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03.09.2013

06:00 Uhr

Projekt zur Energiewende

Neuer Batteriespeicher geht in die Bauphase

Ein Schweriner Energieversorger setzt auf Sonne und Wind, denkt dabei aber auch an trübe Tage. Ein Batteriepark soll Netzschwankungen ausgleichen, die mit der zunehmenden Einspeisung von Öko-Energie einhergehen können.

Windkraftanlagen in Mecklenburg-Vorpommern: Ein Batteriepark in der Landeshauptstadt Schwerin soll Netzschwankungen ausgleichen. dpa

Windkraftanlagen in Mecklenburg-Vorpommern: Ein Batteriepark in der Landeshauptstadt Schwerin soll Netzschwankungen ausgleichen.

SchwerinDie großen Räder der Energiewende drehen sich noch langsam. Mit ihren Milliardenprojekten für riesige Windparks in Nord- und Ostsee, die Atomkraftwerke ersetzen sollen, kommen die Stromkonzerne nur schleppend voran. Der Ausbau der Hochspannungsnetze hinkt den Erfordernissen noch weit hinterher. Dennoch lässt sich Caspar Baumgart, Vorstand des regionalen Energieversorgers Wemag in Schwerin, nicht von seiner Überzeugung abbringen, dass die Hinwendung zu ökologischen Energiequellen wie Sonne und Wind der einzig richtige Weg ist.

Mit dem vergleichsweise kleinen Unternehmen will Baumgart mit vornweg marschieren. An diesem Dienstag beginnt die Wemag in Schwerin den Bau des nach eigenen Angaben europaweit größten kommerziellen Batteriespeichers, mit dessen Hilfe Netzschwankungen ausgeglichen werden sollen. Ein weiteres Rädchen im Getriebe der Energiewende, wie Baumgart meint. „Effektive Speicher und flexible Regelungssysteme sind Schlüsselstellen für den Erfolg“, erklärt er. Denn die Ökostrom-Produktion werde immer witterungsanfällig sein.

Der vollautomatisch arbeitende Batteriespeicher mit einer Leistung von fünf Megawatt soll Schwankungen im Sekundenbereich ausgleichen. „Das ist wichtig für die Netzstabilität und damit für die Versorgungssicherheit“, sagt Martin Huber, Vorstand im Berliner Start-up-Unternehmen Younicos. Seit sieben Jahren arbeite die Firma an der Technologie, die nun in Schwerin ihren Praxistest bestehen soll. „Große Konzerne warten bei dem Thema noch ab. Die Wemag ist mutig und beweist Weitsicht“, meint Huber.

Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt mit 1,3 Millionen Euro und finanziert damit etwa ein Fünftel der Gesamtkosten von etwa 6 Millionen Euro. Die Lithium-Ionen-Zellen liefert das koreanische Unternehmen Samsung. Jedes Megawatt an installierter Batterie ersetzt nach Younicos-Angaben das Zehnfache an sonst für die stabile Stromversorgung benötigter konventioneller Kraftwerksleistung, etwa in Gas- oder Kohlekraftwerken. Auch die sind wegen des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes umstritten - für die Bereitstellung der sogenannten Regelleistung bislang aber unverzichtbar.

Von

dpa

Kommentare (34)

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HofmannM

03.09.2013, 08:01 Uhr

Eine technische Anlage, die im schnellen Wechsel von An und Aus gefahren wird, hat einen hohen Verschleißanteil. Dieser kleine Batteriespeicher (ich würde Puffer dazu sagen) wird bald an der Physik (technischen Verschleiß durch die Launen der Natur) und damit an der Wirtschaftlichkeit eines freien Energiemarkt scheitern.
Dieses Geld, ist jetzt schon verschwendet und die Zeit kann man sich sparen. Die Physik bestimmt in der Energiebranche die Wirtschaftlichkeit eines Energieerzeuger. Die sog. Erneuerbaren Energie halten sich nicht an die Physik, die der Mensch für eine zuverlässige und billige Stromversorgung benötigt. Und diese billige und zuverlässige Stromversorgung ist die Basis für unser industriebasierendes soziale Wohlstandsleben in Deutschland!
(...)
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Account gelöscht!

03.09.2013, 08:31 Uhr

Professioneller Journalisus ist was anderes.

Mal abgesehen von der Unsinnigkeit dieses Batteriespeichers muss ich mal einen Anpfiff loswerden.

Dieser Artikel ist vielleicht ein hübsch geschriebener Aufsatz, aber Journalismus sollte doch einen höheren Anspruch haben, als Unterhaltung. Informations- und vor allem Wahrheitsgehalt sollten doch bitte auch eine Rolle spielen. Wenn ein Journalist technische Zusammenhänge nicht versteht, kann er doch nicht eine einzige Quelle befragen, die auch noch offensichtlich befangen ist.

1 MW Baterie ersetzt 10 MW Thermisches Kraftwerk? So einen Unsinn ..... Habt Ihr kein Geld für Fact-Checker? Kann sich keiner an seinen Physiklehrer erinnern?

Und in dem ganzen Artikel keinerlei tiefergehende Analyse.

Wenn die Energiewende ein Umzug von München nach Hamburg ist, dann sind die EE ein Fahrrad. Wenigstens müssen wir nicht laufen. Der NEtzasbau ist eine Gangschaltung, damit nicht so viel Kraft verloren geht. Die Speicher (chen) sind die Fahrradanhänger, damit man mehr mitnehmen kann.

Klingt doch alles super. Aber am Ende reden wir immernoh davon, mit dem Fahhrad von München nach Hamburg umzuziehen.

Schäm Dich Handelsblatt für diese Stümperei, die sich als Journalismus ausgibt. Schäm Dich DPA.

Note 6. Setzen.

Account gelöscht!

03.09.2013, 08:35 Uhr

Lange, lange hat's gedauert, dass die ersten Grünen verstehen, dass Erneuerbare Energien witterungsabhängig sind und dass deshalb gigantische Speicher notwendig sind. Und damit stellt sich heraus, dass die Erneuerbaren Energien einschließlich Speicher noch viel, viel teurer sind und gar nicht mehr umweltfreundlich sind.

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