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11.09.2013

13:44 Uhr

Stadtwerke-Kongress

Förderung für erneuerbare Energien zu hoch

Die Energiewende ist das große Thema beim Stadtwerke-Kongress in Dresden. Die Vertreter der kommunalen Energieversorger eint der Ärger über die aus ihrer Sicht zu hohen Förderung für erneuerbare Energien.

Ein Wechselstromzähler in Hannover: Stadtwerke fühlen sich im Stich gelassen. dpa

Ein Wechselstromzähler in Hannover: Stadtwerke fühlen sich im Stich gelassen.

DresdenRund 400 Stadtwerke-Vertreter treffen sich in Dresden zu ihrem jährlichen Kongress. Im Interview lässt der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Kommunaler Unternehmen (VKU), Hans-Joachim Reck, kaum ein gutes Haar an der Förderpolitik für erneuerbare Energien.

Warum ist die Förderung der erneuerbaren Energien so ein Problem?
Der übermäßige Auswuchs bei der Förderung der erneuerbaren Energien sorgt dafür, dass der Markt nicht mehr funktioniert. Der Strompreis ist so niedrig, dass viele hocheffiziente Kraftwerke, etwa in Darmstadt oder Hannover, nicht mehr rentabel betrieben werden. Dabei hatte der Staat uns aufgefordert, in konventionelle Kraftwerke zu investieren, um die Energiewende zu stemmen. Hart formuliert: Die Politik hat uns im Stich gelassen. Hunderte Millionen Euro Investitionen gehen den Bach herunter, die Verluste bei den Stadtwerken treffen am Ende die Kommunen als Träger.

Hätten die Stadtwerke stärker auf erneuerbare Energien setzen sollen?
Das haben wir ja getan. Auch wir haben beispielsweise in Offshore-Windparks investiert. Aber nur mit erneuerbaren Energien kann man den Wirtschaftsstandort Deutschland nicht ausreichend versorgen. Was machen Sie, wenn die Sonne nicht scheint und kein Wind weht? Auch dann muss die Energieversorgung gewährleistet sein. Daher haben wir in konventionelle, hocheffiziente Kraftwerke investiert. Die Politik war immer mit dabei, hat teilweise sogar verlangt, dass wir Kraftwerke bauen. Jetzt machen sich die Leute, die uns gesagt haben „Bitte geht diesen Weg!“, einen schlanken Fuß.

Was muss Ihrer Ansicht nach nun geschehen?
Jetzt ist Wahlkampf, da glauben wir nicht, dass noch viel passiert. Aber der Handlungsdruck ist riesengroß. Wir verlangen als kommunale Energiewirtschaft die Rückkehr zur marktwirtschaftlichen Ordnung. Wer jetzt in erneuerbare Energien investiert, hat automatisch einen Anspruch auf 20 Jahre Subventionen. Wir gönnen das den Privatleuten, aber das ist Planwirtschaft. Wir brauchen für die Zukunft Rahmenbedingungen, die auch Investitionen in hocheffiziente Gaskraftwerke ermöglichen.

Von

dpa

Kommentare (7)

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HofmannM

11.09.2013, 14:19 Uhr

Nicht die hohe Einspeisevergütung ist das Problem von euch Stadtwerken, sondern der Einpeisevorrang eurer hofierten grünen Ökoenergie von Windmühlen und Photovoltaik.
Schafft das asoziale und perfide grünsozialistische EEG einer Wohlstandsvernichtungs Ideologie/Gesinnung ab und ihr seit wieder im fairen Wettbewerb der Marktwirtschaft zurück. Nicht die Kernkraft war euer Gegner, sondern die sog. Ereuerbaren Energieerzeuger auf der Basis dieses planwirtschaftlichen EEG ist euer größter Feind!

laika0231

11.09.2013, 14:47 Uhr

Die Stadtwerke haben sich doch als Vorreiter für die Energiewende positioniert. War das nur Schaumschlägerei? Wie soll denn die Energiewende funktionieren, wenn überwiegend in fossile Kraftwerke statt in Erneuerbare Energien investiert wird? Da hat wohl die damalige Aussicht auf höhere Rendite die Investitionsentscheidungen der Stadtwerke dominiert und nicht der Ruf der Politiker.

loco

11.09.2013, 15:36 Uhr

Nehmt CO2-Zertifikate aus dem Markt, so das diese wieder teurer werden. Entsprechend wird der Kohlestrompreis steigen und Gaskraftwerke die die Erneuerbaren am effizientesten ausgleichen können, werden wieder profitabel. Herr Rößler (auch Fipsi genannt) verhindert das derzeit in der EU auf Druck der Kohlelobby... Mal sehen in welchem Vorstand Fipsi wechselt, wenn die FDP nicht in den Bundestag kommt. Kohle- und Kernkraftwerke werden kaum geregelt. Entsprechend kommt es zusammen mit den Erneuerbaren zu extremen Stromüberschuss, der billig ins Ausland verkauft wird. Wir brauchen keine schlecht regelbaren Kraftwerke (Atom, Kohle), die außerdem auch nicht so billig sind, wie uns die Betreiber oder Lobby immer erzählt. Die Subventionen sind enorm, aber stehen nicht auf unserer Stromrechnung wie die EEG Umlage. Asozial ist nur das Energiemonopol der Stromriesen.

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