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03.11.2014

09:47 Uhr

Neuer Weltklimabericht

Es ist immer noch fünf vor zwölf

Der Klimawandel ist da - und Experten zufolge durch Menschen verursacht. Alles schon bekannt? Im neuen Weltklimabericht malen die Forscher ein ähnlich bedrohliches Szenario wie 2007. Machen die Warnrufe noch Eindruck auf die Politik?

Globale Erwärmung: Wissenschaftler malen ein bedrohliches Szenario. dpa

Globale Erwärmung: Wissenschaftler malen ein bedrohliches Szenario.

In dicken weißen Brocken schmelzen auf dem Platz vor dem historischen Kopenhagener Rathaus seit Sonntag hundert Tonnen Eis. Die zwölf Eisklötze aus einem Fjord vor der grönländischen Hauptstadt Nuuk sind kreisrund angeordnet wie die goldene Rathausuhr. Die Klimawandel-Uhr tickt, soll die Installation „Icewatch“ des dänisch-isländischen Künstlers Olafur Eliasson dem Betrachter sagen, während der Weltklimarat ganz in der Nähe über seinen großen Sachstandsbericht berät. Es sei fünf vor zwölf, warnen die Experten.

Fünf vor zwölf war es allerdings auch schon 2009, als sich mehr als hundert Regierungschefs in Kopenhagen zu Klimaverhandlungen trafen. Mit seinem 4. Report hatte der UN-Klimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) ihnen zwei Jahre zuvor eine schockierende Lektüre in die Hand gedrückt: deutlich höhere Temperaturen bis 2100, Anstieg des Meeresspiegels - und kaum noch Zweifel, dass der Mensch die Schuld am Klimawandel trägt.

Trotz der alarmierenden Prognosen wurde der Klimagipfel zur Enttäuschung. Die Politiker wurden sich nicht einig. Doch die Welt war wachgerüttelt, der Klimaschutz stand plötzlich in vielen Ländern viel stärker auf der Agenda. Jetzt hat der IPCC nachgelegt: Seit September 2013 ist sein 5. großer Klimabericht in drei Teilen erschienen.

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Darin malen die Wissenschaftler das bedrohliche Szenario mit präziseren Pinselstrichen - auf Basis der neuesten Forschung. „Im Wesentlichen bestätigen sie das, was sie vorher gesagt haben. Es ist noch einmal sicherer geworden“, urteilt Hans von Storch, Leiter des Instituts für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum.

Der neue Klimabericht, an dessen Zusammenfassung Wissenschaftler und Regierungsvertreter in dieser Woche feilten, sei zwar politisch nützlich. Er mache auf die Mächtigen aber wohl keinen Eindruck wie frühere Berichte. „Die Botschaft ist nicht mehr so furchtbar aufregend“, meint von Storch. „Da verlangt man von der Klimaforschung auch zu viel. Sie kann ja nicht immer neues Öl ins Feuer gießen.“

Dass der Mensch mit der Emission von Treibhausgasen das Klima verändert - darüber sind sich die Forscher inzwischen weitgehend einig. Darüber wie der Wandel gebremst werden soll muss sich nun die Politik bei der Weltklimakonferenz 2015 in Paris einig werden.

„Der Klimawandel passiert schneller und deutlicher als gedacht“

Der neue Bericht, dessen zusammenfassenden „Synthesis Report“ die Forscher nun nach einer Woche Diskussion um den genauen Wortlaut an diesem Sonntag (2. November) vorstellen, hat den Kampf gegen den Klimawandel trotzdem vorangebracht, meint Stephan Singer von der Umweltorganisation WWF (World Wide Fund For Nature). Er habe nicht nur „Klimaskeptiker in die Schranken gewiesen“, sondern etwa in Sachen Eisschmelze in der Arktis gezeigt: „Der Klimawandel passiert schneller und deutlicher als gedacht.“ Aber macht ein neuer Bericht in sechs, sieben Jahren mit ähnlichem Tenor noch Sinn?

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Der IPCC berät gerade in einer „Task Force“ darüber, wie seine Arbeit künftig aussehen soll. Auch weil der Chef des Weltklimarats, der indische Ingenieur und unermüdliche Klima-Kämpfer Rajendra Pachauri, nach dem 5. Report seinen Hut nimmt, ist der Bericht ein Einschnitt. Dass der IPCC sich neu organisieren muss, ist also klar. In der ersten Jahreshälfte 2015 soll ein Plan stehen.

Von Storch plädiert in Zukunft für Wissensberichte, die regional angefertigt werden: „Das hat den Vorteil, dass diese Berichte viel mehr Kompetenz in der Einschätzung der Gegebenheiten vor Ort haben“, sagt der Klimaforscher. „Die Fragen globaler Art sollte der IPCC weiter übernehmen.“

Wenn es nach dem WWF-Experten Singer geht, muss der Weltklimarat bis zum nächsten Bericht präsenter bleiben, um politisch relevant zu sein. Sonst komme „alle fünf bis sieben Jahre ein Hype, und dann geht es in den Keller“, sagt der Umweltschützer. „Da muss man sich überlegen, wie man das Wasser heiß hält.“

Von

dpa

Kommentare (5)

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Herr Franz Paul

03.11.2014, 11:59 Uhr

Rajendra Pachauri? Das ist doch der, dessen tolles "Institut" mal ausgerechnet hatte, daß in 35 Jahren ALLE Gletscher dieser Welt abgeschmolzen sein sollen. Ein paar wirklich schlaue Köpfe hatten dann mal nachgerechnet, dass es (nach seinem EIGENEN Rechenmodell, was ja auch nur eine Theorie darstellt) 350 JAHRE sein müssten. Erlärung seines "Instituts": Da muss ein Praktikant einen Fehler gemacht haben. Hauptsache, der "Bericht" hat ein paar Millionen gekostet. Hauptsache, Al Gore hat einen Nobelpreis bekommen. Keine seiner Prognosen ist eingetreten. Und, übrigens, unsere Alpen waren vor 5000 Jahre auch komplett eisfrei. Deutscher Michel, lass dich ruhig weiter verarschen, zahl und halt die Klappe.

Herr Tom Schmidt

03.11.2014, 13:56 Uhr

Wenigstens ist die Aussage, dass, wenn das hier propagierte Modell stimmt, man den Ausstoss von Treibhausgasen eben wieder auf 0 zurückfahren muss, um ihn zu verhindern mal konsequent. Früher wollte man dann oft nur den weiteren Anstieg der Emission begrenzen.

Als nächstes sollte man aber damit aufhören zu glauben, dass in einem solchen Forum Wissenschaft gemacht wird. Da sind 5 bis 10 Leute (oder Institute) beschäftigt, die Botschaft so zusammenfassen, wie die oberen das haben wollen. Glaubt wirklich jemand, dass sich da jemand hinsetzt und 30000 Publikationen geschweige denn nur durchliest (vom kontrollieren wollen wir gar nicht reden). Wenigstens ist es deutlich, dass die Interviewten direkt neue Mittel für ihr Forschungsgebiet fordern... ;-)

Account gelöscht!

03.11.2014, 13:56 Uhr

Die entscheidende Widerlegung des Klimaalarms ist die tatsächliche Entwicklung der Temperaturen auf der Erde. Seit 17 Jahren ist kein Anstieg zu verzeichnen, obwohl die CO2-Konzentration deutlich zugenommen hat. Keiner der IPCC-Alarmrufe und Szenarien hat dies vorhergesehen.

Die Erde willt sich einfach nicht an die Computerspiele der Klimaalarmisten halten. Wären die IPCC-Wissenschaftler ordentliche Wissenschaftler, müßten sie angesichts dieser unbestreitbaren Fakten anfangen, ihre Theorien und Modelle kritisch zu überprüfen. Offenbar geschieht das nicht.

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