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29.08.2013

09:22 Uhr

Starker Ausbau

Windenergie in Deutschland wächst rasant

2013 ist ein gutes Jahr für die deutschen Windanlagenbauer. Der Anschluss neuer Windräder liegt auf Rekordniveau. Doch die Diskussion um die Kosten der Energiewende macht sich bereits bemerkbar.

Windkraftanlage in Baden-Württemberg: Der Anteil von Offshore-Windparks an der Gesamtleistung ist bislang sehr gering. dpa

Windkraftanlage in Baden-Württemberg: Der Anteil von Offshore-Windparks an der Gesamtleistung ist bislang sehr gering.

BerlinDer Ausbau der Windkraft in Deutschland schreitet schnell voran. In diesem Jahr dürfte etwa so viel Strom aus Windenergie neu ans Netz gehen wie seit dem Rekordjahr 2002 nicht mehr. Das geht aus Daten des Bundesverbandes Windenergie (BWE) und von VDMA Power Systems hervor, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurden. Damit stehen in Deutschland 23 400 Windkraftanlagen mit einer Kapazität von 32,4 Gigawatt. Nur 1,2 Prozent dieser Leistung kommen von Windrädern, die sich vor den Küsten auf dem Meer drehen.

Die beiden Verbände befürchten im kommenden Jahr einen Stillstand bei Projekten für solche Offshore-Windparks. Hintergrund ist der Streit um die Kosten und Finanzierung der Energiewende. Wie eine Umfrage ergab, lehnt eine Mehrheit der Deutschen Zuschläge zum Strompreis für die Energiewende grundsätzlich ab.

Die Branche rechnet für das Gesamtjahr 2013 mit einer installierten Leistung von 3100 Megawatt, davon 200 Megawatt vor den Küsten. 2012 war es gut ein Fünftel weniger. Im ersten Halbjahr 2013 kamen einer Herstellerbefragung zufolge durch Windräder 1038 Megawatt Leistung an Land und 105 Megawatt im Meer neu hinzu. In den Zahlen spiegelten sich die verstärkten Bemühungen der Bundesländer um Windkraft in den vergangenen zwei Jahren wider, sagte BWE-Präsidentin Sylvia Pilarsky-Grosch. Zugleich kritisierte sie eine „richtungslose politische Debatte“ über Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

BWE und VDMA Power Systems plädierten für eine Reform des Gesetzes, bei der die Höhe der Umlage, die die Endkunden zu zahlen haben, nicht mehr vom aktuellen Großhandelsstrompreis abhängt. Derzeit beträgt die EEG-Umlage 5,3 Cent pro Kilowattstunde. Im kommenden Jahr dürfte sie erneut steigen. Mit dem Zuschlag wird den Anbietern von Ökostrom ein Abnahmepreis garantiert.

52 Prozent der Deutschen lehnen die EEG-Umlage generell ab, 44 Prozent halten sie für richtig - so das Ergebnis einer Umfrage des Instituts TNS Infratests und der PR-Agentur Scholz & Friends. Auch unter den Befürwortern einer Umlage sind 42 Prozent nicht bereit, in Zukunft einen noch größeren Anteil zur Energiewende zu leisten.

Kommentare (7)

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Christian12011981

29.08.2013, 09:46 Uhr

Warum nutzt man die Gelder des Soli-Zuschlages nicht zum Ausbau der Netze??
Somit könnte jeder zur Unterstützung des "Energiewendekreises" mittragen.
Die Preise bleiben und der Soli ist sinnvoll eingesetzt.
Infrastruktur ist auch ein stabiles Stromnetz!

vandale

29.08.2013, 10:02 Uhr

Natürlich können Sie die Kosten für "Erneuerbare Energie" auch über die Einkommenssteuer, bzw. Soli bezahlen.

Aktuell betragen die Kosten für die Energiewende 30 Mrd. €/Jahr. Das würde bei 40 Mio. Haushalten gut 60 €/Monat ausmachen. Aktuell werden diese Kosten über den Strompreis erhoben. Die Kosten werden mit MwSt belastet. Wenn man dies ausgleicht, ergibt sich ein höherer Wert.

Wäre es nicht besser die Kosten für "Erneuerbare Energien" ähnlich der Kirchensteuer ausschliesslich von den Oekogläubigen einzuziehen?

Vandale

HofmannM

29.08.2013, 10:26 Uhr

EEG abschaffen und den Bürger frei und offen über die Marktwirtschaft (Angebot und Nachfrage) über die richtige Energieerzeugungsart entscheiden lassen. Die deutsche Energiepolitik per Zwangs-EEG ist das Problem! Die sog. erneuerbaren Energien sind und bleiben ein Nischenprodukt in der weltweiten Stromenergieerzeugung. Die Subventionen der Windmühlen und Solarmodule über das EEG sind die Kostentreiber der deutschen Lebenshaltungskosten! Mieten und Mietnebenkosten steigen durch das EEG und die Energieeinsparverordnung. Die Lebensmittelpreise steigen durch steigenden Stromkosten per EEG. Die Öffentlichen Einrichtungen/Infrastruktur verlangen höhere Eintritts-Preise durch steigende Stromkosten per EEG.
Das EEG ist und bleibt asozial und perfide. Schafft endlich die Zwangs-Abzocker-Gesetz am deutschen Bürger ab. Schafft das EEG ab! Danke!

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