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16.04.2014

16:43 Uhr

Studie mit Rheuma-Patienten

Heilpflanze wirksamer als gängiges Medikament

In China ist die Heilpflanze Lei Gong Teng schon lange bekannt. Jetzt testeten Wissenschaftler die Wirkung: In einer Studie mit Rheumapatienten wirkte das Naturheilmittel besser als ein gängiges Medikament.

Röntgenbild eines Rheuma-Patienten: In einer Studie zeigte eine chinesische Heilpflanze als Medikament gute Wirkung. dpa

Röntgenbild eines Rheuma-Patienten: In einer Studie zeigte eine chinesische Heilpflanze als Medikament gute Wirkung.

Die chinesische Heilpflanze Lei Gong Teng wirkt einer neuen Studie zufolge bei rheumatoider Arthritis besser als ein gängiges Medikament. Die Wirkung der auch als Wilfords Dreiflügelfrucht bekannten Pflanze wurde in einer am Dienstag im britischen Fachjournal "BMJ Open" veröffentlichten Studie mit dem Medikament Methotrexat verglichen. Dabei schnitten die Patienten, denen die chinesische Heilpflanze gegeben wurde, deutlich besser ab.

Chinesische Wissenschaftler überprüften die Wirkung an 174 Patienten mit rheumatoider Arthritis und gaben ihnen entweder die Heilpflanze, das Medikament oder eine Kombination aus beiden. Nach sechs Monaten fand eine Überprüfung statt. 55 Prozent der Patienten, denen die Heilpflanze gegeben wurde, kamen auf eine deutliche Besserung. Bei dem Medikament allein waren es dabei nur 46 Prozent. Am besten schnitt die Gruppe ab, bei denen eine Kombination aus beiden gegeben wurde: Fast 77 Prozent erreichten die indizierte, deutliche Verbesserung.

Wilfords Dreiflügelfrucht (lateinischer Name: Tripterygium wilfordii) ist eine rankende Pflanze, die in der traditionellen chinesischen Medizin schon lange gegen Rheuma eingesetzt wird. Untersuchungen aus den vergangenen Jahren haben das Interesse der Pharmaindustrie geweckt, denn der Pflanze werden Heilwirkungen nicht nur bei Autoimmun-Krankheiten, sondern sogar bei Krebs zugeschrieben. Allerdings kann die hochgiftige Pflanze auch erhebliche Nebenwirkungen auslösen. Bei der nun vorgestellten Studie waren die Nebenwirkungen von Pflanze und Medikament nach Angaben der Wissenschaftler in etwa ähnlich, vor allem waren dies Magen-Darm-Probleme.

Die Untersuchung unter Studienleiter Xuan Zhang von der renommierten Pekinger Uni-Klinik Peking Union Medical College Hospital hatte allerdings auch Nachteile: Einer war, dass die behandelnden Ärzte und Patienten jeweils wussten, welches Medikament ihnen verabreicht wurde. Zudem war der Untersuchungszeitraum zu kurz, um eine Aussage darüber zu treffen, ob die Heilpflanze die Krankheit auch stoppen konnte oder ob sie nur die Symptome linderte. Auch war die Methotrexat-Dosis geringer als in westlichen Ländern normalerweise verabreicht.

Von

afp

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

16.04.2014, 17:50 Uhr

Keine Arzneimittelbehörde dieser Welt würde diese Studie anerkennen. ca. 55 Patienten pro Gruppe, keine statistisch signifikante Aussage zur Wirksamkeit möglich.
Weitere Einschränkungen werden in den abschließenden Sätzen des Artikels genannt.
Immerhin wird ja auch erwähnt, dass die Pflanze erhebliche Nebenwirkungen aufweist.
In der Öffentlichkeit ist leider nur wenig bekannt, dass die toxischsten Gifte in der Natur vorkommen, nicht im Labor.
Wer Rheuma-Patienten die Einnahme solcher Pflanzenextrakte nahelegt, handelt verantwortungslos.

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