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05.11.2013

17:02 Uhr

Preismoratorium

Pharmabranche übt Kritik an schwarz-roten Plänen

Pharmahersteller müssen Krankenkassen einen Rabatt von sieben Prozent gewähren. An dieser Regelung wollen Union und SPD festhalten – und bringen damit die Pharmaindustrie gegen sich auf.

Die Pharma-Industrie muss den Krankenkassen Rabatt auf Medikamente geben. Dagegen sträubt sich die Branche. dpa

Die Pharma-Industrie muss den Krankenkassen Rabatt auf Medikamente geben. Dagegen sträubt sich die Branche.

BerlinAngesichts der Beschlüsse von Union und SPD zur Kostendämpfung bei Arzneimitteln warnt die Pharmaindustrie vor einem Jobverlust in Deutschland. Die Hauptgeschäftsführerin des Pharmaverbands vfa, Birgit Fischer, sprach am Dienstag in Berlin von einem massiven Eingriff in die Grundrechte der Unternehmen. „Dies gefährdet die hohen Investitionen der Branche in Forschung und Arbeitsplätze.“

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie hält den Beschluss von Schwarz-Rot für Planwirtschaft. In einer Pressemitteilung bezeichnete der Verband die Entscheidung als ordnungspolitischen „Sündenfall erster Güte“. Die künftigen Koalitionäre nähmen „im Arzneimittelmarkt endgültig Abschied von der Marktwirtschaft“, hieß es.

Die Krankenkassen äußerten sich positiv. „Insgesamt gehen die Beschlüsse in die richtige Richtung, auch wenn wir uns für die gesetzliche Krankenversicherung einen höheren Großkundenrabatt gewünscht hätten“, sagte ihr Verbandssprecher Florian Lanz.

Union und SPD wollen einen Rabatt, den die Pharmahersteller den Kassen gewähren müssen, in Höhe von sieben Prozent weiterführen und die gesetzlich bereits eingefrorenen Preise weiter nicht freigeben. Umfangreiche Überprüfungen millionenfach angewendeter, teurer Präparate sollen dagegen eingestellt werden. Nach Einschätzung der Kassen könnten Rabatt und Preismoratorium die Verluste beim Einsparvolumen durch die Streichung der geplanten Arzneiüberprüfungen ausgleichen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Ape

05.11.2013, 17:54 Uhr

Tja, wenn die Pharmaindustrie über Planwirtschaft schimpft, dann sollte man den Import freigeben. Das wäre dann keine Planwirtschaft, wenn man in Deutschland die Preise zahlt, die man aus Spanien kennt.

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