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10.09.2014

11:41 Uhr

Studie

Benzodiazepine könnten Alzheimer-Risiko erhöhen

Das Risiko wächst mit der Dauer der Einnahme bestimmter Beruhigungsmittel. Das haben Forscher in einer Vergleichsstudie herausgefunden. Um einen eindeutigen Zusammenhang zu bestätigen, sind aber weitere Untersuchungen nötig.

Menschliches Gehirn: Benzodiazepine könnten das Risiko an Alzheimer zu erkranken erhöhen. dpa

Menschliches Gehirn: Benzodiazepine könnten das Risiko an Alzheimer zu erkranken erhöhen.

Die langfristige Einnahme von Beruhigungsmitteln aus der Familie der Benzodiazepine könnte einer neuen Studie zufolge das Alzheimer-Risiko erhöhen. Für die am Mittwoch veröffentlichte Untersuchung verglichen Forscher aus Kanada und Frankreich die Versicherungsdaten von 1796 Alzheimer-Patienten, deren Gesundheitszustand mindestens sechs Jahre vor ihrer Diagnose überwacht wurde, mit denen von 7000 gesunden Probanden. Jedem Alzheimer-Patienten standen dabei drei gleichaltrige Gesunde desselben Geschlechts gegenüber.

Laut den Forschern stieg das Alzheimer-Risiko bei Patienten, die in der Vergangenheit mehr als drei Monate lang Benzodiazepine einnahmen, um bis zu 51 Prozent. Demnach wuchs mit dem Zeitraum der Einnahme auch das Risiko. Allerdings weisen die Forscher darauf hin, dass noch weitere Studien notwendig seien, um einen eindeutigen Zusammenhang zwischen den Medikamenten und Alzheimer zu bestätigen.

Benzodiazepine haben normalerweise eine angstlösende und schlaffördernde Wirkung. Beide Symptome weisen aber auch Patienten auf, bevor bei ihnen Alzheimer diagnostiziert wird. Deshalb könnte es sein, dass Benzodiazepine kein Auslöser für Alzheimer sind, sondern lediglich zur Linderung der frühen Symptome der Krankheit eingesetzt werden.

Die Alzheimer-Krankheit

Was ist Alzheimer?

Die Alzheimer-Krankheit, benannt nach dem deutschen Neurologen Alois Alzheimer, ist eine hirnorganische Krankheit. Dabei werden im Gehirn durch Eiweißablagerungen langsam Nervenzellen zerstört.

Wie häufig tritt Alzheimer auf?

Wo die Gesellschaft stark altert, gibt es dementsprechend viele Betroffene: Alleine in Deutschland gibt es derzeit rund 1,4 Millionen Patienten.

Was ist der Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz?

Alzheimer ist lediglich eine mögliche Ursache für Demenz – allerdings mit Abstand die häufigste. Deutlich über 50 Prozent der Demenzfälle sind auf Alzheimer zurückzuführen. Die zweithäufigste Form ist die Vaskuläre Demenz, bei der kleine Infarkte im Gehirn auftreten.

Woran erkennt man Alzheimer?

Gedächtnis- und Orientierungsstörungen gehören zu den Kardinalsymptomen. Außerdem treten oft Sprachstörungen und Veränderungen der Persönlichkeit auf.

Gibt es vorbeugende Maßnahmen?

Einen Schutz wie etwa eine Impfung gibt es bei der Alzheimer-Krankheit nicht. Unter anderem können aber körperliche Aktivitäten, eine cholesterinarme Ernährung und gegebenenfalls eine Behandlung von Bluthochdruck das Risiko einer Erkrankung verringern.

In jedem Fall raten die Forscher unter Leitung der Französin Sophie Billioti de Gage von der Universität von Bordeaux dazu, die Einnahme von Benzodiazepinen auf höchstens drei Monate zu begrenzen. Wegen schwerer Nebenwirkungen raten die Gesundheitsbehörden in mehreren Ländern bereits von einer Verschreibung der Mittel bei älteren Patienten ab. Diese leiden besonders häufig bei der Einnahme unter neuropsychiatrischen Problemen oder starken Entzugserscheinungen. Die Studie wurde am Mittwoch auf der Internetseite des British Medical Journal (BMJ) veröffentlicht.

Von

afp

Kommentare (2)

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G. Nampf

10.09.2014, 11:54 Uhr

"Benzodiazepine könnten Alzheimer-Risiko erhöhen"

Das heißt, die Politiker der etablierten Parteien sind schlafmittelabhängig, vor allem unsere Kanzlerin. Denn sie vergessen sofort jedes Versprechen, daß sie kurz zuvor gegeben haben.

Frau Heike Schneider

10.09.2014, 19:34 Uhr

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