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18.06.2014

09:36 Uhr

Offshore-Branche

Von der Pionier- in die Industriephase

Vor dem Branchentreffen Windforce in Bremen hat sich die Unsicherheit über die Zukunft der Offshore-Windenergie weitgehend gelegt. Die Branche will mit dem Bau mehrerer Kraftwerke in Nord- und Ostsee neu durchstarten.

Offshore: Die Branche will eine Verlängerung der Kurzarbeiter-Regelung. dpa

Offshore: Die Branche will eine Verlängerung der Kurzarbeiter-Regelung.

Nachdem die Bundesregierung ihren energiepolitischen Kurs festgelegt hat, will die Offshore-Branche mit dem Bau von Windparks auf See neu durchstarten. Gleichzeitig müsse aber die Kurzarbeit bei einigen Anlagenherstellern verlängert werden, fordert der Geschäftsführer der Windenergie-Agentur (WAB), Ronny Meyer, zum Beginn der Fachkonferenz und Messe Windforce in Bremen. Grund sei, dass Investitionsentscheidungen erst mit Zeitverzug in den Produktionshallen ankommen. Der lange politische Streit hatte zum Stopp mehrerer Projekte geführt und Hersteller von Offshore-Anlagen in Schwierigkeiten gebracht.

Wo steht die Offshore-Branche im Moment?
Ronny Meyer: Die Branche geht über von der Pionierphase in die Industriephase. Wir bauen derzeit mehrere Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee und Ostsee. Und das tun wir mittlerweile schneller und effektiver als bei den ersten Windparks. Insofern ist es nach einer langen Vorbereitungszeit richtig losgegangen.

Was muss nach der zögerlichen Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) noch von der Politik kommen?
Ronny Meyer: Die Phase der politischen Unsicherheit hat in der Vergangenheit zu Entlassungen am Anfang der Wertschöpfungskette bei den Turbinenherstellern geführt. Was die energiepolitische Fragestellung angeht, erwarten wir gar nichts mehr. Wir wollen jetzt Offshore-Windparks bauen - und das tun wir auch. Wir brauchen eine Verlängerung der Kurzarbeit-Regelungen, damit die Arbeit, das Know-how und die Innovationen auch in Deutschland bleiben.

Kann die Branche mit den Regelungen des neuen EEG leben?
Ronny Meyer: Mit dem Gesetzentwurf, der vorgelegt wurde, können wir im wesentlichen zufrieden sein. Wir haben noch Kritik, was das Ausbauziel bis 2030 angeht. Auf kurzfristige Sicht haben wir wieder den stabilen politischen Rahmen, den wir brauchen.

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Welchen Stellenwert hat die Windforce für die Branche?
Ronny Meyer: Die Windforce ist die größte Konferenz und Messe der Branche in Deutschland und eine der größten im Nordseeraum. Wir erwarten 5000 bis 6000 Fachbesucher bei der Messe und über 500 Konferenzteilnehmer. Es ist der Branchentreff in Deutschland.

Zur Person: Ronny Meyer ist als Geschäftsführer der Windenergie-Agentur (WAB) mit Standorten in Bremerhaven und Berlin ein Kenner der Branche. Der 37 Jahre alte Physiker übernahm die Aufgabe im Jahr 2010. Zuvor hatte er sich bereits bei anderen Unternehmen mit erneuerbaren Energien befasst. In der WAB sind mehr als 350 Unternehmen und Institute zusammengeschlossen.

Von

dpa

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

18.06.2014, 10:43 Uhr

Ronny Meyer: "Die Phase der politischen Unsicherheit hat in der Vergangenheit zu Entlassungen am Anfang der Wertschöpfungskette bei den Turbinenherstellern geführt. Was die energiepolitische Fragestellung angeht, erwarten wir gar nichts mehr."

Diese Worte sind wohl überlegt - aber sie sind unverschämte Propaganda. Wenn die Windanlagenbauer NICHTS mehr erwarten würden, bräuchten sie ja auch keine gigantischen Subventionen, oder? In Wahrheit ist gerade offshore Wind besonders unwirtschaftlich. Insofern ist auch das Wort "Wertschöpfungskette" irreführend. Hier wird Strom produziert, der viel weniger wert ist, als er Kosten verursacht. Das ist also Wertvernichtung. Und umweltfreundlich ist offshore Wind auch nicht.

Wie versuchen andere Länder CO2-freien Strom zu produzieren? Siehe dazu:
http://www.welt.de/wirtschaft/article129195762/Weg-frei-fuer-chinesische-Atomkraftwerke-in-England.html



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18.06.2014, 12:46 Uhr

Auf die Windkraft ist Verlass! Das kann man bei Agora-Energiewende täglich mit verfolgen. Als z.B. gestern der deutsche Stromverbrauch bei rd. 48 GW angelangt war, trug die deutsche Windkraft ganze 0,71 GW, oder in Prozent ausgedrückt knappe 1,5% zur Stromerzeugung bei. Boah ey (Entschuldigung, ich weiß nicht ob diese umgangssprachliche Ausdrucksweise grammatikalisch so richtig hingeschrieben ist, ich finde aber sie passt in diesem Zusammenhang ganz gut in den Kontext).
Der Grund für dieses geringe Aufkommen ist in dem Umstand zu suchen, dass der Wind kaum wehte, was des öfteren vorkommen soll. Kann man übrigens bei Agora in dem zweiten Chart unten mal für 30 Tage maximal angeben, dann sieht man das auch.

Quelle:
http://www.agora-energiewende.de/service/aktuelle-stromdaten/stromerzeugung-und-verbrauch/?tx_agoragraphs_agoragraphs%5Bcontroller%5D=Graph#scroll_TxAgoraGraph_PowerGeneration_e7d6ce9274df9a4213b9822c6353b8e93f1f64bf

Wenn Petrus aber ein Einsehen hat und den Wind so richtig pusten lässt, dann --- ja dann laufen die konventionellen Kraftwerke in Deutschland grad weiter und der Überschussstrom wird dann ins Ausland "exportiert":

Siehe ab Seite 67 dieser Präsentation:
http://www.ise.fraunhofer.de/de/downloads/pdf-files/data-nivc-/stromproduktion-aus-solar-und-windenergie-2014.pdf

Leider steht hier nicht dabei, zu welchen Erlösen dieser Überschussstrom "in das Ausland verbracht wird". Aber es ist bestimmt kein gutes Geschäft für den deutschen Verbraucher.

Was der Schwindel kostet, können Sie aus Seite 29 dieser Präsentation sehen

http://www.bdew.de/internet.nsf/id/123176ABDD9ECE5DC1257AA20040E368/$file/131120_BDEW_Strompreisanalyse_November%202013.pdf

Sie Seite 29, beachten Sie das*. 24 MRD +7 MRD + 7,5 MRD sind 38,5 MRD. Hinzukommen in Kürze rd. 4,5 MRD Euro für das Bereithalten konventioneller Kraftwerkskapazität. Hier wird wohl eher WertABschöpfung betrieben.

Ich erwarte jedenfalls von der Windkraft -ausser Kosten- gar nichts mehr!

Account gelöscht!

18.06.2014, 12:54 Uhr

einfacher, kostengünstiger und damit sofort rentabel ist Windenergie an Land. Standorte gibt es genug - außer im Süden wegen Don Quijote von der Isar. Strom aus Wind und Sonne und Wärme aus Solarthermie ist jedoch der einzig emisionsfreie Weg in die Zukunft. Weltweit wird sich das durchsetzten. Offshore ist ein Hobby der Betonköpfe in unserem Stromerzeugeroligopol. Diese Herren Vorstände glauben durch zentrale Stromerzeugung mit großen Investitionssummen ihr Oligopol sichern zu können. Aber Offshore Windkraftwerke sind immer besser als subventionierte Stromerzeugung mittels Atomspaltung, Öl- Kohle- und Gasverbrennung zu Lasten unserer Kinder und mit katastrophalen Auswirkungen für unseren Enkel.

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