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04.07.2014

09:36 Uhr

Speicherkraftwerk unter Tage

Neue Chance für ausrangierte Zechen

Ohne bezahlbare Stromspeicher stößt die Energiewende an ihre Grenzen. Pumpspeicherkraftwerke können helfen, lassen sich über Tage aber nur schwer durchsetzen. In ausrangierten Zechen würde das anders aussehen.

Und was danach? Mit dem Ende der Kohlezeit in Deutschland stellt sich die Frage, was mit den riesigen Schächten passiert. dpa

Und was danach? Mit dem Ende der Kohlezeit in Deutschland stellt sich die Frage, was mit den riesigen Schächten passiert.

Bottrop/EssenDer Steinkohleabbau in Deutschland endet unwiderruflich 2018, aber die riesigen unterirdischen Schacht- und Stollenanlagen der ausrangierten Zechen bekommen vielleicht eine zweite Chance: Unter Tage in mehr als 600 Metern Tiefe ist viel Platz für Pumpspeicherkraftwerke - Stromspeicher, die derzeit händeringend gesucht werden. „Von der Technik her kann das klappen. Wir haben kein K.o.-Kriterium gefunden“, sagt der Essener Professor für Wasserbau André Niemann, der das Projekt zusammen mit einer Forschergruppe geprüft hat. Problematisch sind aber die Finanzen: Beim jetzigen niedrigen Börsenstrompreis rechnen sich die hohen Baukosten für die unterirdischen Stromspeicher nicht.

Wie sicher Pumpspeicherkraftwerke funktionieren, lässt sich seit vielen Jahren zum Beispiel am Hengsteysee südlich von Dortmund besichtigen. Dort steht seit 1930 eine von Deutschlands ältesten noch laufenden Anlagen. Wenn Strom reichlich vorhanden und damit billig ist, wird Wasser durch riesige Rohre gut 160 Meter hoch in einen Obersee gepumpt. Bei Bedarf flutet es zurück in den See, treibt dabei Turbinen an und erzeugt so mehrere Stunden lang Strom.

Das Kraftwerk ist im Prinzip eine riesige Batterie, die große Energiemengen beliebig lange speichern kann, sich in rund 60 Sekunden auf Volllast hochfahren lässt und dabei etwa 80 Prozent Wirkungsgrad hat - genau das richtige für die im Gigawattbereich schwankenden Stromerzeugungskapazitäten der Wind- und Solarparks. Fünf bis sechs neue Pumpspeicherkraftwerke in NRW bis 2025 fordert deshalb der Grünen-Landtagsfraktionschef in NRW, Reiner Priggen.

Große Neubauprojekte gibt es durchaus - etwa ein 500-Millionen-Euro-Vorhaben des Stadtwerkeverbundes Trianel im ostwestfälischen Höxter oder zwei Projekte von jeweils über 300 Megawatt der Düsseldorfer Stadtwerke und des Regionalversorgers Enervie im Sauerland.

Doch die Baupläne stoßen auch in weniger dicht besiedelten Gebieten auf heftigen Widerstand, wie Versorger mehrfach erleben mussten: Im Sommer 2013 gab Trianel ein 700-Millionen-Euro-Projekt am Rursee in der Eifel angesichts von Bürgerprotesten auf. Ablehnung von Umweltschützern schlägt auch dem geplanten Speicherkraftwerk Atdorf II in Südbaden entgegen, für das zwei insgesamt 110 Hektar große Seen und eine 75-Meter-Staumauer gebaut werden müssten.

Kommentare (3)

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04.07.2014, 13:28 Uhr

Kein Mensch investiert in solche Projekte, solange das EEG bestand hat. Und wenn das EEG abgeschafft ist, dann wird auch keiner in solche Porjekte investieren, weil es dann keinen Bedarf mehr an den sog. Erneuerbaren Energien geben wird. Damit kehrt die freie Marktwirtschaft wieder zurück und die Wirtschaftlichkeit von Kohle, Gas und Kernkraftwerken wird wieder seine Arbeit aufnehmen. Sicher und Zuverlässig stützen Kohle und Kernkraftwerke schon heute die Energiewende (Erneuerbaren Energieerzeuger Abzocker).

Herr H. Bartels

04.07.2014, 14:32 Uhr

Hoch problematisch dürfte sein, dass sich das Wasser im unterirdischen Speicher deutlich erwärmen wird und im Übertagebecken eine eigenartige, stinkende und in den Wintermonaten dampfende Kloake entwickeln dürfte.

Vlt. kann man ja die Übertagebecken überdachen (teuer) und mittels Wärmetauscher die überschüssige Wärme einem Fernwärmesystem zuführen.

Herr Hans Maiser

07.07.2014, 10:36 Uhr

Jetzt will man die Stollen mit Wasser volllaufen lassen, die man über Jahrzehnte aufwendig trockengelegt hat und aus denen Heute noch das Wasser abgepumpt wird. Also ob das so eine gute Idee ist wird sich noch rausstellen. Ein befreundeter Geologe sieht aber ein anderes Problem. Seiner Aussage nach macht er sich Sorgen um Proteste von Umweltschützern, da diese befürchten, dass große Mengen Wasser die in den Untergrund gepumpt werden dazu führen können, dass die Erdachse rostet.
Auch gehen Umweltschützer davon aus, dass das hochgepumpte Wasser hochgradig vergiftet sein wird. Die Brühe die da hochkommt, wäscht die Stollen aus und fördert ie ganzen Gifte nach oben. Die Frackingflüssigkeit ist nichts dagegen. Ober werden dan Kloaken einer stinkenden Giftbrühe entstehen, die durch Verdampfung in die Atmosphäre Gelangen. Laut Aussagen von der Organisation BUND würde sich diese verdampfende Giftbrühe Abregnen und in einem Umkreis von bis zu 50 Km alles Vergiften. Auch geht man davon aus, dass diese Brühe mit DHMO verunreinigt ist. „Dihydrogen-Monoxid birgt unter anderem folgende Gefahren:
• Als sogenannte ‚Hydroxylsäure‘ ist es ein Hauptbestandteil von saurem Regen.
• Es trägt zur Bodenerosion bei.
• Es trägt zum Treibhauseffekt bei.
• Es beschleunigt Korrosion und den Ausfall elektrischer Einrichtungen.
• Übermäßige Einnahme kann zu verschiedenen unschönen Auswirkungen führen.
• Längerer Kontakt mit DHMO in festem Zustand bewirkt schwere Gewebeschäden.
• Einatmen, schon in kleinen Mengen, kann zum Tode führen.
• Sein gasförmiger Zustand kann schwere Verbrennungen hervorrufen.
• Es wurde in den Tumoren von Krebspatienten im Endstadium entdeckt.
• Bei Süchtigen führt ein Entzug innerhalb von 168 Stunden zum sicheren Tod.

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