreiben möchte, bedarf es einer sehr durch einen Atomstrahlenglauben, Waldsterben und CO2 Klimahöllen verängstigten Bevölkerung die die Lasten dieser Religion zu tragen bereit ist.

Vandale

PS: Erfrischend ist der Hinweis des Journalisten auf "Subventionen" für konventionelle Energie, Atomkraft.

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