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25.09.2013

17:51 Uhr

Smart Grids

Neue Geschäfte mit der Energiewende

Intelligente Stromnetze erfordern erhebliche Investitionen. Doch sie bieten auch viel Raum für neuartige Geschäftsmodelle. Insbesondere Unternehmen aus der IT- und Telekommunikationsbranche wittern hier ihre Chance.

Stromnetz-Leitstelle der EnBW: Gute Ideen und technologisches Wissen zahlen sich aus. dpa

Stromnetz-Leitstelle der EnBW: Gute Ideen und technologisches Wissen zahlen sich aus.

KölnWo andere Unternehmen ein paar Modelle aus dem Schrank holen, hat das Beratungsunternehmen Egrid eine ganze Ortschaft als Präsentationsfläche. Erst kürzlich wieder hatte Geschäftsführer Bernhard Rindt um die 60 Vertreter von Verteilnetzen zu Gast in Wildpoldsried im Allgäu, um vorzuführen, wie ein Stromnetz der Zukunft aussehen kann: Kommunizierende Transformatoren gehören dazu. Oder eine Biogasanlage, die sich dazuschaltet, wenn zu wenig Wind- oder Solarstrom ins Netz fließt.

So viel Praxis kommt gut an. „Das ist eben kein Prospekt, das ist live“, sagt Bernhard Rindt. Anfang des Jahres hat der regionale Verteilnetzbetreiber Allgäuer Überlandwerke die neue Beratungstochter gegründet. Vorausgegangen war die Umrüstung des Netzes in Wildpoldsried, die vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wurde. „Wir haben mindestens zwei Jahre Wissensvorsprung in diesem Thema“, schätzt Rindt, „es wäre sowohl volkswirtschaftlich als auch betriebswirtschaftlich Unsinn, dieses Wissen nicht zu nutzen.“

Geschäftsmodell Energiewende: Damit die Netze smarter werden, sind hohe Investitionen nötig. Allein in die Modernisierung der Verteilnetze, die den Strom bis in die Haushalte bringen, müssen zwischen 27,5 und 42 Milliarden Euro gesteckt werden, ermittelte die Deutsche Energie-Agentur (dena) Ende des vergangenen Jahres. Was für die einen eine Last ist, bedeutet für viele ein spannendes neues Umsatzfeld.

„Technisch geht heute so gut wie alles“, sagt Matthias von Bechtolsheim, Leiter des Geschäftsbereichs Energie Versorger bei der Unternehmensberatung Arthur D. Little. Gute Ideen und technologisches Wissen zahlen sich aktuell besonders aus – für Unternehmen verschiedener Branchen: „Es gibt in der Tat Möglichkeiten, aus anderen Geschäftsfeldern zu kommen“, erklärt von Bechtolsheim.

Insbesondere Unternehmen aus der IT- und Telekommunikationsbranche suchen ihre Chance. IBM etwa präsentierte vor wenigen Wochen eine Wettervorhersage-Software für Versorger: Mit deren Hilfe sollen die Unternehmen besser prognostizieren können, wann besonders viel Wind- und Sonnenstrom ins Netz fließen werden – und wann traditionelle Kraftwerke dazugeschaltet werden müssen, um Lastspitzen aufzufangen.

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