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18.02.2014

15:05 Uhr

Regierungspläne

Wie Bayerns Bürger die Stromtrassen torpedieren

Der Streit um Stromtrassen treibt in Bayern die Menschen auf die Straße. Vor allem in Nordbayern ist der Widerstand gegen die Stromautobahn groß. Die Betroffenen sprechen von hinterwäldlerischer Technik.

Gegner der Stromtrassen in Bayern: Die Bürgerinitiativen schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. dpa

Gegner der Stromtrassen in Bayern: Die Bürgerinitiativen schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden.

BergHans-Jürgen Wehner blickt zornig über sein Grundstück in der Oberpfalz - kilometerweit unzerstörte Natur mit Feldern und Wäldern. Der 56-Jährige aus Berg (Landkreis Neumarkt) ist wütend auf die Bundes- und Landesregierung wegen der Pläne, eine Stromtrasse von Sachsen-Anhalt nach Augsburg zu führen: „Der geplante Korridor für die 75 Meter hohen Strommasten verläuft direkt an unserem Grundstück entlang. Aus Naturschutz und vor allem gesundheitlichen Gründen ist das unerträglich.“

Vor einem Jahr hat der gelernte Fernmeldehandwerker das veraltete Elternhaus abgerissen, um ein energiesparsames, ökologisches Haus zu bauen. Eine Solaranlage auf dem Dach, ein Holzheizherd in der Küche sorgen für Strom und Wärme. „Wir sind energieautark, brauchen nur noch etwa acht Raummeter Holz pro Jahr“, sagt Ehefrau Renate stolz. Dieses Idyll sieht das Ehepaar Wehner nun durch die geplante Stromtrasse in Gefahr. Sie soll direkt vor ihrem Haus entlanggeführt werden. „Hätten wir das gewusst, hätten wir niemals hier gebaut. Dann wären wir weggezogen“, schimpft die 56-Jährige.

Sie fürchtet auch konkret um ihre Gesundheit. „Seit einiger Zeit habe ich einen Herzschrittmacher. Daher verzichten wir in der Küche sogar auf eine Mikrowelle. Und jetzt sollen die riesigen Stromleitungen direkt vor unserem Grundstück herführen. Das ist doch Wahnsinn.“

Die Pläne für die 450 Kilometer lange Gleichstrompassage Süd-Ost des Netzbetreibers Amprion haben die Betroffenen regelrecht elektrisiert. Dutzende Bürgerinitiativen (BI) in Franken und der Oberpfalz schossen wie Pilze aus dem Boden. Informationsveranstaltungen des Betreibers sowie Auftritte des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer und seiner Energieministerin Ilse Aigner (beide CSU) werden mit minutenlangen Pfeifkonzerten torpediert.

Kommentare (40)

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HofmannM

18.02.2014, 15:15 Uhr

Das habt ihr alle der Energiewende auf Basis dieses perfiden und asozialen EEG zu verdanken!
Deutschland und die Welt BRAUCHT keine schädliche und wohlstandsvernichtende Energiewende (Erneuerbaren Energien). Diese grünsozialistische Ideologie einer Erneuerbaren Enerigiewelt ist Abzocke und Naturzerstörung pur. Diese Energiewende schadet das Volk und bereichert die Abzocker! Zurück bleibt eine Gesellschaft in Mangel und Armut von Streit/Hass und Zerfall geprägt.
EEG/Energiewende abschaffen. Sofort! Bevor es die Gesellschaft zerreisst!

Notar

18.02.2014, 15:42 Uhr

Zitat : Wie Bayerns Bürger die Stromtrassen torpedieren

- es gibt keine Energiewende, es gibt eine UTOPIEBLENDE !

Kein Mensch braucht eine DOPPELTE STROMERZEUGUNG in Deutschland,

einmal mittels konventioneller Kraftwerke wegen ENERGIEVERSORGUNGSSICHERHEIT
( wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint )

und das andere Mal mittels unnützer , unrentabler Energieträger wie Wind und Sonne !

Und kein Mensch will diesen Unsinn auch bezahlen !

Der NONSENS muss sofort gestoppt werden ! Dann hat sich auch die Angelegenheit mit Verschandelung unserer Landschaften mittels Stromtrassen und Windmühlen erledigt !

loco

18.02.2014, 15:43 Uhr

@ HofmannM
Bitte verschonen Sie uns mit Ihrer Propaganda und lesen sie zumindest mal den Text. Da steht nämlich das sich die Bewohner an der geplanten Stromtrasse selbst versorgen. Und das würde es niemals ohne das EEG geben! Ich halte die Stromtrasse auch für unnötig. Sie HofmannM sollten mit Ihrer Einstellung eigentlich die Stromtrasse befürworten, da diese neben den Strom aus den Offshore Windparks, Strom aus konventionellen Kraftwerken befördern wird. Auf den Punkt gebracht soll diese Stromtrassen ausschließlich Strom der großen Energieversorger weiterleiten. Außerdem verdienen sich die Netzbetreiber dumm und dämlich, da denen eine Rendite von 9% garantiert wird.
In Bayern werden bald Kernkraftwerke vom Netz gehen. Herr Seehofer hat 4 Möglichkeiten.
1. Die Stromtrasse mit den Wahnsinns-Kosten bauen lassen
2. Dem Bau der billigen Onshore Windkraft in Bayern endlich freigeben
3. Gaskrftwerke bauen und mit steigenden Gaspreisen leben
4. Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke

HofmannM ist bestimmt für Punkt 4. Dann müssten sie allerdings Ihre Wohnung als Zwischenlager (für die nächsten 1000 Jahre) bereit stellen und bei einem Gau sich als erster Freiwilliger melden!

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