Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.09.2013

16:35 Uhr

Neue Therapieansätze

Rheuma-Arzneien für Kinder scheitern an Zulassung

Kindern mit Rheuma kann heute viel besser geholfen werden als noch vor zehn Jahren. Aber der Einsatz der neuen Medikamente ist für Ärzte nicht unproblematisch. Deswegen müssen sie weniger wirksame Mittel einsetzen.

Ein rheumakrankes Mädchen im Arm seiner Mutter: Experten fordern Einsatz von Medikamenten ohne direkte Zulassung für Kinder. dpa

Ein rheumakrankes Mädchen im Arm seiner Mutter: Experten fordern Einsatz von Medikamenten ohne direkte Zulassung für Kinder.

BerlinViele Kinder mit Rheuma benötigen nach Ansicht von Experten dringend Medikamente, die für ihre spezielle Erkrankung gar nicht zugelassen sind. Dieser sogenannte Off-Label-Gebrauch sei aber oft sehr schwierig umzusetzen, denn die Krankenkassen könnten von den Ärzten dann eine Rückzahlung einfordern, betonten Experten in Berlin im Vorfeld des 41. Rheuma-Kongresses (Mannheim/Heidelberg). Etwa die Hälfte der Rheuma-Mittel sei für Kinder nicht zugelassen, schätzt Hanns-Jochen Lorenz von der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie.

„Besonders eklatant ist die Situation von Kindern und Jugendlichen mit rheumatischen Augenerkrankungen“, sagte der Professor. Den Kindern drohe die Erblindung, aber es sei für sie kein einziges immunsuppressives Medikament zugelassen. Kassen sollten den Off-Label-Einsatz deshalb großzügiger handhaben. Derzeit werde beispielsweise ein zugelassenes, teures Antikörper-Medikament verschrieben. „Aber seine Wirkung schwächt sich ab, wenn es nicht mit einem Off-Label-Medikament kombiniert wird.“

Als Erfolg der modernen, vom Schmerz befreienden Therapien bewerten die Experten, dass Sport für Kinder mit Rheuma kein Tabu mehr sein muss. Etwa 20.000 Kinder in Deutschland leiden an Juveniler Idiopathischer Arthritis (JIA). „Um bleibende Gelenkschäden zu verhindern, haben Ärzte ihnen früher meist davon abgeraten, sich sportlich zu betätigen“, sagte Kongresspräsident Jürgen Grulich-Henn. Neuen Daten zufolge könne Sport die Krankheitsaktivität jedoch sogar reduzieren – und auch die Lebensqualität der Kinder werde besser.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×