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03.07.2014

09:51 Uhr

Strommix

Erneuerbare Energien überholen Braunkohle

Kräfteverschiebung im Energiemix: Erneuerbare haben die Braunkohle als wichtigste Quelle in Deutschland abgelöst. Im ersten Halbjahr erhöhten allein die regenerativen Energien ihre Stromproduktion.

Energie von gestern: Die Energieproduktion durch Steinkohle ging im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. dpa

Energie von gestern: Die Energieproduktion durch Steinkohle ging im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück.

Berliln/HamburgDie erneuerbaren Energien haben im ersten Halbjahr 2014 einem Bericht zufolge erstmals die Braunkohle als wichtigsten Energieträger im deutschen Strommix überholt. Wie die Online-Ausgabe des „Manager Magazins“ am Mittwoch meldete, kamen Windkraft, Solar- und Bioenergie sowie Wasserkraft in den vergangenen sechs Monaten auf insgesamt 81,1 Terawattstunden Strom. Bei der Braunkohle betrug die erzeugte Elektrizität dagegen nur 69,7 Terawattstunden, schreibt das Magazin unter Berufung auf Daten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg.

Bisher hatte die Braunkohle in Deutschland die Nase vorn, im vorigen Jahr wurde so viel Strom aus dem fossilen Energieträger erzeugt wie seit 1990 nicht mehr. Nun ermittelten die Fraunhofer-Forscher auf Basis von Angaben des Statistischen Bundesamts und der Strombörse EEX zum Teil deutliche Rückgänge aus den konventionellen Kraftwerken, schreibt das „Manager Magazin“. Bei der Braunkohle habe das Minus im ersten Halbjahr 4 Prozent, bei der Steinkohle fast 11, bei Atomkraftwerken 2 und bei Gaskraftwerken sogar 25 Prozent betragen.

Im Rahmen der Ökostromreform (EEG) wird die staatliche Förderung der regenerativen Energien in vielen Bereichen gedrosselt. Ein fester Ausbaukorridor soll außerdem eine Überhitzung des subventionierten Ausbaus verhindern, den Verbraucher und Industrie über die EEG-Umlage mitbezahlen. Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) machen Steuern und Abgaben inzwischen 52 Prozent des Strompreises aus.

Kommentare (16)

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03.07.2014, 10:54 Uhr

So ein Schwachsinn und Propagandaartikel!
Die Erneuerbaren Energien werden Kohle, Gas und Kernkraftwerke NIE überholen oder ablösen können. Ohne die Kohle wäre unser Stromnetz nicht aufrecht zu halten und bei jeder Flaute, Sturm, Wolkendecke, Nacht, Winter (zu wenig) und Sommer (zu viel) Strom, schon längst zusammengebrochen. Auch so eine Pleite wie bei Bard 1 (Totalausfall) wird unsere Gesellschaft in Zukunft von einer industriellen Wohlstandsgesellschaft in eine Mittelalter Gesellschaft (mit Mord und Totschlag) katapultieren.

Herr Rainer Feiden

03.07.2014, 11:26 Uhr

Ich muss immer schmunzeln, wenn von Befürwortern von "bilanzieller" Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen gesprochen wird. Was mit dem erneuerbaren Strom am Ende passiert, ist ja weniger interessant. Es genügt bereits, sich selbst froh zu machen. Der Vollständigkeit halber sollte deswegen auch die Zahlen des deutschen Stromexports mitgeliefert werden, die aus Seite 2 des jüngsten Reports des Fraunhofer Institutes hervorgehen. Denn auch der Stromexport hat mit 18,3TWh auch einen neuen "Rekord" hingelegt... Wie man so hört, freuen sich insbesonder die Österreicher über den günstigen Ökostrom as Deutschland...


Zitat Fraunhofer:

"Die Stromexporte sind im ersten Halbjahr 2014 gegenüber 2013 nochmals stark angestiegen. Im ersten Halbjahr des Rekordjahres 2013 lag der Exportüberschuss in die europäischen Nachbarländer noch bei 14,4 TWh. Im gleichen Zeitraum 2014 waren es bereits 18,3 TWh. Wenn dieser Trend bis zum Jahresende anhält, werden wir 2014 nach den Rekorden von 2012 und 2013 einen dritten Rekord in Folge beim Stromexport erzielen. Der Großteil der Exporte fließt in die Niederlande, gefolgt von Österreich, der Schweiz und Polen."

Der Link zum Report:

http://www.ise.fraunhofer.de/de/downloads/pdf-files/data-nivc-/stromproduktion-aus-solar-und-windenergie-2014.pdf


PS. es ist schon erstaunlich, dass der Export immer dann boomt, wenn die Sonne scheint bzw. der Wind weht (siehe ab Seite 69)..
Und erstaunlich ist es auch, dass gerade die Gaskraftwerke am meisten leiden. Die würden bei dieser super-Energiewende am dringensten benötigt und sind am umweltfreundlichsten.

Herr Marcel Europaeer

03.07.2014, 11:32 Uhr

Der Trend, dass die Erneuerbaren Energien einen immer größeren Anteil an der Stromerzeugung haben, war vorhersehbar und ist ja genau das Ziel der Energiewende. Er wird sich weltweit weiter fortsetzen.

In den kommenden Jahren werden die Kernkraftwerke abgeschaltet und damit ist ein unflexibler Klotz am Bein unserer Energieversorgung schon einmal Geschichte.

Erstaunlich ist, dass manche Wirtschaftsführer immer noch nicht mitbekommen hat, welche Folgen der Ausbau der Erneuerbaren Energien hat.
Da musste der Dienstleister BILFINGER SE doch von einigen Tagen eine Gewinnwarnung herausgeben, weil, nach Angabe des ehemaligen Politikers und jetzigen Vorstandsvorsitzenden von Bilfinger Roland Koch, Aufträge im Bereich der konventionellen Kraftwerke ausbleiben.

Ja pennt der gute Roland denn???

Bilfinger will überdurchschnittlich im Bereich der Offshore-Windparks wachsen, also am Ausbau der Erneuerbaren Energien teilhaben, und wundert sich gleichzeitig, dass Aufträge aus dem Bereich der endlichen Energien ausbleiben??? Die Börse ware völlig überrascht ob derartiger Naivität ... und Bilfinger SE sackte um fast 20 % ab.

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