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10.01.2014

11:07 Uhr

Ökostrom in Deutschland

Solaranlagen-Nachfrage mehr als halbiert

Rund 55 Prozent weniger Solaranlagen wurden auf deutsche Felder und Dächer geschraubt. Der Bundesverband Solarwirtschaft warnt vor einem weiteren Absatzrückgang und vor einer Gefährdung der Energiewende.

Eine Solaranlage in Niedersachsen: Die stark gestiegenen Kosten für Ökostrom-Förderung sollen eingedämmt werden. dpa

Eine Solaranlage in Niedersachsen: Die stark gestiegenen Kosten für Ökostrom-Förderung sollen eingedämmt werden.

DüsseldorfDie kontinuierlichen Subventionskürzungen haben die Nachfrage nach Solaranlagen in Deutschland abgewürgt. Mit einer installierten Leistung von 3,3 Gigawatt (GW) wurden im vergangenen Jahr 55 Prozent weniger Solaranlagen auf Felder und Dächer geschraubt als 2012, wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) am Donnerstag mitteilte. Die Solaranlagen in Deutschland produzierten 29,7 Milliarden Kilowattstunden (kWh) und deckten damit fünf Prozent des deutschen Stromverbrauchs. 2010 waren es erst zwei Prozent.

Die große Koalition will das Erneuerbare Energiengesetz (EEG) grundsätzlich reformieren, um die stark gestiegenen Kosten für die Ökostrom-Förderung einzudämmen. Zum Jahresanfang 2014 war die EEG-Umlage um knapp einen Cent auf 6,24 Cent je Kilowattstunde gestiegen.

BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig warnte, ein weiterer Absatzrückgang sei für die kriselnde Solarbranche nicht verkraftbar und gefährde die Energiewende. Die Preise neuer Solarstromanlagen seien in den vergangenen zwei Jahren um rund ein Viertel gesunken, die Solarförderung sei halbiert worden.

Nach den Vorstellungen der großen Koalition soll bis 2025 die Stromerzeugung aus Wind, Sonne oder Wasser 40 bis 45 Prozent des deutschen Stromverbrauchs decken. 2013 waren es 25 Prozent des Bedarfs. Bis zum Jahr 2035 soll der Ökostromanteil auf 55 bis 60 Prozent steigen. Der BSW strebt eine Verdoppelung des Solarstromanteils auf rund zehn Prozent bis zum Jahr 2020 an.

Der Preisverfall für Solaranlagen hat der einstigen Boombranche zugesetzt. Zahlreiche Firmen wie Solon, Q-Cells oder Conergy mussten Insolvenz anmelden. Branchenprimus Solarworld ringt derzeit um sein Überleben.

Von

rtr

Kommentare (25)

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HofmannM

10.01.2014, 12:12 Uhr

Nochmal an die Abzocker der Solarwirtschaft (Photovoltaikbesitzer)! Subventionen haben in der Marktwirtschaft NICHTS ZU VERLIEREN! Die EEG-zwangsabgabe ist eine Subvention! Jeder Fotovoltaikbesitzer zockt somit die Bürger in Deutschland ab! Das EEG = Mangel und Armut für die Gesellschaft. Das EEG/Energiewende ist Abzocke an den sozial schwachen und Profitgier für die Fotovoltaikbesitzer und die gesamte EE-Branche!!!

Wagnerjohann

10.01.2014, 12:28 Uhr

Das ist eine wirklich gute Nachricht.
Die erste Partei welche sich in der Europawahl gegen den Unfug der Energiewende und für den Wiedereistieg in die Atomenergie und damit in den Klimaschutz ausspricht, hat meine Stimme.

Sonnenschein

10.01.2014, 13:32 Uhr

Ein Zubau von 4 GW Photovoltaik, 1,5 GW Windstrom Land und 1,5 GW Windstrom See pro Jahr wird ausreichen, um in 10 Jahren den Anteil der erneuerbaren Energien von ca. 25%auf ca. 50% zu verdoppeln.

Parallel dazu werden ja die restlichen Kernkraftwerke und hoffentlich die ältesten Braunkohlekraftewerke abgeschaltet sein.

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