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07.11.2013

10:40 Uhr

Netzbetreiber gegen den Blackout

Ohne Leitungen kein Strom

Bislang ist es zu den befürchteten flächendeckenden Blackouts nicht gekommen. Doch damit das so bleibt, müssen die Netzbetreiber immer mehr Aufwand betreiben. Die Probleme begegnen ihnen dabei gleich im Doppelpack.

Stromautobahnen durch Deutschland: Das Abschalten der Atomkraftwerke muss aufgefangen werden. dpa

Stromautobahnen durch Deutschland: Das Abschalten der Atomkraftwerke muss aufgefangen werden.

Es ist nur noch eine Frage von wenigen Jahren. 17 Kernkraftwerke sind vom beschleunigten Atomausstieg nach Fukushima betroffen. Acht davon mussten unmittelbar vom Netz, die anderen neun werden bis 2022 schrittweise folgen. Besonders eine dieser Anlagen bereitet der Bundesnetzagentur Kopfzerbrechen: Grafenrheinfeld in Franken, südlich von Schweinfurt. "Was passiert im Winter 2015/16, wenn das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld vom Netz geht und die Strombrücke durch Thüringen bis dahin nicht fertig wird?", fragt der Präsident der Bundesnetzagentur Jochen Homann.

Noch liefert Grafenrheinfeld Strom für bayerische Unternehmen. Wenn der Reaktor abgeschaltet wird, müssen sie auf anderem Wege versorgt werden. Gewährleisten soll das die neue Trasse durch Thüringen, die Windstrom aus dem Norden in die süddeutschen Industriezentren liefert.

Zweifel daran, dass die Stromtrasse noch rechtzeitig in Betrieb geht, sind berechtigt. Schon vor zehn Jahren begann die Planung. Die Umsetzung aber hat sich immer wieder verzögert - auch weil es in Thüringen Widerstand auf lokaler Ebene gab. Allein drei Jahre stand das Projekt still, weil das Raumordnungsverfahren dort nicht abgeschlossen war. Die Bayern dagegen waren längst so weit.

Das Beispiel Grafenrheinfeld verdeutlicht gleich drei Probleme der Energiewende. Erstens: Um das Netz zu stabilisieren, sind neue Leitungen nötig. Zweitens: Die Atomkraftwerke müssen nicht nur ersetzt werden, der Strom muss auch besser verteilt werden. Und drittens: Bei aller Begeisterung für die Energiewende - wenn es darum geht, neue Leitungen zu bauen, stellen sich Bürgerinitiativen allzu häufig quer.

Zwar ist es zu den befürchteten flächendeckenden Blackouts bislang nicht gekommen. Die Netzbetreiber müssen aber immer mehr Aufwand betreiben, damit das auch künftig so bleibt. Das Unternehmen Tennet etwa, das eines der vier Übertragungsnetze betreibt, musste 2012 knapp 1000-mal eingreifen, um kritische Situationen abzufangen. Das heißt: Kraftwerksbetreiber anweisen, ihre Anlagen zu drosseln. Oder Pumpspeicheranlagen anwerfen. 2010 - also vor der Energiewende - waren es gerade einmal 290 Eingriffe. Netzagentur-Präsident Homann drängt deshalb zu einem beschleunigten Ausbau der Stromtrassen. "Dem Netzausbau gehört mehr Aufmerksamkeit", sagte er jüngst.

Kommentare (32)

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HofmannM

07.11.2013, 10:56 Uhr

Die Bürger durften doch noch NIE über die Energiewende abstimmen! Den Bürger wurden Traumwelten von Grünerenergie aufgetischt und die Medien und die Politik glauben immer noch an diese Traumwelt vom Ökostrom (grüne Energie). Dabei ist die Energiewende/EEG nichts anderes große Abzocke am deutschen Bürger und hat zur Folge, dass das energetische Leben in Deutschland immer mehr zu Luxus wird. EEG/Energiewende = Armut und Mangel!

vandale

07.11.2013, 11:10 Uhr

Die Gesamtkosten eines Netzausbaus für "Erneuerbare Energien", Höchstspannungsnetz, Mittelspannungsnetz, Niederspannungsnetz wurde auch schon auf 100 Mrd. € geschätzt.

Eine umweltschädliche Windmühle speist entsprechend der Launen des Wetters zwischen 0 und Nennleistung ein, im Mittel 15,5% der Nennleistung. Das bedeutet, eine Windstromerzeugung bedarf einer 7-fachen Ueberdimensionierung der Leitungen. Solaranlagen speisen durchschnittlich 9% der Nennleistung ein.

Des weiteren klaffen Stromangebot und Nachfrage häufig örtlich um einige 100 Km auseinander.

So bedarf es eines sehr teuren Netzes um den umweltschädlichen Strom nutzbar zu machen.

Ein anderes Thema ist die Frequenzstabilität die durch die umweltschädlichen Solaranlagen etc. nicht gewährleistet werden kann.

Eine Religion hat eben ihren Preis.

Vandale

Account gelöscht!

07.11.2013, 11:15 Uhr

Was waren wir damals froh als die Oberleitungen endlich eingebuddelt wurden. Nur plant man wieder tausende km an Überlandleitungen. Einmal abgesehen von der Optik, die dieses Unternehmen mit sich bringt, denke mal einmal an die Anfälligkeit von solchen Leitungen. Bei jedem starken Schneefall im Winter muss man beten, das die Leitungen halten, bei jedem Sturm genau so. Und das soll Fortschritt sein?

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