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20.08.2013

13:24 Uhr

Stromspeicherprobleme

Pumpspeicherwerke können Blackout-Schutz bieten

Sie sind so etwas wie Batterien in den Bergen: Pumpspeicherwerke. Die riesigen Anlagen können mit der Leistung von Atomkraftwerken mithalten – und könnten eine Zwischenlösung sein, bis es bessere Alternativen gibt.

Das Pumpspeicherwerk Goldisthal in Thüringen: Die Anlagen könnten auch Blackout-Schutz bieten. dpa

Das Pumpspeicherwerk Goldisthal in Thüringen: Die Anlagen könnten auch Blackout-Schutz bieten.

Erfurt/BerlinWohin nur mit dem vielen Strom, wenn die Sonne scheint und der Wind weht? Ins Wasser, könnte man meinen. Die Liste milliardenschwerer Projekte von Energiekonzernen und Stadtwerke-Konsortien für Pumpspeicherwerke in Deutschland ist lang. Die Anlagen, die bei Stromüberschuss Wasser in eine Art Riesenbadewanne auf Bergen pumpen und es bei Strombedarf durch Turbinen nach unten rauschen lassen, gelten derzeit als einziger großtechnisch bewährter Stromspeicher.

Rund 30 Stück mit einer Leistung von etwa 7000 Megawatt gibt es bereits. Knapp ein Dutzend mit einer Leistung von mehr als 4000 Megawatt sind laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW/Berlin) in der Planung oder im Genehmigungsverfahren. Ob sie je pumpen, ist aber nicht ausgemacht.

Das derzeit größte Pumpspeicherwerk, das sich mit seiner Leistung von 1060 Megawatt mit einem Atomkraftwerk messen kann, steht in Goldisthal im Thüringer Wald und ist seit 2002 in Betrieb. Es habe sich nach heftiger Kritik wegen des Eingriffs in die Landschaft mit seiner unterirdischen Turbinenhalle zu einer kleinen Touristenattraktion entwickelt, sagt Gunnar Groebler, Chef des Bereichs Wasserwirtschaft beim Energiekonzern Vattenfall.

Die Anlagen seien kein Allheilmittel für die Speicherprobleme „und nicht dafür da, die gesamte Energie der Herbststürme aufzunehmen“, räumt Groebler ein. Aber sie seien ungemein schnell, um Angebot und Nachfrage im Netz auszugleichen. „Ein neuer Pumpspeicher wie Goldisthal ist in 90 Sekunden in Volllast.“ Bei kritischen Situationen im Netz könnten Pumpspeicher auch Blackout-Schutz bieten - also großflächigen Stromausfall verhindern.

Der Aufwand dafür ist hoch, auch das Konfliktpotenzial mit Bürgern und Umweltschützern ist groß: Zumindest in Planung sind trotzdem noch größere Projekte. In Atdorf im Südschwarzwald will die Schluchseewerk AG eine Anlage mit bis zu 1400 Megawatt bauen, auch dort gibt es Widerstand. In Thüringen, das derzeit wohl die größte Stromspeicherkapazität in Deutschland aufweist, will das Stadtwerke-Netzwerk Trianel GmbH (Aachen) ein weiteres Pumpspeicherwerk errichten. Trianel-Vertreter sitzen dafür regelmäßig mit Kommunalpolitikern und Bürgerinitiativen im Städtchen Tambach-Dietharz an einem runden Tisch.

Die Unterlagen zum Raumordnungsverfahren für die bis zu 1,43 Milliarden Euro teure Anlage mit 1070 Megawatt an der Schmalwassertalsperre nicht weit vom Kamm des Thüringer Waldes entfernt seien eingereicht, sagt Trianel-Sprecher Elmar Thyen. Einen zweiten Standort hat das Unternehmen im Kreis Höxter in Nordrhein-Westfalen im Blick.

Kommentare (21)

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HofmannM

20.08.2013, 13:55 Uhr

Mann oh Mann...was in den Medien nicht alles so gut sein soll wie ein Kernkraftwerk! Die instalierten Windmühlen sollen besser sein als die Kernkraft, die instalierten Photovoltaikanlagen sollen besser sein als die Kernkraftwerke, ein Pump-Speicher-See soll so gut sein wie ein Kernkraftwerk usw. usw.
Wenn es nach diesen ökologischen Träumereien geht, dann ist ein Speicher von jetzt an also ein Erzeuger. Und eine Windmühle und eine Photovoltaikanlagen ein Kernkraftwerk. Das euch vom Handelsblatt diese "kindergarten" Öko-Energie-Propaganda nicht selbst schon zum Hals raushängt, dass wundert mich schon etwas. So schlecht ist doch das HB bei wirtschaftlichen Vernunft und technischen Verstands Themen doch auch nicht....einen Rest von Vernunft und Verstand Funken solltet ihr euch beim Handelsblatt noch bewahren. Die ökologische und sozialistisch motivierte Ethik-Kanzler-Energiewende wird bald erledigt sein. Der Wind dreht sich!

vandale

20.08.2013, 13:58 Uhr

Die Deutschen PSP haben meist Kapazitäten von ca. 8 Stunden. Sie sind auf einen Tagesrhytmus hin konzipiert. Umweltfreundliche Kernkraftwerke und Braunkohle haben sehr geringe Brennstoffkosten so dass man diese nachts bei geringer Nachfrage nicht drosselt, sondern den Strom einspeichert. Bei täglichen Einspeichern und Ausspeichern erreichen die PSP eine Vollaststundenzahl von ca. 20%.
Umweltschädlicher Wind- und Solarstrom fällt enstsprechend den Launen des Wetters an. Die Auslastung ist gesunken und die PSP sind in einem Umfeld "Erneuerbarer Energien" unwirtschaftlich. Es bedarf zusätzlicher Subventionen für die PSP.

Das Speichervermögen der bestehenden PSP von 40 GWh ist auch völlig unzureichend um die Schwankungen von Wind- und Sonne auszugleichen. Dazu müsste man die Nordseedeiche um 100m erhöhen und das Wasser bis Frankfurt a.M. aufstauen.

Bei der Umwandlung umweltschädlichen Windstroms zu Wasserstoffgas und zurück zu Strom ergibt sich ein Wirkungsgrad von 40%. Es erfordert aufwendige Anlagen die nur eine geringe Auslastung erreichen. Insgesamt ist das ein Verfahren, dass nur ökoreligiös zu verstehen ist.

Vandale

frozen

20.08.2013, 14:17 Uhr

Ein sehr guter Ansatz überschüssigen PV und Windstrom zu speichern. Allerdings sind solche Speicher immer noch Tagesspeicher, müssen morgen befüllt und abends entleert werden. Ein vergleichbarer Speicher funktioniert mit Luft, statt mit Wasser. Auch ein guter Ansatz eines Tagesspeichers. Somit kann die Speicherleistung in Deutschland vervielfacht werden. Das Beste an diesen Speicher ist, sie funktionieren ohne weitere Brennstoffkosten. Wir können genug Energie generieren ohne etwas zu verbrennen.
Wenn wir schon verbrennen müssen, dann bietet uns die Power to Gas Technologie die Lösung. Es handelt sich um einen saisonalen Speicher. Der überschüssige Strom wird im Sommer in Methan umgewandelt und im Winter in Gaskraftwerken zurück zu Strom. Riesiger Vorteil: Keine Importabhängigkeit. Nachteil: Noch in den Kinderschuhen, allerdings haben wir auch noch etwas Zeit, denn die PV und Windleistung muss dementsprechend auch vervielfacht werden.
Deutschland ist insgesamt auf dem richtigen Weg! Wir werden die Wende weg vom sinnlosen Verbrennungsprozess schaffen. Und das beste: freut euch, wir werden es bald erleben!

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