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02.08.2013

06:00 Uhr

Steuereinnahmen

Ist der deutsche Staat arm oder reich?

Schlaglöcher, geschlossene Schwimmbäder und zu wenig Betreuungsplätze: In Deutschland fehlt Geld für viele öffentliche Aufgaben. Ein Grund hierfür könnten zu geringe Steuereinnahmen sein.

Der Reichstag in Berlin: Wie hoch sind die Staatseinnahmen? dpa

Der Reichstag in Berlin: Wie hoch sind die Staatseinnahmen?

Knapp 1,2 Millionen Euro an Steuern müssen die deutschen Bürger und Unternehmen zurzeit zahlen – pro Minute wohlgemerkt. Laut Arbeitskreis Steuerschätzungen werden die Finanzämter am Ende dieses Jahres 615 Milliarden Euro kassiert haben. Das sind 2,5 Prozent mehr als 2012 und ein neuer Rekord.

Allerdings muss man dabei berücksichtigen: Steuereinnahmen sind immer nominelle Größen, also nicht um den Einfluss von Inflation oder Wirtschaftswachstum bereinigt. Im Klartext: Dem Finanzminister ist eine Einnahme von einer Milliarde Euro heute mehr wert als in zehn Jahren.

Die geeignetere Größe für die gesamtwirtschaftliche Belastung ist daher die Steuerquote, also der Anteil der Staatseinnahmen am Bruttoinlandsprodukt. Laut Schätzung wird diese Quote in diesem Jahr mit 22,77 Prozent nur 0,07 Punkte höher sein als im Vorjahr – also praktisch stagnieren. Und dennoch: Im Vergleich zum Jahr 2004, als die Steuerquote mit 20,2 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit Kriegsende lag, ist das ein klarer Anstieg.

Nein, arm ist der Staat wahrlich nicht.

Kommentare (30)

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pit

02.08.2013, 07:56 Uhr

Wir könnten die Steuerquote verdoppeln, ohne einen messbaren Mehrwert zu erlangen. Unsere Politiker sind Weltmeister in der Verschwendung unserer Steuern. Das Parlament als Kontrollfunktion der Regierung und der Steuererhebung hat diese Kontrollfunktion schon längst aufgegeben. Die Finanzierung des Mediterranen Lebensgefühls ist den Multi Kulti Dämlingen wesentlich wichtiger als die Wohlstandsmehrung des eigenen Volkes.

Account gelöscht!

02.08.2013, 08:31 Uhr

Fakten:
Niedriger als in Deutschland ist die Steuerquote nur in Griechenland, Spanien, Portugal, Slowenien, der Slowakei und Tschechien.
Normal sind Quoten wie 28,8% für den UK, 27,4% für FR, 29,8% für B, 24,5% für NL, 26,1% für Lux und 27,6% für A, von Skandinavien ganz zu schweigen.
Unsere Öffentliche Armut liegt an zu geringen Steuereinnahmen aus der Wirtschaft, z.B. bei der Körperschaftssteuer, die bei einem Satz von 15% real nur rund 4% einbrachte.
Dem deutschen Staat fehlen insgesamt rund 100 Milliarden, die durch Steuerschlupflöcher verloren gehen.

michael5411

02.08.2013, 08:44 Uhr

Es ist nahezu gleichgültig, wie viel Steuereinnahmen der Staat noch dazu bekommt. Die Mittelverwendung ist das Problem. Es gibt keine "Kultur der Verantwortlichkeit", weder in der Verwaltung, schon gar nicht in der Politik. Wer das Geld anderer Menschen ausgibt, neigt nicht zur Sparsamkeit. Es gibt sicher auch "die schwäbische Hausfrau" in der Verwaltung. Dann aber sicherlich nicht in der Breite. Die Liste der aufgedeckten Skandale ist endlos. Die Liste der vielen niemals aufgedeckten Skandale ist länger. Das Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes sagt dazu mehr, als man sich wünschen kann.

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