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31.07.2013

09:39 Uhr

Original und Kopie

Teva will mehr eigene Medikamente entwickeln

VonMaike Telgheder

Teva ist der weltgrößte Hersteller von Nachahmermedikamenten. Nun will das Unternehmen eigene Präparate entwickeln. Auf dem Plan steht auch das Geschäft mit neuen Dosierungen.

Produktionslinie bei Teva: Die Entwicklungsabteilungen von generischen und Originalmedikamenten werden zusammengelegt. Pressefoto Teva Pharmaceutical

Produktionslinie bei Teva: Die Entwicklungsabteilungen von generischen und Originalmedikamenten werden zusammengelegt.

BerlinViele Jahre hat Teva, der weltgrößte Hersteller von Nachahmermedikamenten, vor allem mit Übernahmen von sich Reden gemacht - 2010 etwa kaufte Teva Ratiopharm. Nun will der Konzern die Entwicklung eigener neuer Medikamente stärken.

Dazu hat Forschungschef Michael Hayden die Entwicklungsabteilungen von generischen und Originalmedikamenten mit insgesamt 3700 Menschen zusammengelegt. Ein absolutes Novum in der Branche. "Für den Patienten spielt es kaum eine Rolle, ob er ein Originalmedikament bekommt oder ein Generikum", so Hayden. "Wichtig ist, dass das Medikament hilft."

Original oder Kopie, das sind in der Pharmabranche allerdings zwei Welten - und zwei Geschäftsmodelle. Auf der einen Seite stehen Unternehmen, die in jahrelanger Forschung neue Moleküle bis zur Marktzulassung bringen, auf der anderen die Generikahersteller, die den Patentauslauf der Originalmedikamente nutzen, um mit ihren Kopien Geschäft zu machen. Zwar gibt es Pharmakonzerne wie Novartis oder Sanofi, die eigene Generikatöchter unter ihrem Dach haben. Und Teva hat als Generikakonzern wiederum patentgeschützte Originalmedikamente wie das Multiple-Sklerose-Mittel Copaxone im Portfolio. Aber geforscht wurde bislang stets getrennt.

"Wir glauben, dass die Mitarbeiter viel voneinander lernen können", begründet der 61-Jährige Hayden die Zusammenlegung. "Ratiopharm in Deutschland beispielsweise hat großes Know-how bei der Entwicklung von Medikamentenpflastern. Das können wir künftig auch bei der Entwicklung neuer Originalmedikamente nutzen." Der bisherige Forschungsetat von 1,6 Milliarden Dollar sei ein guter Anfang für die neuen Pläne, findet Hayden. "Die Zusammenlegung ist strategisch konsequent, schließlich weichen die Grenzen zwischen Generika- und Originalherstellern immer stärker auf", sagt Generika-Experte Thimo Sommerfeld von der Beratungsgesellschaft Abolon.

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