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20.02.2014

10:03 Uhr

Rückschlag für Offshore

Ein Windpark und ein Sterntaucher

VonCarsten Herz

Ein Konsortium stoppt wegen einer geforderten Vogelschutzstudie den Ausbau des weltgrößten Offshore-Parks. Für die Energiepolitik in Großbritannien ist das ein neuer Rückschlag.

Arbeiten am Windpark London Array: Ein Wasservogel beschert Probleme. dpa

Arbeiten am Windpark London Array: Ein Wasservogel beschert Probleme.

LondonFür einen Wasservogel ist der Sterntaucher eher klein. 55 bis 67 Zentimeter wird er groß und im Schnitt nur 1700 Gramm schwer. Doch der kleine Vogel hat dem deutschen Energiekonzern Eon ein großes Problem beschert: Wegen einer geforderten Studie über den Schutz dieser Art hat ein internationales Konsortium unter Beteiligung von Eon seine Pläne zum Ausbau des weltgrößten Offshore-Windparks vor der ostenglischen Küste jetzt abgesagt.

In der Untersuchung sollten die Deutschen, die dänische Dong Energy und der arabische Energieinvestor Masdar nachweisen, dass sich die Auswirkungen auf den Sterntaucher in Grenzen halten und der Status eines Schutzgebiets nicht gefährdet wird. Ein Aufwand, den die Energiekonzerne scheuten: Das Gemeinschaftsunternehmen geht davon aus, dass die Studie mindestens drei Jahre in Anspruch genommen hätte. Auch danach habe es keine Garantie gegeben, dass die Behörden das Projekt durchgewinkt hätten. Zudem habe es technische Probleme gegeben.

Der Windpark London Array sollte der größte Windpark in der Nordsee werden. Geplant war, die Kapazität der Anlage im Mündungsbereich der Themse von bislang 630 Megawatt um 200 Megawatt zu erweitern. Für die Energiepolitik in Großbritannien ist das ein neuer Rückschlag. Großbritannien gilt zwar wegen seiner Insellage und der vergleichsweise flachen Küstengewässer als idealer Standort für Offshore-Windparks. In den vergangenen Monaten haben jedoch bereits Firmen wie RWE oder die Iberdrola-Tochter Scottish Power ihre Pläne für den Bau von Windkraftanlagen auf See vor der britischen Küste zurückgefahren oder aufgegeben. Gründe waren hohe Baukosten - und technische Probleme.

Kommentare (28)

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HofmannM

20.02.2014, 11:29 Uhr

Kein Investor baut einen Windpark mehr weiter, wenn in Zukunft die Kernkraft in England ausgebaut wird.
Windmühlen sind einen Kraftwerkspark (Kohle, Gas und Uran) wirtschaftlich wie auch technisch völlig unterlegen. Der freie Markt (Wettbewerb von Angebot und Nachfrage) hat schon vor über hundert Jahren sich von den Launen der Natur (Sonne und Wind) verabschiedet und sich der Zukunft der bedarfsgerechten Stromerzeugung/Versorgung durch Dampfmaschinen (Kraftwerke) zugewendet. Die Dampfmaschine hat die Unabhängigkeit von den Naturlaunen (Wind und Sonne) eingeläutet und damit die Basis für unseren heutigen Wohlstand-Fortschritt gegeben.
Energiewende = Mangel und Armut!

loco

20.02.2014, 11:51 Uhr

@ HofmannM

In England sind 2 KKWs geplant. Die Betreiber möchten umgerechnet und auf heutigem Inflationsstand 11 cent/kWh über 35 Jahre allerdings zzgl. Inflationsausgleich. Die KKWs sollen 2022 an Netz gehen. Bei einer Inflation von nur 1,5% würden aus den 11 cent schon 12,5 cent bei Inbetriebnahme werden. Und das über 35 Jahre + Inflationsausgleich. Zum Vergleich große PV Anlagen bekommen ca. 9 cent/kWh (Inbetriebnahme jetzt) über nur 20 Jahre. Und diese Vergütung sinkt pro Jahr um 12%.
Zu diesem KKW-Projekt passt außerdem, dass der englische Steuerzahler über 40% der Investkosten Bürgen soll.
Und die Kosten des Atommülls sind noch nicht mal einkalkuliert. Eine Haftpflichtversicherung für die KKWs ist (wie gewohnt bei KKWs) auch nicht mit dabei.

Fazit: Bis dahin sind die Regenerativen Energien inkl. Speicher günstiger und die KKWs sind Investruinen wobei der Steuerzahler 40% der Investkosten zahlen darf!

HofmannM

20.02.2014, 12:44 Uhr

@loco
Zum Vergleich...der deutsche Bürger zahlt 28 ct/Kwh tendenz stark steigend!
Zum Vergleich...die Kosten der Kernkraft sind bereits in den Entstehungspreis von 3 ct/kwh mit eingerechnet und das schon seit Jahrzehnten. Die daraus gewonnen Rücklagen wurden in verschiedene innerdeutsche und auch kommunalen Beteiligung gesteckt. Mit dem unsinnigen Kernkraftwerkausstieg und dieser wohlstandsvernichtenden Energiewende müssen diese Beteiligung jetzt natürlich zwanghaft aufgelöst werden. Zum Schaden nicht nur von EON, ENBW, RWE und Vattenfall, sondern insbesonder auch zum Schaden der Kommunen, Städte und Bundesländer und zum Schluss zu unser ALLER Volkswirtschaftlichen Schaden.
Energiewende/EEG = Armut und Mangel!
Ein Kraftwerkmixpark aus Kohle, Gas und Uran = Wohlstand und Fortschritt für Industrie/Wirtschaft UND Bürger!

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