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04.11.2013

17:25 Uhr

Niederlande

Skandalarzt weist Vorwürfe zurück

Wegen absichtlicher Fehldiagnosen steht in den Niederlanden ein Arzt vor Gericht. Er soll bei Patienten schwere Krankheiten wie Alzheimer festgestellt und falsch behandelt haben. Der Mediziner weist die Vorwürfe zurück.

Strafprozess in den Niederlanden: Ein Neurologe soll Patienten absichtlich Fehldiagnosen gestellt haben. dpa

Strafprozess in den Niederlanden: Ein Neurologe soll Patienten absichtlich Fehldiagnosen gestellt haben.

AlmeloDer niederländische Skandalmediziner Ernst Jansen hat den Vorwurf zurückgewiesen, bewusst schwere ärztliche Fehler gemacht zu haben. Er habe als Arzt gut funktioniert, sagte der ehemalige Neurologe am ersten Tag seines Strafprozesses am Montag in Almelo. Die Anklage wirft dem 68-Jährigen vor, bei Dutzenden Patienten Fehldiagnosen gestellt zu haben. Bis Anfang 2013 hatte Jansen auch in mehreren deutschen Kliniken gearbeitet.

Nach seiner Entlassung 2004 aus dem Krankenhaus im niederländischen Enschede hatte der Angeklagte unter anderem in Worms und Heilbronn praktiziert. In Worms wurde Anklage erhoben, nachdem eine Frau nach einer Rückenmarkpunktion gestorben war. Mögliche deutsche Fälle werden in dem jetzigen Prozess aber nicht behandelt.

„Mein Beruf ist mein Leben“, betonte Jansen - gekleidet in Tweedjackett und gelben Schlips - im Beisein von zahlreichen ehemaligen Patienten. Er räumte aber andere Fehler ein, wie den Diebstahl und Fälschung von Rezepten seiner Kollegen und die Veruntreuung von 88.000 Euro. Er sei ein Opfer einer Arzneimittel-Abhängigkeit geworden, sagte er. „Wegen meiner Sucht bin ich vom Weg abgekommen.“

Die Anklage hatte neun Fälle für den Prozess ausgewählt, der als größter medizinischer Strafprozess der Geschichte der Niederlande gilt. Zwischen den 90er Jahren bis 2003 soll er bei den Patienten absichtlich unheilbare Krankheiten wie Alzheimer festgestellt haben, obwohl dies nicht stimmte.

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