Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2014

11:59 Uhr

Reformpläne

Von der Windenergie bis zur Eigenstromversorgung

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel plant eine Ökostromreform. Sowohl energieintensive Unternehmen als auch Windkraft müssen sich auf Einschnitte einstellen. Doch an seinem Konzept gibt es auch heftige Kritik.

Für die Windkraft brechen dunklere Zeiten an: Die Ökostromreform betrifft auch die grüne Energiebranche. dpa

Für die Windkraft brechen dunklere Zeiten an: Die Ökostromreform betrifft auch die grüne Energiebranche.

HamburgAuch wenn Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und die Energieminister der Länder bei ihrem Treffen am Donnerstag in Berlin die Kooperationsbereitschaft betonten - in der Sache liegen die Positionen im Ringen um ein neues Erneuerbare-Energien-Gesetz teilweise noch weit auseinander. Neben Abstrichen bei der Ökostrom-Förderung geht es dabei besonders um den von Gabriel geplanten Ausbaudeckel für Windstrom, jedoch auch um zahlreiche weitere Einzelpunkte:

Windkraftanlagen an Land

Gabriel will die Förderung von Windkraftanlagen an Land kürzen und deren Ausbau auf 2500 Megawatt pro Jahr begrenzen. Während die Förderkürzung angesichts der hohen Rentabilität von Windstrom grundsätzlich auf Verständnis stoßen, sehen Umweltverbände, Länder und Opposition im Bund durch die Mengenbegrenzung zentrale Klimaschutzziele gefährdet. Strittig ist dabei auch das Einberechnen des sogenannten Repowering oder der Stilllegung älterer Windkraftanlagen. Vor allem süddeutsche Länder befürchten, dass sich Windstrom in küstenfernen Regionen künftig generell nicht mehr lohnen könnte.


Marktintegration und Ausschreibungsmodell

Bei der von Gabriel geforderten besseren Marktintegration des Ökostroms besteht zwar Einigkeit in der grundsätzlichen Zielrichtung, nicht aber in entscheidenden Details. So gibt es Befürchtungen von Branchenverbänden und Ländern, die ab 2017 vorgesehene Ermittlung der Förderhöhe über Ausschreibungen werde kleinere, regionale Anbieter im Vergleich zu großen Konzernen und Finanzinvestoren benachteiligen und Planungssicherheit für Investoren verringern. Umweltverbände halten zudem die vorgesehenen Fristen für die künftig verpflichtende Direktvermarktung von Ökostrom für zu kurz.

Offshore-Windenergie

Abstriche bei den Ausbauzielen für Offshore-Windparks stoßen auf Kritik in den norddeutschen Küstenländern sowie bei Wirtschaftsvertretern und Gewerkschaften der am Bau und Betrieb beteiligten Unternehmen. Sie heben hervor, die Windparks seien wegen ihrer konstant hohen Leistungsfähigkeit wichtige Grundpfeiler eines auf Ökostrom gestützten Energiesystems. Umweltverbände halten sich gleichwohl mit Blick auf die hohen Kosten von Offshore-Windstrom mit Kritik an diesen Kürzungsplänen eher zurück.

Kommentare (28)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

HofmannM

30.01.2014, 10:31 Uhr

Gabriel muss sich schon entscheiden, ob er das EEG und damit die Energiewende zum Schaden der deutschen Wirtschaft und zum Schaden der Bürger (Stromkostensteigerung durch EEG-Zwangsabgabe) aufrecht erhalten will, oder ob er endlich zur Einsicht gekommen ist, dass das EEG/Energiewende der größte GRÜNEN ideologisierte Sabotageakt an der deutschen Wohlstandsgesellschaft ist und mit sofortiger Wirkung eingestampft gehört!

loco

30.01.2014, 11:20 Uhr

Kompromissvorschlag: Das Geschenk der erneuten EEG Reform an die Grundversorger (Eon, RWE, EnBW und Vattenfall) durch die schwarz-rote Koalition sollte von den Grundversorgern folgendermaßen honoriert werden. Die Grundversorger mussen jedes Proton schwarz und jedes Elektron rot anmahlen. Dies sollte den Arbeitsplatzverlust in der Banche der Erneuerbaren Energien kompensieren...

Account gelöscht!

30.01.2014, 11:32 Uhr

"Vorgesehen ist aber, die sogenannte Eigenstromerzeugung künftig in die EEG-Umlage einzubeziehen. Das belastet vor allem Unternehmen, die ihren Strom häufig in eigenen Kraftwerken erzeugen, auch mit Ökostromanlagen."
---
Das ist eine unfaßbare Frechheit, wie sie nur grün übertünchten Sozialisten und Kommunisten einfallen kann. Da produzieren Firmen ihren eingen Strom, um absolut verläßliche und preiswerte Energieversorgung zu haben, und dann greift der Staat auf diese Eigenproduktion zu, wobei gleichzeitig noch der Zwang besteht, mit der Energie-Eigenproduktion ggf. das durch den Flackerstrom instabil gewordene Netz zu stabilisieren, ggf. auf Kosten der Produktion. Ich nenne das Enteignung auf allen Ebenen!
Ich habe nichts gegen Umweltschutz *mit Sinn und Sachverstand*, im Gegenteil, aber diese Ökoreligion ist nur noch von Übel, zumal auch der Umweltschutz auf der Strecke bleibt, denn laut lärmende Vogel- und Fledermausschredder auch in sensiblen Naturbereichen sowie die Verspiegelung und Vermaisung der Landschaft (massiver Pestizideinsatz!) kann man wohl kaum als umweltfreundlich bezeichnen. Hier wird der Teufel des Klimawandels mit dem Beelzebub der Naturzerstörung ausgetrieben, ein Spagat, der jedem normal denkenden Menschen Kopfzerbrechen bereiten würde, mit dem grünsozialistische Ideologen aber offensichtlich kein Problem haben: Fast immer ohne (natur)wissenschaftliche Ausbildung, oft genug ohne berufsqualifizierenden Abschluß und auf jeden Fall unfähig, die Folgen ihrer Ideologie/Ökoreligion zu überdenken, wird einfach blindwütig gehandelt: nach mir die Sintflut, Hauptsache, das eigene verquaste Sendungsbewußtsein und ökologische Ego wird befriedigt.
Wohin dieser fanatische Ökologismus führen kann, wird sehr schön in dem SF-Roman "Die Brücke" von D. Keith Mano beschrieben, in dem letztlich die Ökologisten den kollektiven Selbstmord der Menschheit erzwingen wollen, um die Natur zu "befreien" (lesenswert, aber nur antiquarisch zu bekommen).

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×