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16.04.2014

10:22 Uhr

Studie

Wie der Ärztemangel zur Realität wird

Trotz einer Steigerung der Mediziner-Zahl um 2,5 Prozent warnt die Ärzteschaft vor einem verschärften Mangel in Deutschland. Zunehmend arbeiten Ärzte in Teilzeit oder gehen in den Ruhestand.

Die Zahl der Ärzte ist gestiegen, doch ihre Praxen sind regional ungleich verteilt. Besonders auf dem Land gibt es oft zu wenig Haus- und Fachärzte. dpa

Die Zahl der Ärzte ist gestiegen, doch ihre Praxen sind regional ungleich verteilt. Besonders auf dem Land gibt es oft zu wenig Haus- und Fachärzte.

Die Zahl der Ärzte ist in Deutschland im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent auf 357.252 gestiegen. Das entspricht einem Plus von rund 8500 berufstätigen Medizinern, wie die Bundesärztekammer (BÄK) am Montag in Berlin mitteilte. Laut Ärzte-Präsident Frank Ulrich Montgomery relativiert sich der Anstieg aber, weil die Mediziner zunehmend in Teilzeit arbeiten. Gleichzeitig verabschieden sich immer mehr Ärzte in den Ruhestand. Trotz des Gesamtzuwachses sei der Ärztemangel "in vielen Regionen Deutschlands längst Realität", erklärte Montgomery.

Statistisch gesehen gibt es heute über 50.000 Ärzte mehr als noch vor zehn Jahren. Seit 1990 stieg die Zahl sogar um rund 120.000. Zugleich hat sich das Verhältnis Arzt-Einwohnerzahl stetig verbessert: Kamen 1990 noch durchschnittlich 335 Einwohner auf einen Arzt, waren dies 2003 noch 271 und im vergangenen Jahr noch 230 Einwohner pro Arzt.

Allerdings stieg laut Ärztekammer im Gegenzug nicht nur die Zahl der Behandlungsfälle, weil auch immer mehr alte Menschen der Hilfe bedürfen. Auch das Durchschnittsalter der Ärzte nimmt seit Jahren zu. Das macht sich vor allem im ambulanten Bereich bemerkbar. Das Durchschnittsalter der niedergelassenen Mediziner stieg demnach 2013 binnen eines Jahres von 52,8 auf 53,1 Jahre. 2003 war ein niedergelassener Arzt im Schnitt 50,5 Jahre alt.

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Im gleichen Zug steigt die Zahl der Ruheständler. Ihre Zahl erhöhte sich 2013 um 3,8 Prozent auf 72.540. Dies zeige eindeutig, dass die demografische Entwicklung "auch die Ärzteschaft erfasst hat", betonte Montgomery.

Darüber hinaus arbeiten immer mehr Mediziner Teilzeit, was Experten vor allem auf den steigenden Frauenanteil in der Ärzteschaft zurückführen. Während im Jahr 2001 noch 31.000 Ärzte in Teilzeit arbeiteten, hat sich ihre Zahl nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2011 auf 54.000 erhöht. Es wachse eine Ärztegeneration heran, die der Work-Life-Balance eine höhere Bedeutung zumesse und sich immer häufiger für Teilzeitarbeit entscheide, betonte Montgomery.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

16.04.2014, 10:39 Uhr

Die Verteilung der Ärzte auf die Patienten durch die Kassenärztliche Vereinigung ist erbärlich gescheitert. Zu viele Praxen in den Ballungsgebieten, zu wenige im lädlichen Raum.
Bei der Regelung der Verteilung der Praxen besteht dringender Reformbedarf!

Account gelöscht!

16.04.2014, 13:51 Uhr

Die Ärzte sind im Durchschnitt nicht hinreichend für die Praxis qualifiziert.
die Ärzte sind im Durchschnitt nicht vorrangig dran interessiert, die Patienten zu heilen.
Die Patienten gehen im Durchschnitt viel öfter zum Arzt, als nötig.
Die Patienten werden im Durchschnitt viel zu alt.

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