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02.04.2014

16:05 Uhr

Ökostrom-Reform

Erneuerbare-Energien-Verband lobt Kompromiss

Die Einigung zum künftigen Ausbau der erneuerbaren Energien gebe den Betreibern von Wind-, Solar- und Bioenergie-Anlagen Planungssicherheit und Freiräume. Der Strompreis werde aber nicht sofort sinken können.

Der Bund-Länder-Kompromiss zum EEG kommt besonders Betreibern von Windparks entgegen: Zufriedenheit bei der Erneuerbaren-Energien-Lobby. dpa

Der Bund-Länder-Kompromiss zum EEG kommt besonders Betreibern von Windparks entgegen: Zufriedenheit bei der Erneuerbaren-Energien-Lobby.

Die Ökostrom-Lobby bewertet den Bund-Länder-Kompromiss zum Ausbau von Wind-, Solar- und Bioenergie-Anlagen in Deutschland positiv. Der Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE), Hermann Falk, sprach am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin von "viel Licht in der Einigung". Das eine Verständigung gelungen sei, erleichtere Planungen in der betroffenen Industrie und gebe insbesondere den Unternehmern im Bereich Windenergie mehr Freiraum. Er räumte allerdings ein, das die Haushalte derzeit beim Strompreis noch keine Entlastungen zu spüren bekommen.

Mit kritischen Anmerkungen hielt sich der Vertreter der Erneuerbaren-Energien-Lobby eher zurück. "Wir haben immer schon gesagt, man kann mutiger, man kann rascher die Energiewende bewerkstelligen", merkte er an. Dem folge die Regierung nicht. Was dämpfende Auswirkungen der Energiewende auf den Strompreis angehe, so vertröstete Frank auf die Zukunft. "Wir werden irgendwann auch eine Dividende auf diese Energiewende haben", formulierte er. Aktuell werde sich die Preisentwicklung langsam stabilisieren. Irgendwann werde die erneuerbare Stromerzeugung billiger ausfallen als mit fossilen Brennstoffen.

Bund und Länder hatten sich am Dienstag auf einen Kompromiss zur künftigen Förderung der erneuerbaren Energien geeinigt. Die Ministerpräsidenten der Länder setzten bei einem Spitzentreffen im Kanzleramt durch, dass sowohl die Ausbauziele für Windkraft höher ausfallen als auch Standorte in Binnenländern stärker gefördert werden als ursprünglich vorgesehen. Bei den Windparks auf hoher See sollen die Fördersätze moderater gesenkt und mehr Anlagen genehmigt werden können. Bayern und Thüringen setzten zudem Verbesserungen für Biogas-Anlagen durch.

Am Mittwoch reist Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel zu EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia, um eine Lösung im Streit um Ausnahmen für die Industrie bei der Ökostrom-Umlange zu finden.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

02.04.2014, 16:18 Uhr

"Die Ökostrom-Lobby bewertet den Bund-Länder-Kompromiss zum Ausbau von Wind-, Solar- und Bioenergie-Anlagen in Deutschland positiv."
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Wen wundert es?

Account gelöscht!

02.04.2014, 17:42 Uhr

Gemäß einem Bericht der Deutschen Wirtschaftsnachrichten sollen nun künftig auch private Selbstversorger zur Kasse gebeten werden. Was ist denn da dran, liebe Redaktion?
Wundern würde es mich nicht, habe auch diesen Vorgang bereits vor Monaten vorhergesagt. Wenns jetzt nicht kommt, kommts später.
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/04/02/energiewende-bundesregierung-will-private-selbstversorger-schroepfen/

Account gelöscht!

03.04.2014, 08:36 Uhr

Fakten sind die bessere Diskussionsgrundlage. Herr Öttinger EU Energiekommissar hat alle Energiesubventionen in Europa auflisten lassen. Das Ergebnis hat er jedoch nur halb veröffentlicht. Die echten Zahlen aller 27 EU-Länder für 2011 sind Erneuerbare 30 MRD. Nukleare Anlagen 35 MRD (ohne die Kosten für radioaktiven Müll) und 26 Milliarden für fossile Kraftwerke zusätzlich werden Kohle und Gas indirekt mit weiteren 40 MRD gefördert. Nachzulesen beim VDI unter www.ingenieuer.de.
Strom kann nicht billiger als durch Sonne und Wind erzeugt werden. Weitestgehend unberücksichtigt bleibt der Heizungsmarkt welcher Europaweit ca. 37% des Primärenergieverbrauches ausmacht. Solarthermie in Verbindung mit Wärmepumpen, Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, Sonnenstrahlen nutzende Fensterscheiben und Wärmedämmung wären geeignet des Verbrauch signifikant zu reduzieren. Das Bundesumweltministerium hat eine Studie zur Energiewende veröffentlicht welche als Handlungsanweisung für Politiker dienen sollte, Herr Gabriel verlässt sich wohl eher auf Lobbyisten. Nur so ist zu erklären, daß jetzt zwei von den drei Stromtrassen welche angeblich den Windstrom von der Nordsee transportieren sollen jetzt plötzlich dort gar nicht mehr ankommen, sondern mitten in Braunkohlerevieren enden. Erneuerbare Energien werden zukünftig weltweit der Industriesektor Nummer eins sein. China und die USA haben das erkannt. Die Energiewende findet statt weltweit mit oder ohne Deutschland - schon weil es langfristig gar nicht anderes geht und weil es billiger ist Strom und Wärme mit der Sonne zu gewinnen als beispielsweise Ölsande in Kanada auszulaugen oder Gas mittels aufwendigem Fracking aus dem Boden zu holen.

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