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29.09.2014

09:56 Uhr

Strompreise

Entspannte Märkte vor der Heizperiode

Vor dem Beginn der Heizperiode können sich die Verbraucher über stabile oder sinkende Preise für Gas und Heizöl freuen. Doch damit ist noch nicht ausgemacht, ob der Winter für die Energieverbraucher billiger wird.

Bezahlbare Wärme: Der Aufwärtstrend beim Gas- und Heizölpreis ist zum Stillstand gekommen. obs

Bezahlbare Wärme: Der Aufwärtstrend beim Gas- und Heizölpreis ist zum Stillstand gekommen.

Mit den ersten Nachtfrösten werden die Heizkörper wieder aufgedreht. Und die Kosten beginnen zu rennen. In den vergangenen Jahren sind die Preise für Energie, für Öl und Gas, Fernwärme oder Strom, enorm gestiegen. Verglichen mit der Zeit um die Jahrtausendwende müssen private Haushalte für Gas ungefähr das Doppelte bezahlen, für Heizöl sogar das Dreifache. Heizen ist für viele Haushalte richtig teuer geworden.

Doch seit zwei bis drei Jahren ist der Aufwärtstrend zum Stillstand gekommen. Die Gaspreise für private Verbraucher haben sich beruhigt und liegen nach dem Index des Verbraucherportals Verivox mit 6,52 Cent je Kilowattstunde sogar leicht unter dem Vorjahr. Die internationalen Gashandelspreise haben nach einem Tiefstand Mitte Juli deutlich angezogen, liegen aber immer noch klar unter dem Niveau vom Jahresbeginn. „Still ruht der See“, überschrieb der Energie-Informationsdienst EID seine jüngste Geschichte über Gaspreise.

Wie hoch darf die EEG-Umlage Ihrer Meinung nach maximal liegen?

Doch liegt hier ein Risiko. Sollte Russland im Winter die Gaslieferungen nach Europa einschränken, könnten die Preise schnell in den Himmel schießen. Die Erdgasspeicher sind zwar so gut gefüllt, dass sie locker über den Winter reichen, und zwar sowohl in Deutschland als auch in Westeuropa insgesamt. Aber das ist nicht das ganze Bild. „Schon jetzt ist klar, dass die Ukraine im Winter nicht genug Gas haben wird“, sagt der ehemalige CDU-Politiker und heutige Energieforscher Prof. Friedbert Pflüger. „Kiew erwartet, dass die EU einspringt.“

Auch die baltischen Staaten und verschiedene Länder Osteuropas könnten in Bedrängnis geraten. „Die deutsche Gaswirtschaft hat ihre Hausaufgaben erledigt, im Gegensatz zu anderen“, sagt Pflüger. „Aber sie kann sich dem Ruf nach europäischer Solidarität nicht entziehen.“

Bislang gibt es keine Anzeichen für Lieferprobleme aus Russland. Einzelne Meldungen über angeblich gedrosselte Mengen stellten sich als übliche Schwankungen heraus. Für den Gas-Endverbraucher ist der Winter ohnehin schon halb gelaufen. Die Versorger müssen Preisänderungen mit einem Vorlauf von sechs Wochen ankündigen. Und da ist wenig in der Pipeline.

Noch entspannter als für Gaskunden ist bislang die Lage bei Heizöl. Der Verbraucherpreis liegt schon seit Monaten weitgehend stabil bei ungefähr 80 Euro pro 100 Liter und damit deutlich unter den beiden Vorjahren. Der Preis für Rohöl hat seit Juni deutlich nachgegeben und liegt erstmals seit zwei Jahren wieder für eine längere Zeit unterhalb von 100 Dollar für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent. Von diesem Preisrutsch haben die Verbraucher nicht besonders profitiert, weil gleichzeitig der Euro gegen den Dollar schwächer wurde und so den sinkenden Rohstoffpreis wieder ausglich.

Die Nachfrage nach Heizöl hält sich ohnehin in Grenzen, weil viele Tanks nach dem milden Winter noch gut gefüllt sind. Die Haushalte haben in der vergangenen Heizperiode rund 20 Prozent weniger Energie verbraucht, weil der Winter sehr mild war. So wird das Wetter zum größten Kostenrisiko für die kommenden Monate - je kälter, je teurer.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Riesener Jr.

29.09.2014, 10:24 Uhr

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