Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.12.2013

11:01 Uhr

Nach Fukushima-Katastrophe

Japan hält vorerst an Atomenergie fest

In Folge der Atomkatastrophe von Fukushima sind in Japan derzeit alle Reaktoren aus Sicherheitsgründen abgeschaltet. Ganz auf Atomkraft verzichten will die drittgrößte Volkswirtschaft aber nicht.

Das Atomkraftwerk Tomari des japanischen Energieversorgers Hokkaido Electric Power: Festhalten an der Kernenergie. dpa

Das Atomkraftwerk Tomari des japanischen Energieversorgers Hokkaido Electric Power: Festhalten an der Kernenergie.

TokioUngeachtet der Atomkatastrophe von Fukushima will Japan vorerst an der Kernenergie festhalten. Die laufenden Beratungen eines mit der Ausarbeitung eines langfristigen Energieplans befassten Regierungsausschusses steuerten auf die Erkenntnis zu, dass Atomenergie eine wichtige Stromquelle sei und weiter genutzt werden sollte, sagte Industrieminister Toshimitsu Motegi am Freitag. Der Ausschuss werde seinen Entwurf vermutlich Mitte des Monats vorlegen. Das Kabinett will im Januar darüber beschließen. Ministerpräsident Shinzo Abe hatte deutlich gemacht, den von der Vorgängerregierung anvisierten Atomausstieg für hinfällig zu erklären.

Vor der Atomkatastrophe in Fukushima in Folge des schweren Erdbebens und Tsunamis vom 11. März 2011 deckte die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt rund ein Drittel ihres Strombedarfs mit Atomkraftwerken ab. Derzeit sind sämtliche AKW aus Sicherheits- und Wartungsgründen abgeschaltet. Zum Ausgleich wurden Wärmekraftwerke hochgefahren, weswegen Japan für viel Geld Gas, Öl und Kohle importieren muss. Vor diesem Hintergrund hatte Japan kürzlich sein Ziel, den CO2-Ausstoß um 25 Prozent unter den Wert von 1990 zu senken, über Bord geworfen. Umweltschützer übten scharfe Kritik.

Nun soll der Ausstoß bis 2020 um 3,8 Prozent unter das Niveau von 2005 gedrückt werden. Damit würde der Ausstoß von Treibhausgasen gegenüber 1990 sogar um drei Prozent steigen. Experten erwarten, dass Japans Stromversorgung auch zukünftig auf einem Mix aus Atomkraft, fossilen Energieträgern sowie erneuerbaren Energien basieren wird.

Welchen Anteil die Atomkraft dabei künftig spielen wird, sei derzeit jedoch schwer zu sagen, sagte Motegi. Am Versprechen seiner Regierung, die Abhängigkeit von der Atomkraft zu senken, habe sich aber nichts geändert. Bevor Atomreaktoren in Japan wieder hochgefahren werden können, müssen sie neue verschärfte Sicherheitsauflagen erfüllen.

Von

dpa

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

HofmannM

06.12.2013, 12:45 Uhr

Nicht nur Japan baut weiterhin auf die sichere und kostengünstige Kernkraftversorgung, sondern auch England, China, Indien, Russland, Brasilien, Finnland, Frankreich, Schweiz, Bulgarien, Tschechien, Spanien, USA, Türkei, Argentinien usw.usw. Um nur einige zu nennen. Einzig und Alleine Deutschland ist dem Kernkraft-Ausstiegs-Wahn verfallen. Obwohl Deutschland die sichersten, effektivsten und kostengünstigsten Kernkraftwerke der Welt hat. Und diese Kernkraftwerke hätten uns deutschen Stromendkunden fürdie Zukunft sehr billigen Strom geliefert. Aber so setzen die Deutshen Politiker lieber auf die teure luxusvariante von unzuverslässigen Enerigeträger Sonne/Wind mit steigen Stromkosten!

loco

06.12.2013, 13:18 Uhr

@ HofmannM
Was ist bei 2 neue Atomkraftwerke die in England ca. 2023 ans Netz gehen sollen und ca. 11 cent/kWh + Inflationsausgleich über 35 Jahre bekommen, günstig? Die Atommüllentsorgung (Lagerung) sowie eine entsprechende Haftpflichtversicherung ist nicht eingepreist!

HofmannM

06.12.2013, 13:57 Uhr

@loco
Das gut daran ist, dass in die Kernkraftenergie investiert wird und das auf einer wirschaftlichen Marktbasis! Die sog. Erneuerbaren Energien werden keine Investoren mehr finden, weil diese Stromerzeugung, durch die Launen der Natur und der Dauersubventionsabhängigkeit keine Zukunft hat und nie hatte! Polen wird seine Zukunft in der Kernkraft haben und Finnland baut auch weiter an der Kernkraft. Frankreich erneuert seinen Kernkraftpark und Deutschland setzt weiter auf die Mittelaltertechnik von Wind und Sonne! Einfach nur armselig und mangelhaft!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×