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20.12.2013

10:59 Uhr

„Science“-Magazin

Krebs-Immuntherapie ist Top-Entdeckung des Jahres

Mit Hilfe von Immunzellen den Krebs bekämpfen: Diese Therapie hat das „Science“-Magazin zur wissenschaftlichen Entdeckung 2013 gekürt. Auch neun weitere Entdeckungen schafften es auf die Liste.

Mammografie bei einer Frau: Eine neue Krebs-Therapie wurde zur Erfindung des Jahres gewählt. dpa

Mammografie bei einer Frau: Eine neue Krebs-Therapie wurde zur Erfindung des Jahres gewählt.

WashingtonDer Fortschritt bei der Krebs-Immuntherapie ist nach Einschätzung des Fachmagazins „Science“ die wissenschaftliche Top-Entdeckung des Jahres 2013. Die Strategie, an der seit Jahrzehnten geforscht wird, habe in diesem Jahr endlich ihr volles Potenzial gezeigt, begründeten die Herausgeber ihre Entscheidung in einer Mitteilung. „Ein neues Kapitel der Krebsforschung und -behandlung hat begonnen.“

Bei der Krebs-Immuntherapie steht nicht der Tumor im Vordergrund, sondern das Immunsystem. Die Methode soll Immunzellen dazu bringen, den Krebs zu bekämpfen. Sie ist aber bisher nur an wenigen Krebsarten und noch nicht ausgiebig getestet worden.

Hinter der Immuntherapie schafften es neun weitere Entdeckungen auf die jährlich veröffentlichte Liste des „Science“-Magazins, unter anderem die Entdeckung, dass das menschliche Gehirn sich im Schlaf selbst reinigt und repariert. Mit Experimenten an Mäusen wiesen Forscher nach, dass das Gehirn im Schlaf Kanäle zwischen Neuronen erweitert, so dass mehr Hirnflüssigkeit durchfließen kann. Das spreche dafür, so die Wissenschaftler, dass Sanierung und Reparatur mit zu den wichtigsten Gründen gehört, warum Menschen schlafen.

Auch der Fortschritt an im Labor gezüchteten Mini-Organen sei in diesem Jahr bemerkenswert gewesen, teilten die „Science“-Herausgeber mit. So seien unter anderem kleine Lebern, Nieren und Gehirne erschaffen worden, die eines Tages möglicherweise weit besser zu Forschungszwecken benutzt werden könnten als Versuchstiere.

Ein Durchbruch wurde auch bei der Erforschung der unzähligen im Körper lebenden Mikroben erzielt. Es sei deutlich geworden, wie wichtig diese Mini-Lebewesen für den Menschen sind, hieß es in der Mitteilung von „Science“. So könnten Darmbakterien etwa zu einer schweren Form von Mangelernährung beitragen. Die Medizin müsse die Mikroben eines Menschen künftig stärker in Behandlungen einbeziehen.

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