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19.07.2013

06:00 Uhr

„Overbanked“

Gibt es in Deutschland zu viele Banken?

Zu viele Banken für zu wenige Kunden: So lautet die Begründung von Experten für das dürftige Privat- und Firmenkundengeschäft der Institute. Aber stimmt das auch? Eine Statistik gibt Aufschluss.

Frankfurts Bankentürme: Die Zahl der Institute in Deutschland nimmt ab. dpa

Frankfurts Bankentürme: Die Zahl der Institute in Deutschland nimmt ab.

Deutschland ist „overbanked“ ­ - das sagen Banker stets, um zu begründen, dass die Institute im Privat- und Firmenkundengeschäft  zu wenig verdienen. Dahinter steckt die Behauptung, es gebe in der Bundesrepublik zu viele Kreditinstitute, dies verderbe die Preise und bringe die Gewinnmargen unter Druck. Tatsächlich nimmt aber die Zahl der Banken seit Jahren kontinuierlich ab. Laut  Bundesbank gab es im vergangenen Jahr 2053 Institute. Das waren  1,3 Prozent weniger als noch im Vorjahr. 2010 waren es 2093 und im Jahr davor   2128 Institute gewesen.

Noch deutlicher sinkt die Zahl der Zweigstellen – ebenfalls bedingt durch Fusionen, aber auch durch den Vormarsch  Online-Bankings. 2012 verringerte sich die Zahl der Zweigstellen um 3,8 Prozent oder 1436 auf 36.283, dabei kam es vor allem bei den Großbanken zu einem Rückgang der Anlaufpunkte für die Kunden. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich genau im mittleren Bereich.

Nach einer Aufstellung der Unternehmensberatung zeb auf Basis europäischer Statistiken kamen 2010 hierzulande 509 Zweigstellen von Kreditinstitutionen auf eine Million Einwohner – der Durchschnittswert betrug 527. Zum Vergleich: in Spanien waren es 943, in Österreich 597 und in Italien 567 Zweigstellen pro eine Million Einwohner.

Der Versuch der Banken, die niedrigen Margen durch die Stärkung des vermeintlich lukrativen Investmentbankings zu verbessern, erhöhte bei vielen Instituten lediglich das Risiko. Offensichtlich ist also nicht die Zahl der Banken in Deutschland zu hoch, wohl aber die Renditeerwartung der Banker.

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

19.07.2013, 06:33 Uhr

"Offensichtlich ist also nicht die Zahl der Banken in Deutschland zu hoch, wohl aber die Renditeerwartung der Banker."
Und deshalb müssen die deutschen Steuerzahler Banken stützen, retten ... hilft ja nix, ist immer systemrelevant und alternativlos

Account gelöscht!

19.07.2013, 07:13 Uhr

Zumindest diejenigen die mit viel Steuergeldrisiko "überlebensfähig" gehalten werden, sind flüssig, und zwar überflüssig.
Was soll eine Bank für mich tun?
Genau das was Volksbanken und Sparkassen tun, mein Geld verwalten, und nach kaufmännischen Regeln vermehren.
Zu kaufmännischen Regeln gehören KEINE Spekulationen.
Und wer so blöd ist sich Papiere andrehen zu lassen, die mit realen Werten und Wertschöpfung nichts zu tun haben, der soll "stempeln" gehen. Wie jeder andere auch der seine Firma in die Pleite reitet.
Jede andere Firma muß auch mal mit Erträgen zufrieden sein die vielleicht unter den Erwartungen liegen, und dann weiterarbeiten. Die Betonung liegt auf arbeiten, und nicht auf die Dummheit anderer Leute spekulieren, so wie das Versicherungen und Banken schon mal tun.
Dann ist mein Geld unter der Matratze sicherer, besser 2% Inflation abschreiben, als alles das was Banken verzocken.
An dem Misstrauen sind diese selbst schuld. Erfinder und Leute die Ideen haben, holen sich dann schon mal lieber Geld aus dem Crowdfounding, zu Recht. Man hilft sich eben selbst, da fühlt man sich auch am sichersten.

Account gelöscht!

19.07.2013, 08:52 Uhr

@netshadow
Ein Beitrag vom Netzschatten dem man durchaus zustimmen kann. *thumbs up* ;)

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