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08.07.2013

09:27 Uhr

Projekt Solar Impulse

Rekordflug trotz Riss in der Tragfläche

Einmal quer über Amerika ohne einen Tropfen Benzin: Zwei Schweizern ist ein faszinierendes Luftfahrtprojekt gelungen. Nur mit der Kraft der Sonne haben sie die USA überflogen - trotz eines kritischen Moments zuletzt.

Die Solar Impulse im Anflug auf New York: Auf seiner zwei Monate dauernden Reise über die USA hat das Flugzeug nicht einen Tropfen Treibstoff verbraucht. dpa

Die Solar Impulse im Anflug auf New York: Auf seiner zwei Monate dauernden Reise über die USA hat das Flugzeug nicht einen Tropfen Treibstoff verbraucht.

New YorkAuf den letzten Meilen wurde es noch einmal brenzlig. Doch selbst mit einem Riss in der Tragfläche hat das nur mit Sonnenkraft betriebene Flugzeug „Solar Impulse“ seinen ambitionierten USA-Überflug erfolgreich geschafft. Pilot André Borschberg landete am späten Samstagabend (Ortszeit) sicher auf dem John-F.-Kennedy-Flughafen in New York.

18 Stunden zuvor war der Solarflieger in Washington gestartet. Auf seiner zwei Monate dauernden Reise über die USA, zurückgelegt in sechs Tagesetappen, hat das Flugzeug nicht einen Tropfen Treibstoff verbraucht. Nächstes Ziel: Einmal um die Welt.

Zuletzt war auf der Unterseite des linken Flügels ein 2,5 Meter großer Riss entdeckt worden. „Das Team war verpflichtet, alle denkbaren Szenarien durchzuspielen, einschließlich eines Notausstiegs über dem Atlantik. Aber solche Probleme gehören nun einmal zu jedem Experiment“, sagte Borschberg nach der Landung. „Letztlich hat uns das nicht davon abgehalten, unseren Amerika-Überflug zu beenden und wichtige Erfahrungen zu sammeln für unsere Weltumrundung 2015.“

Borschberg strahlte, als die Verkleidung des Cockpits abgenommen wurde. Er wurde von Bertrand Piccard begrüßt, mit dem er sich die sechs Etappen als Pilot geteilt hatte. Die beiden Schweizer umarmten sich und legten sich gelbe Fliegerschals um den Hals. Borschberg war allerdings, nach den 18 Stunden im engen Cockpit, noch etwas wackelig auf den Beinen.

Kommentare (2)

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08.07.2013, 09:51 Uhr

Und wie sieht die Zukunft der Solarflieger aus? Für Werbezwecke wird man sie nutzen können, so wie die Zeppeline, die man ab und zu in der Luft sieht. Für Transportzwecke werden sie auch in 1000 Jahren nicht nutzbar sein. Das liegt nicht an der Technologie, sondern an der zu geringen Energiedichte der Sonnenstrahlen. Das Ding hat eine Spannweite eines Jumbo-Jets, wiegt aber nur 1600 kg und bringt es auf satte 53 km/h. Mit besserer Technologie lässt sich das noch etwas steigern, aber nicht auf Werte, die einen wirtschaftlichen Transport möglich machen. Also bitte "auf dem Boden bleiben"!

stony

10.07.2013, 11:34 Uhr

Ein technisch imponierendes, extremes Laborexperiment ohne besondere praktische Bedeutung, außer Propaganda für die E-Mobilität insgesamt. Auch wenn technisch unbedarfte Träumer schon E-Airbusse von Kontinent zu Kontinent fliegen sehen.

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