Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.03.2014

09:54 Uhr

Neues Verfahren

Erdgas-Umwandlung wird massiv günstiger

Amerikanische Wissenschaftler haben einen Weg gefunden, Erdgas schon bei 180 Grad zu raffinieren - das macht die Umwandlung günstiger. Für die Wirtschaft könnte Erdgas dadurch an Bedeutung gewinnen.

Erdgasleitung: Ein neues Verfahren könnte dem Rohstoff zu mehr Bedeutung verhelfen. dpa

Erdgasleitung: Ein neues Verfahren könnte dem Rohstoff zu mehr Bedeutung verhelfen.

La JollaMit einem neuen Verfahren lassen sich aus Erdgas wesentlich günstiger als bisher Treibstoff oder Chemikalien herstellen. Forscher am Scripps Research Institute in La Jolla (USA) haben einen Katalysator gefunden, mit dem Erdgas schon bei 180 Grad Celsius statt wie bisher bei weit über 500 Grad umgewandelt werden kann. Sie berichten darüber im Fachjournal „Science“. Das Verfahren könnte die Rohstoff-Industrie nach Einschätzung des Institutes grundlegend verändern: Erdgas könnte im Vergleich zu Erdöl an Bedeutung für die Wirtschaft gewinnen.

Erdgas besteht zum größten Teil aus Methan, Ethan und Propan. Die Forscher setzten Blei- und Thallium-Salze als Katalysatoren ein, mit denen sie die Gase auch bei niedrigen Temperaturen in Alkohole umwandeln konnten. Diese sind als Flüssigkeiten viel einfacher zu transportieren und zu verarbeiten. Die Katalysatoren sind günstig zu produzieren, Bleisalze zum Beispiel werden auch bei der Herstellung von Streichhölzern verwendet.

Ein weiterer Vorteil des Verfahrens: Das Erdgas muss nicht erst in seine einzelnen Bestandteile zerlegt werden. Die Forscher konnten die Gase Methan, Ethan und Propan auch als Gemisch in die entsprechenden Alkohole umwandeln - und sparen so einen Zwischenschritt bei der Weiterverarbeitung. „Das schafft das Potenzial, Treibstoffe und Chemikalien zu außergewöhnlich geringeren Kosten zu produzieren“, sagte Studienautor Roy Periana.

Die USA, in denen auch das umstrittene Fracking-Verfahren eingesetzt wird, gelten als wichtigster Erdgas-Förderer. Alleine 2012 waren es nach einer Studie des Rohstoffkonzerns BP über 680 Milliarden Kubikmeter Erdgas - rund 20 Prozent der weltweit geförderten Menge.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

14.03.2014, 11:04 Uhr

"Bleisalze zum Beispiel werden auch bei der Herstellung von Streichhölzern verwendet."
---
Bitte erst recherchieren, bevor man schreibt!
Bleiverbindung spielen bei Streichhölzern aufgrund ihrer hohen bis extremen Toxizität keine Rolle (Nur vor fast 180 Jahren experimentierte János Irinyi mal mit Bleidioxid).
Normale Sicherheitshölzer enthalten Antimonsulfid und Kaliumchlorat im Zündholzkopf und roten Phosphor plus Glaspulver in der Reibfläche jeweil plus Bindemittel. Ein Katalysator ist für moderne Zündmischungen überhaupt nicht nötig.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×