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06.11.2014

10:03 Uhr

Studie

Darmspiegelung bewährt sich als Krebsvorsorge

Darmkrebs gilt als die zweithäufigste Krebstodesursache. Deutschland war eines der ersten Länder, dass Darmspiegelung in das Vorsorgeprogramm gegen die tödliche Krankheit integriert hat - zurecht, wie eine Studie bestätigt.

Krebsvorsorge: Seit 2002 gehört die Darmspiegelung zum gesetzlichen Vorsorgeprogramm. dpa

Krebsvorsorge: Seit 2002 gehört die Darmspiegelung zum gesetzlichen Vorsorgeprogramm.

HeidelbergDie Darmspiegelung hat sich nach einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) als wirksame und sichere Maßnahme zur Krebsvorsorge bewährt. „Um eine Krebsvorstufe zu finden und damit einen Krebsfall zu vermeiden, müssen 28 Darmspiegelungen durchgeführt werden. Bei einer unter 121 Untersuchungen wird ein bösartiger Tumor frühzeitig erkannt“, sagte einer der Autoren, Michael Hoffmeister, am Mittwoch laut Mitteilung.

Hingegen führe statistisch nur eine von 1089 Untersuchungen zu einer sogenannten Überdiagnose - also einer richtig erkannten Krankheit, die aber gar nicht auffällig geworden wäre, wenn man nicht nach ihr gesucht hätte. Darmkrebs ist nach DKFZ- Angaben die zweithäufigste Krebstodesursache.

Die Wahrscheinlichkeit, per Darmspiegelung einem Krebsfall vorzubeugen, ist demnach am höchsten, wenn die Untersuchung um das 60. Lebensjahr vorgenommen wird. Mit höherem Alter steige die Rate der Überdiagnosen. Verglichen mit Brustuntersuchungen führe die Darmspiegelung aber seltener zu einer Überdiagnose.

Die Heidelberger Forscher hatten die Befunde von 4,4 Millionen Darmspiegelungen untersucht, die von 2003 bis 2012 durchgeführt wurden - laut DKFZ die umfassendste Auswertung des nationalen Vorsorge-Koloskopie-Programms. Deutschland war 2002 eines der ersten Länder weltweit, die die Darmspiegelung als Teil des gesetzlichen Krebsvorsorgeprogramms eingeführt haben.

In den ersten zehn Jahren seien 180.000 Krebsvorstufen entdeckt und während der Untersuchung entfernt worden. Die Ärzte fanden den Angaben nach zudem mehr als 40.000 Fälle von Darmkrebs in einem Stadium, in dem zumeist noch eine Heilung möglich ist. Dem gegenüber standen etwa 4.500 Überdiagnosen.

Von

dpa

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