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14.11.2013

10:48 Uhr

Private Krankenkassen

Gebühren für Ärzte werden neu geregelt

VonPeter Thelen

Die privaten Krankenversicherungen und die Ärztekammer senden ein Signal an die künftige Regierung und haben sich auf eine neue privatärztliche Gebührenordnung geeinigt. In einem Punkt waren sie sich aber nicht einig.

Die privaten Kassen und die Ärztekammer wollen eine neue Gebührenordnung. dpa

Die privaten Kassen und die Ärztekammer wollen eine neue Gebührenordnung.

BerlinGerade rechtzeitig zur entscheidenden Phase der Koalitionsverhandlungen haben sich die privaten Krankenversicherungen (PKV) mit der Bundesärztekammer (BÄK) über einen Rahmenvertrag für eine neue privatärztliche Gebührenordnung (GOÄ) verständigt. Die Einigung sei auch ein Signal an die künftige Bundesregierung, die Vorstellungen der Selbstverwaltung bei der überfälligen Reform der GOÄ zu berücksichtigen, sagte BÄK-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rochell.

Die GOÄ ist seit 1982 nur in Teilbereichen reformiert worden. Für einen Teil der Leistungen gibt es inzwischen keine Honorarziffern mehr. Zudem sind die Ärzte dazu übergegangen, meist den höchsten Gebührensatz abzurechnen, um die seit der letzten Anpassung der Gebührensätze 1996 eingetretene Inflation auszugleichen. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hatte Ärzte und PKV-Verband mehrfach aufgefordert, Vorschläge für eine neues Gebührenverzeichnis zu machen. Dies scheiterte auch daran, dass die PKV das Recht forderte, mit einzelnen Ärzten Sondervereinbarungen zu treffen, um ihre ausufernden Ausgaben für ambulante Behandlung einzudämmen. Sie liegen bei zwölf Milliarden Euro im Jahr für neun Millionen Versicherte. Die gesetzlichen Kassen kommen mit 29 Milliarden Euro für 70 Millionen aus.

Was hilft am besten gegen explodierende Gesundheitskosten?

Die bessere Kostensteuerung soll nach der nun erzielten Vereinbarung auf anderem Weg gelingen, so Birgit König, stellvertretende PKV-Vorsitzende. Die neuen rund 4 000 Gebührensätze sollen exakt nach dem Aufwand für die verschiedenen Leistungen bemessen und von einem neuen Selbstverwaltungsgremium ständig aktualisiert werden, kündigte sie an. In ihm sollen auch die Beihilfestellen der öffentlichen Arbeitgeber vertreten sein.

Allerdings konnte man sich bislang nicht verständigen, wie viel die Arzt-Minute in Zukunft kosten darf. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisierte den Rahmenvertrag daher als Eingeständnis, dass man in Wahrheit nicht weitergekommen sei. Er erneuerte die Forderung der SPD nach einer einheitlichen Gebührenordnung für gesetzlich und privat Versicherte. „Damit wäre allen geholfen.“ Ob es so kommt, soll die Arbeitsgruppe Gesundheit von SPD und Union nächste Woche aushandeln.

Kommentare (7)

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Antwort141113

14.11.2013, 11:57 Uhr

Ja natürlich braucht man eine einheitlichen Gebührenordnung für gesetzlich und privat Versicherte.
Es muss endlich dazu kommen, dass gleiche Arbeit gleich entlohnt wird. Auch muss die PKV einen Tarif anbieten der nicht mehr und nicht weniger beinhaltet als der GKV Tarif. Allerdings sollte der dann auch bezahlbar sein, und sich nicht an Höchstverdienstgrenzen der GKV orientieren.
Nur für was braucht man dann die PKV.
Will und kann man die PKV nicht abschaffen, dann aber nicht als Pflichtversicherung sondern als Zusatzversicherung zu GKV Leistungen.
Nur sollte GKV und PKV die Zusatzversicherungen anbieten dürfen und können.
Wer hat Angst vor Wettbewerb.
Sollten die PKV Altersrücklagen der einzigste Knackpunkt sein, so muss zuerst mal klar gestellt werden, in wie weit der Versicherte darauf Anspruch hat. Würde der Versicherte die Rücklagen der GKV übertragen bei Wechselmöglichkeit??
Würde der Versicherte die Rücklagen in einen extra Pott geben, mit Zugriff von GKV und PKV.
Alles machbar, man muss nur wollen.

Leser

14.11.2013, 19:34 Uhr

Bürgerversicherung ist gottseidank vom Tisch! Mit CDU über 40% keine Chance!

Um das demographieanfällige System der GKV zu entlasten und mehr Menschen kapitalgedeckt zu versichern sollte die alte Friedensgrenze von 48.600 Euro wieder eingeführt werden. Dann gehen noch mehr in die PKV.
In der PKV sind bereits 9 Millionen zufriedene Kunden, abgesehen von einigen Querulanten, die immer nur IHREN eigenen Vorteil suchen. Erst in der PKV Beitrag jahrelang Beitrag sparen bei besseren Leistungen und dann wieder günstig in die GKV wollen. So kann das System nicht funktionieren. Wenn jeder frei wählen könnte ob Privat oder Gesetzlich würden sich noch viel mehr privat versichert


Leser

14.11.2013, 19:45 Uhr

Nachträgliche Mitnahme der Altersrückstellungen in die GKV funktioniert NICHT, da NUR Zweckgebundene, privatrechtlich gesicherte Ansprüche vor dem Zugriff der Politik sicher sind! Die Pflegeversicherung ist der beste Beweis dafür das die Kapitaldeckung funktioniert. In der PKV sind seit Einführung 1995 die Beiträge kontinuierlich gesunken, in der GKV hingegen gestiegen,be gleicher Leistung.

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