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28.10.2013

14:49 Uhr

Stromversorgung

Greenpeace warnt vor hohen Preisen

VonKlaus Stratmann

Durch die Einführung von Kapazitätsmärkten könnten die Kosten um mehrere Milliarden pro Jahr steigen, heißt es in einem Gutachten. Durch einfache Maßnahmen könne die Kraftwerksleistung besser reduziert werden.

Fossile Kraftwerke: Der Betrieb lohnt sich oft nicht mehr. dpa

Fossile Kraftwerke: Der Betrieb lohnt sich oft nicht mehr.

BerlinGreenpeace warnt vor einer raschen Einführung von sogenannten Kapazitätsmärkten. Die Organisation beruft sich auf ein Gutachten, das das Institut für Zukunftsenergiesysteme (IZES) für sie erstellt hat. In dem Gutachten, das dem Handelsblatt vorliegt, heißt es, die Einführung von Kapazitätsmärkten könne zu "erheblichen Mitnahmeeffekten" führen. Die Autoren beziffern die Kosten für Kapazitätsmärkte auf bis zu sechs Milliarden Euro pro Jahr.

Bisher werden Kraftwerksbetreiber für ihren abgenommenen Strom bezahlt. Auf einem Kapazitätsmarkt wird schon honoriert, dass Kraftwerke betriebsbereit sind und schnell einspringen, wenn Strom fehlt. In der Branche wurden verschiedene Modelle entwickelt - von "strategischen Reserven" bis hin zu "Kapazitätsmärkten".

Auslöser der Debatte über Kapazitätsmärkte ist die sinkende Auslastung fossiler Kraftwerke: Weil Strom aus erneuerbaren Quellen immer häufiger die Strombörse flutet und die Preise fallen, sinkt die Auslastung fossiler Kraftwerke so stark, dass sich ihr Betrieb oft nicht mehr lohnt. Viele Unternehmen legen die Anlagen deshalb still. Doch das gefährdet die Systemsicherheit, weil sie unverzichtbar sind, wenn der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint.

Uwe Leprich, wissenschaftlicher Leiter des IZES, warnt aber vor den Kapazitätsmärkten: "Die Gefahr besteht darin, dass mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird. Alle Kraftwerksbetreiber, die am Kapazitätsmarkt teilnehmen, werden die Hand aufhalten. Am Ende könnte es zu teuer werden."

Nach Überzeugung Leprichs ließe sich die Kraftwerksleistung, die in Deutschland vorgehalten werden muss, durch einfache Maßnahmen deutlich reduzieren. So schlägt er vor, Nachtspeicherheizungen außer Betrieb zu nehmen, mit denen insgesamt 1,4 Millionen Haushalte heizen. Sie brauchen im Winter bis zu 18 Gigawatt Strom. Dafür müssen rein rechnerisch in der Spitze 18 Großkraftwerke am Netz sein. Leprich fordert, eine 2012 gekippte Vorgabe wieder einzuführen, wonach Nachtspeicherheizungen bis 2020 ersetzt werden sollen.

Außerdem fordert Leprich, zur Deckung der jährlichen Strom-Höchstlast nicht allein auf neue, rein stromerzeugende Kraftwerke zu setzen. Er propagiert vielmehr die weitaus effizientere Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Wenn man alle Flexibilitätsoptionen nutze, sei die Stromversorgung bis 2020 gesichert - ohne Kapazitätsmärkte.

Kommentare (5)

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HofmannM

28.10.2013, 15:09 Uhr

Diese Maffia Organisation von Greenpeace gehört das Wort entzogen!
Die sog. Erneuerbaren Energien zocken den deutschen Stromkunden ab. Die Hälft meines Strompreis muss ich für diese EEG-Abzockermafia zwangsabführen!
Schafft das EEG sofort ab und lasst den Markt den besten Preis für Verbraucher und Erzeuger finden. Im fairen Wettbewerb von Anbieter und Kunden einer freien bürgerlichen Gesellschaft. Macht endlich Schluss mit dem öksozialtischen Energiedikatat von Greenpeach und Co.! DankeE!

Account gelöscht!

28.10.2013, 15:41 Uhr

Herr Hoffmann ich stimme Ihnen mal wieder vollständig zu.
Bedauerlicherweise habe ich einen Stromanbieter der normal-teuer ist.
Da ich aber nicht blöde bin, weiß ich, dass von den 6,24 Cent/kWh EEG-Umlage nur 49% tatsächliche Förderkosten für erneuerbare Energien sind.
Wenn die wegfallen würden kann ich bei meinen 3.500 kWh im Jahr 107 € sparen - die ich dann als Altersrücklage verwenden möchte. Da kommen über die Lebensarbeitszeit fast 5.000 € für das Aufbessern meiner Rente zusammen.
Wenn bei Ihnen die 49% der 6,24 Cent/kWh also 3,06 Cent/kWh die Hälfte Ihres Strompreis ausmachen, darf ich Sie recht herzlich bitten Ihren Stromanbieter zu nennen. Mit Blick auf meinen Abacus scheint Ihr Weg zur Aufbesserung meiner Rente schlüssig zu sein.

vandale

28.10.2013, 16:28 Uhr

Die Strombeschaffungskosten betragen ca. 6c/kWh entsprechend etwa der EEG Umlage.

Darauf addieren sich Netzkosten, Vertriebskosten, Steuern so dass die EEG Umlage knapp die Hälfte des Nettohaushaltsstrompreises ausmacht.

Die Gesamtkosten "Erneuerbarer Energien" zur Stromerzeugung betragen ca. 30 Mrd. €. Da Sie letztlich die Stromkosten des Bäckers, der S-Bahn..bezahlen liegt die Nettobelastung für die Subventionen "Erneuerbarer Energien" bei etwa 750 €/Haushalt, brutto mit Gemeinkosten, Steuern bei ca 1500 €/Haushalt und Jahr.

Vandale

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