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04.09.2013

14:24 Uhr

Studie

Zahl der Diabetiker in China steigt rasant

Auf dem Weg zur Alarmstufe: Die Zahl der Diabeteserkrankungen in China hat explosionsartig zugenommen. Dadurch könnten sich auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenversagen stark ausbreiten.

Wartezimmer in einem Krankenhaus in Peking: Beinahe 12 Prozent aller Erwachsenen in China litten 2010 unter Diabetes. AFP

Wartezimmer in einem Krankenhaus in Peking: Beinahe 12 Prozent aller Erwachsenen in China litten 2010 unter Diabetes.

WashingtonDie Zahl der Diabetiker in der Volksrepublik China ist in den vergangenen 30 Jahren explosionsartig angestiegen. Während ihr Anteil an der erwachsenen Bevölkerung 1980 unter einem Prozent gelegen habe, sei er bis 2010 auf 11,6 Prozent angestiegen, heißt es in einer Studie, die am Dienstag in der US-Fachzeitschrift "Journal of the American Medical Association" veröffentlicht wurde. Bei Männern war der Anteil mit 12,1 Prozent demnach leicht höher als der Anteil bei den Frauen von elf Prozent.

"Diese Statistiken legen nahe, dass Diabetes vom Typ 2 oder Altersdiabetes in der chinesischen Bevölkerung eine Alarmstufe erreichen könnte", erklärten die Autoren der Studie, die teils selbst aus China stammen. Dies berge die Gefahr, dass kurzfristig die mit Diabetes verbundenen Krankheiten und Beschwerden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenversagen sich epidemieartig ausbreiteten, wenn das Land nichts dagegen unternehme.

Für die Studie wurden 2010 die Blutzuckerwerte von 98.658 repräsentativ ausgewählten erwachsenen Chinesen gemessen. Ihrer Krankheit bewusst waren sich der Studie zufolge nur 30,1 Prozent der Betroffenen. Nur 25,8 Prozent ließen sich behandeln, allerdings größtenteils unzureichend. Aus den Untersuchungen ließ sich außerdem schließen, dass der Diabetiker-Anteil in Ballungsgebieten höher ist als auf dem Land und dass der Anteil mit dem Alter zunimmt.

Die Wissenschaftler führen die massive Zunahme der Diabetes-Erkrankungen auf die rasante wirtschaftliche Entwicklung der Volksrepublik zurück. Durch sie nähmen Fettleibigkeit, Bewegungsmangel und psychischer Stress zu, erläuterte Juliana C.N. Chan von der Hongkonger Prinz-von-Wales-Universität.

Von

afp

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