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11.10.2013

14:09 Uhr

Solartechnik

Platzsparende Speichersysteme

VonSteffen Ermisch

Weil die Technik solarthermischer Anlagen viel Platz einnimmt, kommt die Energiewende im Wärmesektor nur schleppend voran. Neue Speichersysteme sollen das ändern: Sie sind kleiner – und obendrein energieeffizienter.

Künftig kleiner und effizienter: Photovoltaikanlage auf einem Hausdach. dpa

Künftig kleiner und effizienter: Photovoltaikanlage auf einem Hausdach.

KölnHäuslebauer und Gewerbetreibende machen das Dach zur Heizung: Über 1,8 Millionen solarthermischer Anlagen gibt es laut Bundesverband Solarwirtschaft mittlerweile. Dennoch sagt Geschäftsführer Jörg Mayer: „Von einer Energiewende im Wärmesektor kann bislang leider in Deutschland kaum die Rede sein.“ Um die Ziele der Energiewende zu erreichen, müsste der jährliche Ausbau der Kollektorenfläche doppelt so hoch sein.

Dass die Solarthermie nur schleppend vorankommt, liegt auch daran, dass die Technik viel Raum braucht - nicht nur für die Kollektoren, sondern vor allem für Speicher, die die an Sommertagen erzeugte Wärme konservieren: Bisher sind dafür riesige Wassertanks nötig, für die bei bestehenden Gebäuden oft kein Platz ist. Abhilfe versprechen nun Wissenschaftler, die an neuen Wärmebatterien arbeiten. Die Idee: Statt erhitztes Wasser durch Isolierung zu konservieren, nutzt man zum Speichern und Abrufen von Wärme chemische beziehungsweise physikalische Reaktionen bestimmter Stoffe.

So könnte der Raumbedarf auf ein Viertel schrumpfen, wie ein Projekt des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) zeigt. Als Speichermaterial nutzen die Forscher Zeolithkügelchen. In seiner natürlichen Form auch als „Siedestein“ bezeichnet, hat das Material die Eigenschaft, Wasser in seinen Poren zu adsorbieren und dabei Wärme freizusetzen. Umgekehrt gibt Zeolith das Wasser wieder ab, wenn man die Kügelchen erwärmt. „Das gespeicherte Wärmepotenzial kann nach beliebig langer Zeit verlustfrei abgerufen werden“, erklärt Fraunhofer-Forscher Timo Langhof.

Derzeit testet das Fraunhofer-Institut einen Speicher, der 750 Liter fasst. Die Technik hält Langhof nicht nur im Gebäudebereich für interessant: „Unser Fokus liegt auf einer verstärkten Nutzbarmachung der Solarthermie für industrielle Anwendungen.“ Zudem werde eine Effizienzsteigerung von wärmeintensiven Industrieprozessen und Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung angestrebt. Zu den Interessenten zähle ein Energiekonzern in Estland, der Abwärme von Biomasse-Kraftwerken nutzbar machen wolle. Bisher erreichten die Forscher 130 Grad, für höhere Temperaturen erproben sie nun flüssige Stoffe.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

11.10.2013, 15:59 Uhr

Solarthermie macht wegen der Speichermöglichkeit zumindest mehr Sinn als Photovoltaik. (Aus dem ausgewählten Bild schließe ich, dass Sie, lieber Autor S. Ermisch, nicht verstanden haben, dass das zwei verschiedene Technologien sind...)
Vieleicht macht das sogar wirklich für Industrieanlagen Sinn, zumindest in südlichen Ländern mit ausreichend Sonnenschein.
Der Satz "Häuslebauer ... machen das Dach zur Heizung..." ist allerdings unsinnig: Dummerweise will ich ausgerechnet im Winter heizen, wenn die Sonne am schwächsten ist!

vandale

11.10.2013, 19:20 Uhr

Zahlreiche Menschen haben sich zu thermischen Solaranlagen überreden lassen.

Hauptproblem ist dass die Sonnenwärme grösstenteils im Sommer, kaum jedoch im Winter anfällt. Bedarf und Wärmeanfall sind nicht deckungsgleich. Gem. R. Hoffmann sind die Anlagen trotz Subventionen selten rentabel. Vielleicht findet man im Netz noch den einen, oder andern Artikel, oder Film.

Der Solarkritiker Rainer Hoffmann hatte sich intensiv mit thermischen Solaranlagen, den bewusst falschen Aussagen von Herstellern, Fernsehsendungen und Medienberichten auseinandergesetzt. Man hat ihm Rechtsanwälte und Gerichte auf den Hals gehetzt bis er dannaus Deutschland fgeflohen st.

Vandale

Kaurikampf

12.10.2013, 22:25 Uhr

Wenn man auf dem zum Artikel Photovoltaik-Elemente zeigt und über Solarthermie schreibt, dann weiß ich, dass die jahrzehntelange Vernachlässigung der MINT - Fächer die Readaktionsstuben erreicht hat. Das mag ja noch angehen. Aber im Parlament sitzen ja auch Leute, die von Technik nichts verstehen - aber lobby-getriggert ziemlich dumme Entscheidungen zu Lasten unserer aller Geldbeutel fällen! Wie anders ist das EEG zu verstehen.
Und nun noch zum Redakteur. Latentwärmespeicher sind ein ganz alter Hut. Wasserwärmespeicher brauchen zwar viel Platz, sie sind aber technisch ausgereift und preiswert. Wer große Keller hat, hat kein Problem. Ich Dusche von März bis Ende Oktober von sonnenerwärmten Wasser und belaste meine Nachbarn nicht mit einer EEG-Umlage!

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