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11.07.2013

09:25 Uhr

Stromkosten

Die Lasten der Energiewende

Der Edelstahlproduzent Outokumpu muss mehr Geld für seinen Strom bezahlen - und führt nun Kurzarbeit ein. Dabei erfüllt das Bochumer Werk die Bedingungen für die reduzierte EEG-Umlage.

Werk von Outokumpu in Finnland: Über die Ausgleichsregelung für die Industrie wird seit Monaten gestritten. Outokump

Werk von Outokumpu in Finnland: Über die Ausgleichsregelung für die Industrie wird seit Monaten gestritten.

BerlinDie Kostenbelastung durch die Förderung erneuerbarer Energien treibt die Industrie in die Enge. Jüngstes Beispiel: Outokumpu Nirosta hat für die 500 Mitarbeiter seines Bochumer Werkes für drei Monate Kurzarbeit beantragen müssen. Das Unternehmen begründet seine Entscheidung damit, dass seine Stromrechnung mit der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in voller Höhe belastet wird. Das Werk gehörte früher zu Thyssen-Krupp. Der finnische Outokumpu-Konzern hatte die Edelstahlsparte der Essener 2012 übernommen.

Stahlproduzenten wie Outokumpu zahlen normalerweise nur eine stark reduzierte EEG-Umlage - statt 5,277 Cent je Kilowattstunde sind es 0,05 Cent. Diese "besondere Ausgleichsregelung" soll den Unternehmen das Überleben im internationalen Wettbewerb ermöglichen. Die Betriebe müssen die Gewährung der Ausgleichsregelung Jahr für Jahr beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) beantragen. Voraussetzung ist ein Stromkostenanteil an der Bruttowertschöpfung von 14 Prozent sowie ein Stromverbrauch von mindestens einer Gigawattstunde pro Jahr - Werte, die das Bochumer Werk locker überschreitet. Doch das Bafa schaltet auf stur.

"Unsere Anträge auf Gewährung der besonderen Ausgleichsregelung wurden seit 2005 völlig problemlos akzeptiert. 2013 ist das anders. Daraus erwachsen immense finanzielle Belastungen. Seit Anfang des Jahres zahlen wir monatlich rund 2,5 Millionen Euro mehr an EEG-Umlage als in den Vorjahren", sagt Wolfgang Hesse, Vorstandsvorsitzender von Outokumpu Nirosta, dem Handelsblatt. "Aufs Jahr gerechnet werden uns 30 Millionen Euro vorenthalten", so Hesse.

Um die Ausgleichsregelung tobt seit Monaten politischer Streit. Zuletzt hatte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) versucht, dieses Privileg für die Industrie um 700 Millionen Euro zu kürzen, damit die EEG-Umlage nicht weiter steigt. Er war aber am Widerstand der Länder gescheitert.

Kommentare (15)

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HofmannM

11.07.2013, 09:52 Uhr

Und so geht die Vernichtung der Industrie und damit des deutschen Wohlstands per grün-sozialistischer Ideologie im schwarzen Gewand weiter!
Die Diktatorin Merkel von CDU/CSU/FDP setzt weiter auf die Vernichtung des industriebasierenden deutschen Wohlstand. Ganz nach dem Geschmack von Grünen und Linken!
EEG/Energiewende = Wohlstandsvernichtung!
Schafft endlich das EEG ab! Danke!

Account gelöscht!

11.07.2013, 10:15 Uhr

Die Energiewende zeigt Wirkung. Wer braucht schon Industrie? Wer will schon arbeiten? Wer braucht schon Geld und Wohlstand? Zurück zur Natur! Zurück auf die Bäume, Ihr Affen!
Nur eine Bitte hätte ich. Können wir Deutschland bitte teilen? In einer Hälfte wohnen die Befürworter der Energiewende mit all ihren Konsequenzen (siehe Artikel). Und in der anderen Hälfte die Gegner, auch mit all ihren Konsequenzen.
Aber ich möchte nicht in einer Diktatur leben, auch nicht in einer Ökodiktatur. Damit bin ich nicht allein, glaube ich.

vandale

11.07.2013, 11:29 Uhr

Bei der Diskussion geht unter, dass der Strom auch ohne die EEG Umlage in Deutschland sehr teuer ist, teurer als dieser sein müsste.

Nicht alle Kosten "Erneuerbarer Energien" stecken in der EEG Umlage. Einige Kosten wie der Anschluss von Meereswindmühlen, die Kaltbereitschaft von Kraftwerken wird über die Netzgebühren bezahlt.

In Deutschland wurden inkl. DDR* 29 kommerzielle Kernkraftwerke fertiggestellt, oder weitgehend fertiggestellt die noch heute umweltfreundlichen Strom zu 1,5 - 2c/kWh (abgeschrieben) liefern könnten.

Vandale

*Die Böcke 1 und 2 in Greifswald wären nicht auf aktuelle EU Sicherheitsstandards nachrüstbar gewesen und hätten bis ca. 2009 abgeschaltet werden müssen.

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