Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.02.2014

16:16 Uhr

Register

Bessere Datenerfassung im Kampf gegen Krebs

Das Gesundheitsministerium will die Voraussetzungen für ein Krebsregister bis Mitte 2015 schaffen. So sollen bessere Erkenntnisse für die Therapie gewonnen werden.

Mit dem Krebsregister soll der Kampf gegen Krebs besser organisiert werden. dpa

Mit dem Krebsregister soll der Kampf gegen Krebs besser organisiert werden.

Zur besseren Bekämpfung von Krebserkrankungen wird laut Bundesgesundheitsministerium mit Hochdruck am flächendeckenden Aufbau klinischer Krebsregister gearbeitet. Bis Mitte 2015 würden die meisten Bundesländer die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen haben, sagte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Daten über die Behandlung und den Verlauf von Krebserkrankungen sollen künftig einheitlich erfasst und ausgewertet werden. Ziel sind bessere Erkenntnisse für die Therapie.

Zugleich will die Regierung die Vorsorge stärken. Dazu sollen Versicherte künftig verstärkt zu Früherkennungsuntersuchungen für Darm- und Gebärmutterhalskrebs eingeladen werden, so wie dies heute bereits bei der Brustkrebsvorsorge für Frauen der Fall ist. „Je früher Krebs entdeckt wird, desto höher sind die Heilungschancen“, sagte Gröhe. Einladeverfahren wie bei der Brustkrebsvorsorge hätten sich bewährt.

Der Aufbau der bundesweiten klinischen Krebsregister ist im sogenannten Krebsfrüherkennungs- und registergesetz (KFRG) geregelt, das im April 2013 in Kraft trat. Sie sind ein Baustein des Nationalen Krebsplans, den das Bundesgesundheitsministerium bereits 2008 mit der Krebshilfe und anderen Fachverbänden erarbeitet hatte.

Zwar gibt es in einigen Bundesländern bereits klinische Krebsregister. Sie sind aber unterschiedlich strukturiert, was die Datenerhebung bislang schwierig macht. Künftig sollen für alle einheitliche Vorgaben gelten. Dadurch sollen unter anderem Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Behandlungszentren deutlich gemacht und die besten Therapien herausgefiltert werden.

Referenzzentrum Mammographie am Universitätsklinikum Münster (UKM): Früherkennung erhöht di Heilungschancen bei Krebs. dpa

Referenzzentrum Mammographie am Universitätsklinikum Münster (UKM): Früherkennung erhöht di Heilungschancen bei Krebs.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte vor einem weltweiten dramatischen Anstieg der Krebserkrankungen gewarnt. In Deutschland erkrankten laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2010 mehr als 477.000 Menschen neu an Krebs; mehr als 218.000 starben daran. Damit ist in Deutschland Krebs die zweithäufigste Todesursache nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Um die Darmkrebsvorsorge zu verbessern, schreiben einige Kassen ihre Versicherten bereits an und laden sie zur Früherkennung ein. Flächendeckend wurde diese Einladesystem aber noch nicht eingeführt.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×