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04.07.2013

05:30 Uhr

Rote Zahlen

Welche Branche macht seit 100 Jahren keinen Gewinn?

Die Geschichte dieser Branche ist eine Geschichte der Pleiten. Liberalisierung und Überkapazitäten brachten das betreffende Geschäft massiv unter Druck. Um welche Branche es sich handelt? Die Antwort finden Sie hier.

Ein Flugzeug über den Spitzen eines Pavillons in Berlin. dpa

Ein Flugzeug über den Spitzen eines Pavillons in Berlin.

Die Globalisierung ist ihr Geschäftsmodell. Dennoch kämpfen die Fluggesellschaften seit vielen Jahrzehnten mit roten Zahlen. Das Ergebnis fasste der frühere Lufthansa-Chef Jürgen Weber jüngst zusammen: „Diese Branche hat, seit es sie gibt, also seit fast 100 Jahren, unterm Strich kein Geld verdient. Nennen Sie mir eine andere Branche, in der das der Fall ist! Ich kenne keine.“

Tatsächlich ist die Geschichte der Luftfahrt eine Geschichte der Pleiten. Es war Ferdinand Graf von Zeppelin, der 1909 mit der Delag in Frankfurt die weltweit erste kommerzielle Fluggesellschaft gründete. Anfangs wurden die Airlines als staatliche Botschafter gesehen und geschützt. Doch mit der Liberalisierung geriet die Branche unter Druck. Überkapazitäten drückten die Preise.

Hinzu kamen explodierende Kosten. So machte die Treibstoffrechnung der Airlines vor 20 Jahren gut 20 Prozent der Kosten aus, heute sind es schon bis zu 35 Prozent. Die bislang größte Pleite war die der US-Gesellschaft Eastern Air Lines im März 1989. Zwei Jahre später ging dann mit Pan Am einer der Pioniere der Luftfahrt unter.

Kommentare (7)

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Frequentflyer

04.07.2013, 06:30 Uhr

Wie überall gibt es aber auch hier erfolgreiche und nicht erfolgreiche Unternehmen (Airlines). Die gut gemanagten betreiben entweder eine billige "ohne Service" Airline oder eine kundenorientierte, servicebetonte Airline. Beide erwirtschaften durchaus Gewinne. Da brauch Herr Franz nicht zu jammern, die LH hatte selten das Ohr am Kunden und weiss nicht, welches beider Konzepte sie führen soll. Allein mit dem guten Ruf, den deutsche Produkte haben, kann man dauerhaft nicht erfolgreich sein. Ich wünschte mir für den Kranich ein besseres Management.

jodan

04.07.2013, 10:30 Uhr

HB Juli 2013 Beitrag Kein Gewinn in 100 Jahren

Leider läßt der HB - Beitrag ein ganz entscheidendes Faktum der gegenwärtigen Politik der Airlines ausser acht. Es kann keinem Beobachter entgangen sein, dass ein nicht unbedeutender Teil der Gesellschaften ein Geschäfts-modell präferiert, dass einzig und allein auf Subventionen durch den Staat basiert. Der Steuerzahler garantiert einem
skrupellosen Geschäftsgangster wie Ryanair Chef O'Leary eine erfolgreiche Bilanz, weil die Linie nur Flughäfen
anläuft, die er vorher mit geringsten Landegebühren erpresst hat. Hahn im Hunsrück ist ein Paradebeispiel. Für die auch nur auf den ersten Blick geringen Ticketpreise der Ryanair-Kunden muss die Mainzer Landesregierung tief in den Steuersäckel greifen. Wer als "normaler" Carrier dagegen erfolgreich ankämpfen soll, hat von vornherein nur
ganz geringe Chancen. Es wird höchste Zeit, dass die EU, wie gegenwärtig geplant, solchen Geschäftsmodellen die
Genehmigung entzieht. Es wird nicht nur die Chancen der übrigen Gesellschaften steigern, sondern auch die
Sichertheit im Luftverkehr verbessern. Wer Stewardessen zu Co-Piloten umfunktionieren will, um Kosten zu sparen,
kann es zu gunsten seines eigenen Gewinns mit Leben und Gesundheit der Passagiere nicht sehr ernst meinen.

Luftatmer

04.07.2013, 11:28 Uhr

Nicht berücksichtigt sind hier auch die Kosten des Umweltverbrauchs, sei es durch direkt in die obere Atmosphäre geblasene Treibhausgase, sei es durch vor der Landung abgelassenes Kerosin. Kosten übrigens, mit denen Graf Zeppelin noch nichts zu tun hatte. Es ist eben ein Fehler, mit dem Rechenstift zu entscheiden, wie man sich verhalten soll.

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