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08.08.2014

12:24 Uhr

Ökostrom-Umlage

Stromkunden können auf Entspannung hoffen

Schon im Mai hatten es Fachleute prognostiziert, nun könnte es sich bewahrheiten: Das Ökostrom-Konto scheint so im Gleichgewicht zu sein, dass weitere Strompreis-Sprünge verhindert werden können.

Die Ökostrom-Umlage macht derzeit 18 Prozent des Strompreises aus: Das gut gefüllte Umlagen-Konto soll den Strompreis jetzt stabilisieren. dpa

Die Ökostrom-Umlage macht derzeit 18 Prozent des Strompreises aus: Das gut gefüllte Umlagen-Konto soll den Strompreis jetzt stabilisieren.

Die Verbraucher in Deutschland können erstmals auf ein leichtes Sinken der Ökostrom-Umlage und damit auf eine Stabilisierung ihrer Stromkosten hoffen. Trotz hoher Ausgaben für die Vergütung von Solarstrom im Sommer war das Umlagen-Konto mit einem Plus von 1,06 Milliarden Euro Anfang August noch nie so gut gefüllt wie in diesem Jahr.

Im Vorjahr war es zum gleichen Zeitpunkt über 1,5 Milliarden Euro im Minus. Nach dem neuen, von den für die Verwaltung des Kontos zuständigen Übertragungsnetzbetreibern veröffentlichten Stand, sagten mehrere Fachleute der Deutschen Presse-Agentur, dass zumindest eine Stabilisierung oder sogar ein Sinken der Ökostrom-Umlage möglich sei.

Verbraucher und Wirtschaft zahlen die Umlage über den Strompreis. Diesen Einnahmen stehen die Milliardenausgaben für die Vergütung des produzierten Ökostroms gegenüber - Betreiber von Biogas- Solar- und Windkraftanlagen erhalten auf 20 Jahre garantiert feste Vergütungen, die über den Marktpreisen liegen und je nach Anschlussdatum unterschiedlich hoch sind. Seit 2010 ist die Umlage von zwei Cent auf netto 6,24 Cent je Kilowattstunde in diesem Jahr geklettert.

Mit der gerade in Kraft getretenen Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die Förderkürzungen vorsieht, hat die Entwicklung noch nichts zu tun - die Auswirkungen werden erst bei der Umlage 2016 sichtbar werden.

Das aktuelle Plus hängt damit zusammen, dass nach den Anstiegen der Vorjahre ein Puffer eingebaut worden ist. Das Öko-Institut und die Denkfabrik Agora Energiewende errechneten bereits im Mai, dass die Förderabgabe auf rund sechs Cent die Kilowattstunde sinken könnte.

Die Ökostrom-Umlage macht derzeit 18 Prozent des Strompreises aus - der Staat profitiert automatisch durch höhere Mehrwertsteuereinnahmen von dieser Entwicklung. Ein Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden zahlt ohne Mehrwertsteuer derzeit knapp 250 Euro im Jahr an Ökostrom-Umlage, bei 3500 Kilowattstunden sind es 218 Euro.

Da die Umlage auf Basis des Kontostandes Ende September berechnet und am 15. Oktober veröffentlich wird, gilt der Stand Anfang August als wichtiger Indikator. Allerdings sind August und September Hochmonate der Solarstromproduktion, weshalb noch mit einem Abschmelzen des Milliardenpolsters gerechnet wird. Im Vorjahr rutschte das Konto bis Ende September auf ein Minus von über zwei Milliarden Euro, 2012 waren es sogar mehr als 2,5 Milliarden Euro Minus.

Von

dpa

Kommentare (10)

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Herr Riesener Jr.

08.08.2014, 12:54 Uhr

Artikel: Ein Haushalt zahlt 218 bzw. 250 EUR pro Jahr für die EEG-Umlage. Das ist nicht die halbe Wahrheit, das ist nur ein Viertel der Wahrheit:

Um es leicht zu rechnen, nehme ich folgende gerundete Zahlen: 24 Mrd. EUR EEG-Umlage pro Jahr dividiert durch 80 Mio Einwohner macht 300 EUR pro Person und Jahr. Eine Familie mit zwei Kindern zahlt also pro Jahr etwa 1000 EUR EEG-Umlage! Hinzu kommen andere Subventionen für Erneuerbare (z.B. Netzentgelte) und natürlich Steuern auf diese Werte.

Woher kommt der Unterschied zu 218/250 EUR? Es gibt eben nicht nur Privathaushalte. Die anderen Stromverbraucher geben ihre erhöhten Kosten aber an uns Private weiter. Also müssen wir diesen Teil auch zahlen.

Und wenn Firmen diese Kosten nicht an uns weiter geben können, wird es noch teurer für uns. Dann wandern diese Firmen nämlich mit ihren Arbeitsplätzen über kurz oder lang ab!

Frau Ethan Hunt

08.08.2014, 13:46 Uhr

zuerst einmal zum Artikel:
letztes Jahr ist der Schuldenstand im September kleiner geworden. August und September sind auch nicht Hochmonate der Stromproduktion. Am meisten Strom insgesamt wird in den Wintermonaten produziert. Bei Wind ist ebenfalls im Winter eine höhere Produktion und bei der Photovoltaik sind die Monate Mai Juni Juli und zum Teil noch der August die Hochmonate.

Zu Herrr Riesener:
Sie dürfen aber nicht außer Acht lassen, dass der EEG-Strom den Börsenpreis für nicht EEG-Strom drückt. D.h. ohne Erneuerbare Energien, wäre der Strom nicht um die EEG-Umlage günstiger

Account gelöscht!

08.08.2014, 14:24 Uhr

@Frau Ethan Hunt
Ohne EEG Zwangsabgaben-Subvention wäre der Strompreis um 10 ct billiger.

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