Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.07.2013

06:00 Uhr

Öffentlicher Dienst

Proteste gegen Entlassungen in Griechenland

Wenige Tage vor dem Besuch von Finanzminister Schäuble spitzen sich in Griechenland die Proteste gegen die Sparpolitik zu. Das Motto des Generalstreiks: „Wir sind Menschen, keine Zahlen“.

Protest mit Flagge: Das griechische Parlament will ein Gesetz zum Stellenabbau im öffentlichen Dienst verabschieden. dpa

Protest mit Flagge: Das griechische Parlament will ein Gesetz zum Stellenabbau im öffentlichen Dienst verabschieden.

AthenDie größten griechischen Gewerkschaften kündigten für Dienstag einen „Generalstreik“ an. Das Motto lautet: „Wir sind Menschen, keine Zahlen“. Davon betroffen werden vor allem Behörden und die Bahnen sein.

Behinderungen wird es auch im Inlandsflugverkehr geben, die Luftfahrt-Beschäftigten wollten zwischen 12.00 Uhr und 16.00 Uhr Ortszeit (11.00 und 15.00 Uhr MESZ) ihre Arbeit niederlegen. Fähren sollen hingegen regulär auslaufen. Auch Hotels, Banken und Taxis sowie Geschäfte sollen nicht bestreikt werden.

Am späten Mittwochabend soll das griechische Parlament das umstrittene Gesetz zum Stellenabbau im Staatssektor billigen. Nur so kann das Land mit der nächsten Tranche der internationalen Geldgeber in Höhe von 2,5 Milliarden Euro bis Ende Juli rechnen.

Auch am Montag wurde in Griechenland schon gestreikt. Dabei legten unter anderem die kommunalen Angestellten die Arbeit nieder. In vielen Orten wurde der Müll nicht abgeholt.

Die Billigung des Gesetzes gilt als eine Kraftprobe für die Koalitionsregierung unter dem konservativen Regierungschef Antonis Samaras und seinem Vize, dem Sozialisten Evangelos Venizelos. Die Koalitionsregierung hat nur noch eine knappe Mehrheit von 155 Abgeordneten im 300 Sitze zählenden Parlament in Athen. Die griechische Presse sprach am Montag von einer „dreitägigen (politischen) Hitzewelle“ im Land. Bis Ende 2014 sollen 15.000 Staatsbedienstete entlassen werden, davon 4000 bis Ende des laufenden Jahres

Von

dpa

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

petervonbremen

16.07.2013, 08:07 Uhr

Es ist immer einfach aus der Ferne zu urteilen. Fakt ist aber offensichtlich, dass diejenigen, denen es in Griechenland wirklich dreckig geht (und davon gibt es eine Menge!)schon lange keine Zeit mehr haben zu demonstrieren.
Gebt allen bedürftigen Griechen ein bedingungsloses Grundeinkommen, wovon man wirklich überleben kann (oder halt bezahlte Arbeit!). Das sind wir als Europäer diesen Menschen schuldig. - Irgendwelche elitären Sonderwünsche, wie jetzt von vielen Mitarbeitern aus dem öffentlichen Dienst auf den Straßen geäußert, sollten einfach ignoriert werden.

Account gelöscht!

16.07.2013, 17:19 Uhr

Schäuble hat ein feines Geschenk dabei, wenn er nach Griechenland reist. 13 Mrd. für die Bankenrettung sind in seinem Gepäck.
Ist das den Deutschen bekannt?

Account gelöscht!

16.07.2013, 17:30 Uhr

@PetervonBremen
WIR sind den Griechen nichts schuldig - was mit IHNEN ist, kann ich nicht sagen.
Die Griechen sollten sich endlich mal Gedanken darüber machen, wie ein Staat funktioniert. Und dann sollten sie darüber nachdenken, was Produktivität bedeutet und in welchem Zusammenhang sie zur Gehaltszahlung steht.
Wie kommen wir denn dazu, den Lebensunterhalt für ein ganzes Volk zu finanzieren.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×