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09.12.2013

18:45 Uhr

Rohstoffversorgung

Die „Achillesferse“ der deutschen Wirtschaft

Deutschland ist ein rohstoffarmes Land. Die Importabhängigkeit vor allem bei Energierohstoffen wie Öl nehme in den kommenden Jahren zu, heißt es nun in einem Bericht.

Braunkohlebagger im Tagebau Garzweiler: Deutschland förderte im Jahr 2012 insgesamt 198,8 Millionen Tonnen Braunkohle, Steinkohle und Erdöl. dpa

Braunkohlebagger im Tagebau Garzweiler: Deutschland förderte im Jahr 2012 insgesamt 198,8 Millionen Tonnen Braunkohle, Steinkohle und Erdöl.

HannoverDie Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) sieht den Industriestandort Deutschland durch ernste Versorgungsengpässe bei Rohstoffen bedroht. In den kommenden Jahren könnte die Planungssicherheit der Unternehmen eingeschränkt werden, warnte die Bundesanstalt in einem am Montag veröffentlichen Bericht zur Lage der Rohstoffversorgung in Deutschland. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt musste 2012 mineralische Rohstoffe und Energierohstoffe im Wert von rund 150,5 Milliarden Euro einführen und damit 6,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

„Die Versorgung mit Rohstoffen bleibt die Achillesferse für den Technologiestandort Deutschland“, kommentierte BGR-Experte Volker Steinbach die Daten. Die heimischen Unternehmen bleiben auf funktionierende Rohstoffmärkte angewiesen, wie es hieß. Dabei stelle auch der Einfluss der Spekulation an den Märkten die von Importen abhängige deutsche Wirtschaft vor neue Herausforderungen.

„Wie in den Jahren zuvor machten die Energierohstoffe den größten Teil der Importausgaben aus“, so der BGR. Laut den Experten betrugen die deutschen Rohölimporte im vergangenen Jahr 93,4 Millionen Tonnen. Das sind 2,9 Millionen Tonnen oder 3,2 Prozent mehr als 2011. Über 60 Prozent der deutschen Ölimporte stammen aus Russland, Großbritannien und Norwegen.

Dagegen förderte Deutschland 2012 laut dem Bericht 198,8 Millionen Tonnen Braunkohle, Steinkohle und Erdöl. Im Jahr zuvor lag die Produktionsmenge bei 191,3 Millionen Tonnen. Das Produktionsvolumen der mineralischen Rohstoffe sank von etwa 605 Millionen auf 562 Millionen Tonnen.

Trotz der höheren deutschen Fördermenge an Energierohstoffen 2012 sieht die BGR eine „natürliche Erschöpfung der heimischen konventionellen Erdöl-und Erdgasvorkommen“. Gemeinsam mit dem Auslaufen der Steinkohlesubventionierung sei auch zukünftig von einem weiteren Anstieg der Importabhängigkeit Deutschlands bei Energierohstoffen auszugehen, heißt es weiter in dem Bericht. Immerhin könne der zunehmende Trend zum Recycling einen deutlichen Beitrag zur Verbesserung des Rohstoffangebots in Deutschland leisten.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Joerg_Duerre

10.12.2013, 08:23 Uhr

Mineralöl im Verkehr durch Ökostrom ersetzen ist zu einfach oder wie?
Selbst zu den hohen durchschnittlichen Förderpreisen von Photovoltaik (29 Cent) ist E-Mobilität bereits günstiger als der Einsatz konventioneller Verbrennungsmotoren mit Importöl.
Um die Archillesferse in Sicherheit zu bringen wäre ein Schritt nach vorn angebracht.

HofmannM

10.12.2013, 08:33 Uhr

@Joerg_Duerre
Es gibt keinen "ÖKOSTROM"!! Weder Wind, noch Sonne, noch Biomasse können rund um die Uhr den Strom erzeugen! Wann kapiert ihr grünen Fanatiker das endlich! Unsere moderen Gesellschaft ist auf die Kraftwerke (Kohle, Gas und Uran) angewiesen! Der Strom für ihre E-Mobilität wird immer aus einen Kraftwerk (Kohle, Gas und Uran) stammen! Energiewende/EEG = Armut und Mangel!!!

Tim

10.12.2013, 09:22 Uhr

@HoffmannM
Das sehen sie eindeutig falsch. Es ist durchaus möglich den Strom für die Elektromobilität aus regenerativen Quellen bereitzustelllen.
Allerdings in Form von Wasserstoff. Den könnte man während einer Überproduktion von Wind- und oder Solarstrom herstellen. Wasserstoff lässt sich außerdem nahezu problemlos speichern. Und ein Auto das mit Wasserstoff fährt braucht auch nicht zig Stunden an der Steckdose sondern ist schnell getankt.
Dass sie schreiben dass EEG bedeutet Armut ist einerseits richtig, andererseits liegt das nicht an der Art der Energieerzeugung sondern an der Unfähigkeit unserer Politiker. Die habem nämlich mal eben beschlossen sie größten Energieverbraucher von der EEG-Umlage zu befreien und in diesem Zuge Privatpersonen und Kleinbetriebe stärker zu belasten.
Bitte recherchieren sie besser bevor sie hier Stammtischparolen zum besten geben

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