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12.03.2014

06:00 Uhr

Ofer Shapiro

„Je schwieriger die Lage, desto besser die Einfälle“

Ofer Shapiro ist der Gründer von Vidyo. Das Start-up hat ein System für Videokonferenzen entwickelt, das auf allen Geräten läuft – selbst Smartphones. Der größte Visionär ist für ihn aber kein Techniktüftler, sondern ein Autobauer.

Vidyo-Gründer Ofer Shapiro: „Menschen wollen sich in Verbindung setzen, egal wo sie sind.“

Vidyo-Gründer Ofer Shapiro: „Menschen wollen sich in Verbindung setzen, egal wo sie sind.“

Herr Shapiro, wie entstehen die besten Ideen?
Die besten Innovationen werden geschaffen, wenn man vor einem Problem steht, dass sich nicht mit der Weiterentwicklung eines bestehenden Produktes beheben lässt.

Wann haben Sie Ihre besten Einfälle?
Wenn ich in einer schwierigen Situation bin. Je schwieriger, desto wahrscheinlicher ist es, dass man auf eine gute Idee kommt – man muss sich dann nämlich etwas wirklich Schlaues überlegen. Einige Leute ermüdet das allerdings, weil es ihnen zu stressig ist.

Wer ist für Sie der größte Visionär?
Wenn ich mich auf einen festlegen muss, nehme ich Henry Ford. Abgesehen von seiner Bedeutung für die Entwicklung des Autos mag ich zwei Dinge an ihm. Zum einen seine Einstellung – er sagte: „Ob du glaubst, du kannst, oder ob du glaubst du kannst nicht: Du hast Recht!“ Zum anderen dachte er über den Tag hinaus. Er sagte: „Wenn ich die Leute gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie sich schnellere Pferde gewünscht.“

Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt sagte einmal: Wer Vision hat, sollte zum Arzt gehen. Stimmen Sie zu?
Nein, das sehe ich anders. Wenn man sich anschaut, welche Leute Durchbrüche geschafft haben, waren es immer welche mit Ideen jenseits des Mainstreams. Wenn eine Innovation eingeführt wird, erscheint sie den etablierten Unternehmen lächerlich, aber dann wird sie größer und größer. Es ist leicht, jemanden wegen seiner Visionen schlecht zu reden.

Vidyo ermöglicht preisgünstige Videokonferenzen über das Internet und kommt auch in Google Hangouts zum Einsatz. Woher stammte die Idee?
Die Menschen wollen sich in Verbindung setzen, egal wo sie sind. Viele Videokonferenz-Lösungen funktionieren aber nicht übers Internet, man muss extra in einen Konferenzraum gehen. Vidyo sorgt dafür, dass das nicht mehr nötig ist, es läuft auf allen Geräten – ich nutze gerade mein iPad. Damit das funktioniert, haben wir ein besonderes Kompressionsverfahren entwickelt, das sich an die Teilnehmerzahl anpasst.

Von

chk

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