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04.07.2014

14:35 Uhr

Studie

Tausende Schlaganfälle vermeidbar

Schlaganfälle sind die dritthäufigste Todesursache in Deutschland – und eine bessere Vorsorge könnte jährlich tausende von ihnen verhindern. Zu dem Ergebnis kommen eine Studie der DAK.

Tausende Deutsche kommen jährlich wegen eines Schlaganfalls ins Krankenhaus. Viele der Fälle könnten verhindert werden. dpa

Tausende Deutsche kommen jährlich wegen eines Schlaganfalls ins Krankenhaus. Viele der Fälle könnten verhindert werden.

BerlinDurch eine bessere Behandlung und Vorsorge könnten laut einer Studie in Deutschland bis zu 10.000 Schlaganfälle im Jahr verhindert werden. Allein 9400 Hirnschläge wären durch eine konsequentere Behandlung des Vorhofflimmerns, einer Herzrhythmusstörung, vermeidbar, wie die am Donnerstag veröffentlichte Untersuchung der Krankenkasse DAK-Gesundheit zeigt. Vorhofflimmern gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für Schlaganfälle. Weitere 500 Fälle könnten demnach durch eine verbesserte Versorgung von Menschen, die bereits einen Beinahe-Schlaganfall erlitten haben, verhindert werden.

Jährlich erleiden rund 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Die Mehrzahl davon ist älter als 60 Jahre. Schlaganfälle sind die dritthäufigste Todesursache. Auslöser sind in den meisten Fällen verstopfte Blutgefäße, etwa durch Verkalkungen. Aber auch eine Hirnblutung kann zum Schlaganfall führen.

Wer einen Hirninfarkt überlebt, ist oft körperlich stark eingeschränkt. Zu den Symptomen zählen unter anderen Bewegungs- und Sprachstörungen, Lähmungen, Sehstörungen oder ein hängender Mundwinkel. In der Regel ist nur eine Körperhälfte betroffen.

Laut dem vom Berliner IGES Institut erstellten DAK-Report kann die Schlaganfall-Vorsorge bei 60 Prozent der Patienten mit Vorhofflimmern wesentlich verbessert werden. Die Herz-Kreislauf-Störung wird nur bei etwa zwei Dritteln der Betroffenen überhaupt entdeckt. Doch selbst bei Diagnose bekomme nur jeder zweite Patient geeignete Medikamente. Würde das Vorhofflimmern bei vier von fünf Patienten erkannt und richtig behandelt, ließen sich tausende erstmalige Schlaganfälle vermeiden, erklärte DAK-Chef Herbert Rebscher.

Auch durch eine bessere Medikamentenversorgung von Patienten mit Beinahe-Schlaganfall wären demnach viele Fälle vermeidbar. Pro Jahr werden in Deutschland etwa 84.000 Patienten mit erstmaligem Beinahe-Schlaganfall, einer sogenannten Transitorischen ischämischen Attacke (TIA), im Krankenhaus behandelt.

Die Symptome sind durch den Verschluss eines Blutgefäßes im Gehirn dieselben wie beim Hirninfarkt - sie bilden sich aber binnen 24 Stunden wieder zurück. Die Betroffenen sind aber besonders gefährdet, später einen richtigen Schlaganfall zu erleiden. Dem Report zufolge wären jährlich rund 500 Schlaganfälle vermeidbar, wenn bei rund einem Viertel der Patienten mit Beinahe-Schlaganfall die Versorgung mit Medikamenten verbessert würde.

Die Alzheimer-Krankheit

Was ist Alzheimer?

Die Alzheimer-Krankheit, benannt nach dem deutschen Neurologen Alois Alzheimer, ist eine hirnorganische Krankheit. Dabei werden im Gehirn durch Eiweißablagerungen langsam Nervenzellen zerstört.

Wie häufig tritt Alzheimer auf?

Wo die Gesellschaft stark altert, gibt es dementsprechend viele Betroffene: Alleine in Deutschland gibt es derzeit rund 1,4 Millionen Patienten.

Was ist der Unterschied zwischen Alzheimer und Demenz?

Alzheimer ist lediglich eine mögliche Ursache für Demenz – allerdings mit Abstand die häufigste. Deutlich über 50 Prozent der Demenzfälle sind auf Alzheimer zurückzuführen. Die zweithäufigste Form ist die Vaskuläre Demenz, bei der kleine Infarkte im Gehirn auftreten.

Woran erkennt man Alzheimer?

Gedächtnis- und Orientierungsstörungen gehören zu den Kardinalsymptomen. Außerdem treten oft Sprachstörungen und Veränderungen der Persönlichkeit auf.

Gibt es vorbeugende Maßnahmen?

Einen Schutz wie etwa eine Impfung gibt es bei der Alzheimer-Krankheit nicht. Unter anderem können aber körperliche Aktivitäten, eine cholesterinarme Ernährung und gegebenenfalls eine Behandlung von Bluthochdruck das Risiko einer Erkrankung verringern.

Pro Schlaganfall-Patient gehen Experten von etwa 43.000 Euro lebenslangen Behandlungskosten aus. Für die Behandlung der rund 10.000 vermeidbaren Schlaganfälle müssen demnach insgesamt etwa 430 Millionen Euro aufgebracht werden. Vor diesem Hintergrund forderte die DAK „mehr Handlungsspielraum“ für die Kassen. Bislang könnten die Krankenkassen aufgrund der Datenschutzbestimmungen Patienten oder Ärzte nur in sehr geringem Maße auf potenzielle Versorgungsmängel ansprechen, obwohl ihnen Diagnosedaten vorliegen.

Von

afp

Kommentare (2)

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Herr Siegfried Bauer (Siggi40.de)

04.07.2014, 11:35 Uhr

Tausende Schlaganfälle werden vermeidbar ... wenn man die Vorzeichen wahrnehmen würde. Ein Schlaganfall kündigt sich durch mehrere Vorzeichen an, wie auch im Artikel beschrieben, also kleinere Schlaganfälle, die nach 24 Stunden meistens wieder vorbei sind. Sprachstörungen in ein paar Tagen.
Wenn man dann zum Hausarzt geht und diese Symptome schildert, wird man nicht selten als Simulant abgewiesen, eine Behandlung erfolgt nicht.

Meinem ersten, schweren ischämischen Schlaganfall, wo ich mehrere Wochen halbseitig gelähmt war, gingen mehrere Vorzeichen voraus, z.B. plötzlich auftretender Drehschwindel, alles schwarz vor den Augen, Sprach- und Sehstörungen, wurden nicht als Vorzeichen eines drohenden Schlaganfalls interpretiert.
Als ich dann eines Tages in der Unit-Stroke, der Notfallabteilung für Schlaganfallpatienten, aus der Bewusstlosigkeit erwachte, standen mehrere Ärzte und zwei Grünuniformierte an meinem Bett. Die Grünuniformierten entfernten sämtliche Kabel, auch die Schläuche für die Blutverdünnung, und nahmen mich incl. Bett mit ins Gefängnis. Und dies, obwohl ich gelähmt war, nicht sprechen und mich nicht bewegen konnte! Sie vollstreckten den Haftbefehl wegen Körperverletzung (einen Tritt in den Hintern eines Tierquälers). Seitdem ist meine rechte Halsschlagader komplett verschlossen und führte zu drei weiteren Schlaganfällen. 5 Monate vorher hatten die Jenaer Schulabbrecher (NSU) nicht so viel Erfolg, die extra 2000km zu meinem Campingplatz bei Alicante gefahren sind, um mich zu liquidieren! Und dies alles, weil ich Otto Schily von den Verbrechen der Beamten bei Justiz und Polizei in Chemnitz und Schwäbisch Hall informierte!!

Heute, fast auf den Tag genau 10 Jahre später, kann ich mich so bewegen, dass es mir niemand mehr anmerkt. Kann sogar wieder Fahrrad und ab und zu sogar Motorrad fahren.
Die erste Therapie erhielt ich erst 3 Jahre nach dem 1.Schlaganfall. Dazu musste ich nach Leipzig ziehen, wo die AOK Sachsen-Plus sämtliche Kosten übernommen hatte.

Herr Siegfried Bauer (Siggi40.de)

04.07.2014, 11:41 Uhr

Teil II
Den Ärzten, Therapeuten und Schwestern der Leipziger Uni-Klinik bin ich zu unendlichem Dank verpflichtet! Auch 3 Jahre nach dem 1.schweren Schlaganfall hatten sie noch massive Verbesserungen erreichen können.
Mit dem 2.Schlaganfall wurde ich in das Diakoniekrankenhaus in SHA eingeliefert. Feiertag und Ärztestreik – und dann noch ein Schlaganfallpatient. So geht das nicht! Ich erhielt eine Tablette (die ich ja bereits seit meinem 1.Schlaganfall nahm) und alle 10 Minuten einen Napf zum Erbrechen. Das war es auch schon!!!!!
Nur beim 3.Schlaganfall (in Leipzig) hatten die Ärzte alles richtig gemacht.
Beim 4.Schalganfall wurde ich nach massivem Drehschwindel bewusstlos. Und ich wachte wieder auf, ohne dass ich den Notarzt verständigen konnte. Es blieben nur Sprach- und Gleichgewichtsstörungen für ein paar Wochen zurück. Glück gehabt.
Vielleicht kann ich mit diesem Artikel auch dazu beitragen, dass Schlaganfälle verhindert werden.

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