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05.12.2013

14:20 Uhr

Studie

Zahl der Demenz-Kranken steigt rasant

Weltweit sind derzeit rund 44 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. In wenigen Jahrzehnten könnte sich diese Zahl jedoch vervielfachen, prophezeien Experten. Besonders die G8-Staaten sind betroffen.

Seniorin am Gehstock: Bis zur Mitte des Jahrhunderts könnten allein in Europa 16 Millionen Menschen an Demenz erkranken. dpa

Seniorin am Gehstock: Bis zur Mitte des Jahrhunderts könnten allein in Europa 16 Millionen Menschen an Demenz erkranken.

London/HamburgDie Zahl der Demenzkranken ist in den vergangenen drei Jahren weltweit um knapp ein Viertel gestiegen. Wie aus einer am Donnerstag von der Organisation Alzheimer Disease International veröffentlichten Studie hervorgeht, gibt es derzeit rund 44 Millionen Demenzfälle weltweit; das sind 22 Prozent mehr als vor drei Jahren. Bis 2050 wird mit einer Verdreifachung der Fälle auf dann 135 Millionen gerechnet.

Der Chef von Alzheimer Disease International, Marc Wortmann, sprach von einer globalen Epidemie. Es werde „immer schlimmer“. Die Zahl der älteren Menschen mit Alzheimer werde „dramatisch“ zunehmen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) müsse die Behandlung von Demenz zu einer ihrer Prioritäten machen.

Der Studie zufolge lebt derzeit knapp ein Drittel der Demenzkranken in reichen Staaten, die große Mehrheit aber in Ländern mit mittleren und niedrigen Einkommen, wo der Zugang zu der benötigten Unterstützung und Pflege „sehr eingeschränkt“ sei.

Das britische Gesundheitsministerium bezeichnete Alzheimer als „eine wachsende weltweite Herausforderung“. Ein Sprecher forderte, dass sich der G-8-Gipfel in der kommenden Woche mit dem Thema befassen müsse. Die G-8-Länder müssten Demenz „erstmals als globale Angelegenheit“ behandeln.

Umfrage: Krebs und Demenz sind die größten Angstmacher

Umfrage

Krebs und Demenz sind die größten Angstmacher

Vor allem die Angst vor der unheilbaren Erkrankung des Gehirns nimmt zu.

Auch in Deutschland steigt die Zahl der Demenzkranken. Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft wird sich die Zahl der Erkrankten hierzulande von heute 1,4 Millionen bis zum Jahr 2050 auf etwa drei Millionen erhöhen, sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt. Zwei Drittel der Betroffenen leiden an Alzheimer, der häufigsten Form der Demenz. „Die Zahlen sind erschreckend“, sagte ein Sprecher der Alzheimer-Gesellschaft in Berlin. Die weitere Entwicklung gehe langsam voran, man könne sich darauf einstellen und etwas tun. Dazu gehöre auch ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff.

Experten fordern seit langem die Umsetzung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs, damit Menschen mit Demenz und psychischen Erkrankungen bessere Leistungen aus der Pflegeversicherung bekommen. Ein Expertenbeirat hatte dazu bereits ein entsprechendes Konzept vorgelegt. Zur Umsetzung heißt es dazu im Koalitionsvertrag von Union und SPD eher vage, der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff solle „in dieser Legislaturperiode so schnell wie möglich“ eingeführt werden.

In Deutschland haben ältere Menschen über 60 Jahren inzwischen mehr Angst vor Demenz als vor Krebs oder einem Schlaganfall. Das geht aus einer Umfrage der DAK-Gesundheit hervor. Während die Sorge vor Krebs oder Herzinfarkt zurückgeht, nimmt die Furcht vor der unheilbaren Erkrankung des Gehirns zu.

Von

afp

Kommentare (5)

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Ingenius

05.12.2013, 15:32 Uhr

Die Verursacher sind weitgehend bekannt:
Zuviel Zucker, Salz, Fett, Glutamate, münstl. Aromastoffe, künstliche Süßstoffe Aspartame+Saccarin) und vor allem diverse Stoffe, die durch Plastickverpackungen in unsere Nahrung kommen.

Mit Zucker, Fett und Salz ist es sehr preiswert die verbraucher zufrieden zu stellen.
Ein Kuchen, Suppe, Fertiggerichte oder ein Puddding sind so einfach und billig herzustellen.
Für den Verbrauer reicht es, wenn Nahrung gut aussieht, billig ist und salzig oder süß schmecjt.
Man kann heute nirgendwo mehr einen herzhaften Kartoffelsalat kaufen, ohne Süßungsmittel.
Unser Geschmacksempfinden ist hierdurch schon stark reduziert.
Keine Leberwurst, die nicht dominierend salzig schmeckt.
doe Industrie liefert, was wir wollen, doch da der Verbraucher nur eine reduzierte Sichtweise hat, schließlich sind wir in den seltensten Fällen Mediziner oder Wissenschaftler, wird halt Preis und Aussehen als Kriterium genommen und wenn es dann süß oder salzig schmeckt ist er zufrieden.
Fett spielt auch noch, als Geschmackstransferstoff eine grosse Rolle.
Eine gute Tee- oder Leberwurst schmeckt nicht überwiegend salzig, aber wer kann das noch würdigen, denn so ein Produkt ist teurer in der Herstellung und billig produziertes kann man manchmal genauso teuer verkaufen, wenn Aussehen, Werbung, Marke und Verpackung Top sind.
Ist der Verbraucher dumm wie Vieh? irgendwie schon, weil er durch die inflationan erforderlichen Wissen überfordert ist. Ausserdem wenn Schlagzeile sagen dies und das ist schlecht, tauchen garantiert ein wenig später billig von Herstellern und deren Verbänden eingekaufte Studien auf, die das Gegenteil sagen. Wie soll da der Normalbürger dirchsteigen?
Also müsste der Gesetzgeberhandeln, der tut's aber weitgehend nicht, weill zuviele beraterverträge haben und die Parteien wollen auch finanziert werden.
Minister für Gesundheit und Verbraucherschutz (zuletzt Bahr und Aigner) sind meistens nur Gallionsfiguhren, Nullnummern. Da macht sich keiner Stress

Ingenius

05.12.2013, 15:53 Uhr

Was kann der Verbraucher einfach und wirksam tu ?
1. Plastikverpackungen weitestgehend reduzieren, durch
Blockwurst Blockkäse, grundsätzlich keine geschnittenen Produkte kaufen, die Einsparung schädlicher Stoffe wie z.B. Bisposphonate beträgt so etwa 70%.
Folge weniger Übergewicht, vor allem weniger kaum abbaubares Schwabbelfleisch, Verbesserung des Gesamtzustandes.
2. Kauft Stevia zum Süßen und Stevia Produkte und zwar von bestimmten verlässlichen Lieferanten aus dem Internet. Im Supermarkt ist das Zeug viel zu teuer und teilweise mit störendem Lakrizgeschmack behaftet. Dieser könnte leicht beseitigt werden, aber damit soll wohl das Produkt mies gemacht werden von den Platzhirschen (Hersteller von Zucker oder Süßstoff).
3. Bei Prdukten welche zu etwa 70% mit Stevia und zu 30% mit Zucker süßt hat man keine Geschmacksnachteile. Kaffe trinke ich z.B. so gesüsst.
3. Finger weg von Funcion Food, dass ist alles nicht richtig erforscht und macht nur Probleme.
Gute Öle verwenden, die haben zwar Fett, aber auch viele essentielle Stoffe und ungesättigte Fettsäuren, die enthaltenes Fett wieder auffressen.
4. Finger weg von gehärteten Fetten (machen erhebliche Probleme, wie z.B. Schwabbelfleisch, der Organismus kommt damit schlecht zurecht).
Alternative: Reformhausmargarine, gute und native Öle, nehmt eine Brille zum Einkaufen mit, dann kann man die Zusatzstoffe durchforsten, das muss man ja nicht ständig machen, nach kurzer Zeit weiss man ehh, welche Marken gut sind. nur Kalorien zählen, bringt nichts, Light-Produkte besser vermeiden, viele haben besonders viel Salz, Zucker und Geschmacksverstärker wie Glutamat.
Wenn man kalorienreduztierten Käse kauft ist nichts gewonnen, wenn der vorgenannte Mist drin ist.
Allgemeine Hinweise zu Obst Gemüse verstehen sich von selbst und ein Minimum an Sport und Bewegung, Folge ist ein attraktiveres Äusseres, weniger Schwabbelfett, mehr Lebensqualität und Gesundheit bis ins hohe Alter ohne Alzheimer &Co.

GottliebSchwabe

05.12.2013, 18:09 Uhr

Vermutlich tritt dieses Phänomen nur deshalb "verstärkt" auf, weil die Menschen allgemein älter werden. Vor einige Jahrzehnten galten 80-jährige noch als hochbetagt, heute ist es das Durchschnittsalter. Man kann durch geistige Aktivität und gesunde Lebensweise vielleicht länger fit bleiben, aber ich vermute, dass Demenz in den meisten Fällen genetische Ursachen hat.

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