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19.08.2014

17:15 Uhr

Studie

Nachbarschaftsliebe gegen den Herzinfarkt

Wer zu seinem Nachbarn ein gutes Verhältnis pflegt, tut auch was für seine Gesundheit. Bei einer Studie haben Forscher in den USA ein 67 Prozent geringeres Herzinfarktrisiko nachgewiesen.

Gartenzwerg im Vorgarten: Je besser das Verhältnis zum Nachbarn, desto niedriger das Herzinfarkt-Risiko. dpa

Gartenzwerg im Vorgarten: Je besser das Verhältnis zum Nachbarn, desto niedriger das Herzinfarkt-Risiko.

ParisWer im Zwist mit seinen Nachbarn lebt, der sollte sich schleunigst um Aussöhnung bemühen: Einer neuen Studie zufolge kann ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn deutlich das Herzinfarkt-Risiko verringern. Der Effekt sei sogar "in etwa vergleichbar mit dem Unterschied zwischen einem Raucher und einem Nichtraucher", stellten die Forscher der am Dienstag veröffentlichten Untersuchung fest.

Fünf Jahre lang hatten Wissenschaftler in den USA mehr als 5000 Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von 70 Jahren beobachtet, die zu Studienbeginn kein bekanntes Herzproblem hatten. Zwei Drittel der Gruppe waren Frauen. Zu Beginn der Studie sollten die Probanden auf einer Skala von sieben Punkten angeben, wie sehr sie sich als Teil der Nachbarschaft fühlten, sich bei Problemen auf Nachbarn verlassen können oder wie freundlich diese sind.

Acht Tipps, um das Herz vor Stress zu schützen

Wechseln Sie in die Vogelperspektive

Versuchen Sie, die Situation, die Ihnen Frust bereitet, ganz bewusst von oben beziehungsweise von außen zu betrachten. So bauen Sie eine innere Distanz zum aktuellen Geschehen auf. Zum Beispiel: "Der Stau, in dem ich gerade stehe, ist eine Tatsache, die ich nicht ändern kann. Wenn ich mich aufrege, verschlimmere ich die Situation nur."

Treiben Sie Sport

Sport zählt laut der Deutschen Herzstiftung zu den besten Möglichkeiten, um Stress loszuwerden. Bereits eine halbe Stunde Bewegung, sei es Walking, Schwimmen oder Tennis, kann gefühlte Wunder vollbringen.

Das Übel bei der Wurzel packen

Zwar lassen sich die Ursachen von Stress nicht immer beheben, etwa bei einem schwierigen Chef. Bei Stress in der Beziehung können gezielte Gespräche helfen. Hier gilt: Nicht schon aufgebracht ins Gespräch gehen, sondern lieber ein paar Tage warten und alle Argumente und Gegenargumente auch sacken lassen.

Entspannungstechniken einüben

Yoga, autogenes Training und Co. werden immer wieder angepriesen - doch nicht jedem sind sie eine Hilfe. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt einen pragmatischen Ansatz: Wenn eine Methode Entspannung bringt, ist sie auch gut - wenn nicht, sollte man andere Sachen ausprobieren. Während manche Menschen alleine und in völliger Stille entspannen, bevorzugen andere etwa die Anleitung in einer Gruppe. Die gewählte Technik sollte auf jeden Fall regelmäßig geübt werden, damit sie in akuten Stress-Situationen auch abrufbar ist.

Starten Sie Ihren "Gegenentwurf"

Unter dem "Gegenentwurf" versteht man die ständige Pflege persönlicher Interessen, seien es Chorsingen, Fußballspielen oder Briefmarkensammeln. Also Aktivitäten, die uns anregen und positiv herausfordern und so vom negativen Stress ablenken.

Verbannung für Entspannungskiller

Fernsehen mag zwar entspannend erscheinen, doch man ist dabei passiv und erreicht keine nachhaltige Stress-Reduktion - wertvolle Zeit, in der man den Ärger des Tages verarbeiten und abschütteln kann, geht so verloren. Es kann helfen, sich einen Plan zu machen, an welchen Tagen man den Fernseher auf jeden Fall auslassen und stattdessen ein altes Hobby wieder aufleben lassen oder ein Treffen mit Freunden verabreden kann.

Vorsicht bei Medikamenten

Arzneien, die Beruhigung versprechen gibt es zwar - sie sollten aber stets nur unter Kontrolle eines Arztes zum Einsatz kommen, und nicht einfach auf eigene Faust im Internet bestellt werden. Als Beispiel nennt die Deutsche Herzstiftung Benzodiazepine, die für langfristige Stressbewältigung ungeeignet sind, weil sie schon nach kurzer Zeit abhängig machen und zudem erhebliche Nebenwirkungen (Konzentrationsschwierigkeiten, Benommenheit) haben können.

Achten Sie auf Ihre Ernährung

Gerade wer viel zu tun und einen gefühlten 48-Stunden-Tag hat, achtet oft nicht ausreichend auf seine Ernährungsweise. Es wird dann zu schnell, das Falsche und zu viel gegessen und vielfach auch zu viel Alkohol getrunken. Zusammen mit Bewegungsmangel kann das zu Übergewicht führen, was Unzufriedenheit und Frustgefühle noch verstärken kann. Man sollte sich am Besten ein Repertoire an schnellen und gesunden Mahlzeiten zulegen, etwa aus der Mittelmeerküche.

Das Ergebnis der im Fachmagazin "Journal of Epidemiology and Community Health" veröffentlichten Studie lässt aufhorchen: Anhand der 148 Todesfälle in der Gruppe infolge von Herzinfarkten zeigte sich, dass diejenigen ein um 67 Prozent geringeres Herzinfarkt-Risiko hatten, die das beste Verhältnis zu den Nachbarn hatten. Bei dem Ergebnis wurden andere Risikofaktoren wie das Alter, die Lebensweise, das Gewicht oder Gesundheitsprobleme wie Diabetes bereits herausgerechnet.

Weil weitere Risikofaktoren wie etwa die familiäre Vorgeschichte von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht bekannt waren, blieben die Forscher um Eric Kim von der Universität von Michigan allerdings vorsichtig: Es handele sich nur um eine beobachtende Studie, die keine "definitiven Rückschlüsse" zulasse. Dennoch sei das "soziale Umfeld in der Nachbarschaft" - außerhalb von Familie und Freunden - wichtig. Ein gutes Verhältnis sei wie körperliche Betätigung gut für die Gesundheit.

Zuvor hatten Studien bereits gezeigt, dass Faktoren wie Lärm, Verschmutzung oder viele Fast-Food-Restaurants im Lebensumfeld negative Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben können. Die Forscher um Kim wollten nun auch die Auswirkungen von zwischenmenschlichen Beziehungen untersuchen.

Von

afp

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