Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.09.2013

12:27 Uhr

Sicherheitskontrollen

Japan fährt Atomreaktoren herunter

Die zwei noch arbeitenden Atomreaktoren des Kraftwerks Oi werden ab Montag für durchzuführende Sicherheitskontrollen heruntergefahren. Beide Reaktoren waren seit Juli 2012 gegen allen Protest in Betrieb.

Reaktor 3 und 4 des Kernkraftwerks Oi in Japan: Wann sie wieder ans Netz gehen sollen, ist noch offen. ap

Reaktor 3 und 4 des Kernkraftwerks Oi in Japan: Wann sie wieder ans Netz gehen sollen, ist noch offen.

TokioJapan wird noch in diesem Monat die beiden einzigen arbeitenden Atomreaktoren für Kontrollen abschalten. Am Montag werde damit begonnen, Reaktor 3 des Atomkraftwerks Oi in der Präfektur Fukui herunterzufahren, teilte der Betreiber Kansai Electric Power mit. Mitte September soll dann Reaktor 4 folgen. Wann beide wieder ans Netz gehen sollen, blieb zunächst offen. Sie waren im Juli 2012 trotz massiver Proteste der Öffentlichkeit hochgefahren worden.

Seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima im März 2011 lehnt eine breite Öffentlichkeit Atomstrom ab, der davor ein Drittel des japanischen Energiebedarfs abdeckte. In Fukushima war nach einem Erdbeben und einem Tsunami das Kühlsystem ausgefallen, woraufhin es in mehreren Reaktoren zur Kernschmelze kam. Der Betreiber Tepco kämpft seither mit großen Mengen radioaktiv verseuchten Wassers, das zu Kühlzwecken an den beschädigten Reaktoren eingesetzt wurde.

Vor wenigen Tagen hatte die japanische Atomaufsicht die neuen Probleme an der Nuklearanlage als "ernsten Störfall" eingestuft. Inzwischen wächst allgemein das Misstrauen in das Vermögen von Tepco, die Probleme in den Griff zu bekommen.

Von

afp

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

02.09.2013, 13:54 Uhr

"masive Proteste (gegen Atomkraft)" und "lehnt eine breite Öffentlichkeit Atomstrom ab". Das hätten die Grünen und die Mehrheit der deutschen Journalisten gern. Wahr ist jedoch, dass die Japaner kürzlich Abe gewählt haben, der ein Befürworter von Atomstrom ist.

So wird in einem weiteren Artikel der Anschein geweckt, dass die ganze Welt gegen Atomstrom ist. Das ist falsch. Richtig ist, dass wir Deutschen mit unserer Energiepolitik weltweit ziemlich isoliert sind.

laika0231

02.09.2013, 16:00 Uhr

Japan wurde quasi über Nacht ca. ein Drittel seiner Stromerzeugung "beraubt".
Das die japanische Regierung diese spontane Energiewende hinbekommen hat, sollte der Bundesregierung ein leuchtendes Vorbild sein.
Dies gilt umso mehr für die Tatsache, dass Japan nun verstärkt auf Photovoltaik und Windkraft setzt und die deutschen Installationsziele für 2013 weit übertreffen wird.

vandale

02.09.2013, 16:03 Uhr

Japan nutzt teure Erdgas und Erdölkraftwerke um Strom zu erzeugen. Die Kosequenz findet man in Geschäftsberichten und der Handelsbilanz.

Es ist eine sehr teure Panikreaktion.

Vandale

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×